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In der Imkerei Wagner auf der Zeil gibt es mehr als Honig.

Frankfurter Weihnachtsmarkt

Hohe Hürden am Römer

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Einen Stand auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt zu bekommen, ist nicht so einfach. Nur zwei neue Stände sind in diesem Jahr dazugekommen. Die Organisatoren setzen auf Bewährtes.

Der Frankfurter Weihnachtsmarkt hat einen eigenen Müllpress-Mann. „Nein, dafür kann man sich nicht als Student bewerben. Die Position ist vergeben. Der Herr ist zwar nicht fest bei uns angestellt, aber schon seit Jahren dafür zuständig, den Müll in die Container zu pressen. Seine Ehefrau ist die Dame der Toilettenbewirtschaftung. Eine perfekte Kombi, die schwer zu ersetzen ist“, sagt Kurt Stroscher von der Tourismus und Congress GmbH, kurz TCF, und lacht. Der 59-Jährige ist der Chef-Organisator des Weihnachtsmarkts.

Gerade erst hat der Weihnachtsmarkt eröffnet, und schon rufen die ersten Kritiker an. „Manche wünschen sich eine schönere, mit noch mehr Details geschmückte Krippe“, erzählt Thomas Feda, Geschäftsführer der TCF. „Das Problem ist aber, dass die Figuren immer wieder für die Chorauftritte weggeräumt werden müssen“, sagt Stroscher. Angst, dass sich wie vor wenigen Jahren ein Betrunkener in die Weihnachtskrippe hineinlegt und sie so kaputt macht, hat Stroscher nicht. Er verbucht das als Ausnahmefall. „Die meisten medizinischen Notfälle sind wenig aufregend: Kreislaufprobleme oder mal ein verletzter Finger.“ Die Standbetreiber haben dazu die Telefonnummer der unweit platzierten Unfall-Hilfsstellen parat.

Keine Bling-Bling-Beleuchtung

Stroscher sucht aus, welche Stände hier überhaupt sein dürfen. Neue haben es da eher schwer. „90 Prozent der Stände sind bewährte und bekannte Bewerber“, sagt Stroscher. Was gar nicht gehe, seien Leute, die einen American-Christmas-Stand mit viel Bling-Bling-Beleuchtung errichten möchten. „Auch T-Shirt oder Bademode-Stände passen nicht in die weihnachtliche, traditionelle Stimmung“, so Stroscher.

Zwei neue Stände haben es geschafft. Unweit der Krippe stehen sie: Das Türmchen am Römer, da gibt es Dampfnudeln und Glühwein. Und Winzer-Glühwein, das hat auch eine angeschlossene Gaststätte mit Sitzgelegenheit. „Perfekt zum Aufwärmen“, so Stroscher. Insgesamt hat der Weihnachtsmarkt sieben Buden mit überdachten Gaststätten. Solche Weihnachtsstände müssen sich die Betreiber individuell fertigen lassen – bei Kosten bis in den sechsstelligen Bereich hinein.

250 Stände gibt es. Inklusive den Buden der „Rosa Weihnacht“ am Friedrich-Stoltze-Platz und denen an der Hauptwache. „Rosa Weihnacht“ sei schon längst nicht mehr nur für Homosexuelle „the place to be“. „Viele Besucher gehen mittlerweile lieber zur Rosa Weihnacht, weil es da gemütlicher, ohne viel Geschubse zugeht.“ Wenn es doch mal zum Fußgängerstau kommt, hilft die neue Lautsprecher-Anlage für Polizeidurchsagen. 80 000 Euro hat diese gekostet. „Wir hatten schon Anwohner-Beschwerden, weil die Polizei bislang nur ‚Test, Test, Test‘ gerufen hat. Sie wünschen sich so etwas wie: ‚Guten Morgen, hier spricht ihre Polizei. Viel Spaß auf dem Weihnachtsmarkt‘ “, sagt Feda und lacht.

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