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Wahlstand der AfD (Symbolbild).

"Juden in der AfD"

Protest gegen geplante AfD-Vereinigung in Frankfurt

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Die jüdische Studierendenunion Deutschland ruft zu einer Demonstration in Frankfurt auf. Damit will sie ein Zeichen gegen die Gründung der Vereinigung "Juden in der AfD" setzen.

Die geplante Gründung von „Juden in der AfD“ stößt bei der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD) und der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden auf herbe Kritik. Mit einer Kundgebung will die JSUD am Sonntag, 7. Oktober, in Frankfurt ein Zeichen gegen die Gründung der Vereinigung setzen. Diese findet am selben Tag in Wiesbaden statt.

Unter dem Motto „AfNee – Diese Alternative ist nicht koscher!“ ist für Sonntag um 14 Uhr eine Kundgebung am Goetheplatz geplant. „Die große Mehrheit von Juden und vor allem jungen Juden in Deutschland teilt die menschenverachtenden Positionen der AfD-Partei, Fraktion und ihrer Funktionäre nicht, sondern möchte diese aktiv bekämpfen“, heißt es vonseiten der Studierenden.

„Die AfD gefährdet jüdisches Leben, als auch das Wohlbefinden aller Minderheiten in Deutschland und ebenso unsere freiheitlich-demokratische Rechtsordnung.“ Die antisemitischen, rassistischen und menschenverachtenden Überzeugungen und Werte der AfD und ihre Duldung von Holocaustleugnern und Geschichtsrevisionisten in den eigenen Reihen akzeptierten die Studierenden nicht.

Die Gründung einer Bundesvereinigung der „Jüdischen Alternative“ sei, so die JSUD, die versuchte Instrumentalisierung von Juden für die eigenen Zwecke der AfD und aus jüdischer Sicht ein Widerspruch.

Auch die Jüdische Gemeinde Wiesbaden lehnt die Gründung der Vereinigung vehement ab und hat dazu aufgerufen, sich an der Demonstration der Studierenden zu beteiligen. Dass sich Jüdinnen und Juden in unterschiedlichen Parteien und für unterschiedliche politische Ziele engagierten, sei einer pluralistischen Gesellschaft wesenseigen.

„Im Falle der AfD kann dies aber nicht in gleicher Weise betrachtet werden“, so der Vorstand der Gemeinde. „In der Mitgliedschaft und Wählerschaft dieser Partei sammeln sich unter anderem Antisemiten, Fremdenfeinde, Shoa-Relativierer, Rechtspopulisten und deutschnationale Hassprediger.“ Der Missbrauch des Adjektivs „jüdisch“ für eine Unterstützung dieser Partei sei besonders verwerflich, kritisiert der Gemeindevorstand.

Die Gründung von „Juden in der AfD“ hatte in den vergangenen Tagen bereits für Wirbel gesorgt. Das Treffen am Sonntag war zunächst in Offenbach geplant gewesen. Die Entscheidung, sich einen anderen Veranstaltungsort zu suchen, sei in Absprache mit der Polizei getroffen worden, hatte die Offenbacher Stadtverordnete Christin Thüne der FR mitgeteilt. Die AfD habe Drohungen erhalten.

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