Mehr als 60.000 Frankfurter verlassen die Sperrzone.
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Mehr als 60.000 Frankfurter verlassen die Sperrzone.

Bombe in Frankfurt

Die Evakuierung im Minutenprotokoll

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  • Anja Laud
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Arbeit am Sprengsatz in Frankfurt schwieriger als gedacht +++ Die meisten Anwohner verlassen ihr Viertel am frühen Morgen +++ Einige stellen sich quer und verzögern die Entschärfung +++ Kostenlose Freizeit-Angebote gut nachgefragt +++ Der dramatische Sonntag im Überblick.

Eine Weltkriegsbombe hält am Sonntag viele Frankfurter in Atem. Rund 60.000 Menschen müssen die Gefahrenzone rund um den Fundort verlassen. Menschen, die ihre Wohnungen im Sperrgebiet nicht räumen wollen, verzögern den Beginn der Entschärfung. Kurz nach 21 Uhr wird schließlich die Bombe abtransportiert. 

3 Uhr: Alle Straßen sind wieder für den Verkehr freigegeben. Auch die A66 bis zur Miquelallee ist wieder normal befahrbar. Pendler können wie gewohnt in die Frankfurter Innenstadt fahren. 

21.19 Uhr: Die Polizei teilt mit, dass alle Verkehrssperrungen aufgehoben sind. Die Ausnahme ist die /A66.

21.10 Uhr: Die Linien der RMV nehmen den Betrieb wieder auf.

#Weltkriegsbombe #Frankfurt

Hier wird die Luftmine abtransportiert: pic.twitter.com/iPCWGqjBRy

— Polizei Frankfurt (@Polizei_Ffm)

3. September 2017

21.05 Uhr: Die Luftmine wird abtransportiert.

20.29 Uhr: Die Menschen strömen mit Sack und Pack, Kind und Kegel zurück in ihre Wohnungen. Das rhythmische Klackern der Trolleys ist überall zu hören. Immer weitere Straßensperren werden auch für Autos aufgehoben. Alle sind froh, nun nach Hause zu können. "Es war schon etwas nervenaufreibend", sagt Anwohner Kai Schumann. Das verspätete Einsetzen der Entschärfung, das Warten auf Entwarnung, die Stunden in Park, Café und Museum. "Aber alles ist gut gegangen, das ist die Hauptsache."

20.25 Uhr: Die Arbeit der Einsatzkräfte bei der Entschärfung einer Weltkriegsbombe in Frankfurt hat Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) als „großartige Leistung“ gewürdigt. Es sei der Professionalität aller Beteiligten zu verdanken, dass die Evakuierung erfolgreich verlaufen sei, sagte der Regierungschef am Sonntag in Wiesbaden.

20.02 Uhr: In der Lenaustraße, an der östlichen Grenze des Sperrgebiets, staut sich der Verkehr. Autofahrer warten an den Querstraßen, dass die Sperren abgebaut werden. "Man kann doch Anwohnern jetzt nicht verbieten, nach Hause zu fahren, nur weil es noch Krankentransporte gibt", ärgert sich einer. Die anderen haben mehr Verständnis und sind geduldiger. Mofafahrer steigen kurzerhand ab und schieben ihr Fahrzeug in die Sperrzone.

#Weltkriegsbombe #Frankfurt

Das sind die Helden von Frankfurt und das besiegte Biest.

Tausend Dank an René Bennert & Dieter Schwetzler! pic.twitter.com/cuHbjfzZe6

— Polizei Frankfurt (@Polizei_Ffm)

3. September 2017

19.53 Uhr: Dieter Schwetzler: "Das Besondere war, dass die Bombe mit drei Zündern versehen war. Die Detonatoten, die gezogen werden mussten, sind höchst explosiv. Die Wasserstrahlschneidanlage haben wir zum Glück nicht einsetzen müssen. Es hat sehr gut geklappt. Wir hatten die Situation die ganze Zeit im Griff. Gezweifelt haben wir daran nie. Das Team hat hervorragend funktioniert. Jeder Handgriff hat gesessen. Die Erleichterung ist größer als groß." René Bennert: "Ich habe sehr oft an meine Familie gedacht und mit ihr kommuniziert."

19. 51 Uhr: Auf der Mendelssohnstraße steht bereits eine Schlange Autos vor der Absperrung. Doch Autofahrer müssen noch warten. Dahinter im Sperrbezirk sind bisher wenige Fußgänger und Radfahrer unterwegs. Noch gleicht die Stadt im Inneren des Evakuierungsbereichs einer Geisterstadt. "Paradiesische Zustände für Radfahrer", ruft ein Mann, der die leere Bockenheimer Landstraße entlang fährt.

19:45 Uhr: Die Bombe ist inzwischen gesichert und auf einem Lastwagen verladen. Sie kommt jetzt in einen Zersägebetrieb nach Niedersachen, wo sie zersägt und der Sprengstoff anschließend verbrannt wird.

19.20 Uhr: Die Polizei meldet, dass für ÖPNV, Fußgänger und Radfahrer der Sperrbereich ab sofort wieder frei ist. Autofahrer werden noch um Geduld gebeten.

19.01 Uhr: Polizeipräsident Beresweil zu den aktuellen Zahlen zum heutigen Polizeieinsatz: 298 Platzverweise, 36 Identitätsfeststellungen, 26 Transporte durch Polizei, 19 Wohnungsöffnungen, 5 Ingewahrsamnahmen.

18.35 Uhr: Laut Polizeipräsident Bereswill muss der Kampfmittelräumdienst die Bombe noch nachsichten, ehe sie transportsicher gemacht werden könne. Die Nachschau wie die Verladung auf einen Lastwagen dauere jeweils um die 30 Minuten. "Erst dann werden wir weiteres veranlassen." OB Peter Feldmann lobt die gesamte Aktion als großen Erfolg. "Die Stadt ist heute ein Stück weit zusammengerückt." Ordnungsdezernt Frank lobt die mehr als 1100 ehrenamtlichen Helfer. "Das war eine gute Zusammenarbeit." Er hofft nun, dass die Menschen ab 20 Uhr in ihre Häuser zurückkehren können.

GESCHAFFT! Die #Weltkriegsbombe in #Frankfurt ist erfolgreich entschärft worden! pic.twitter.com/l5dFtl5ayq

— Polizei Frankfurt (@Polizei_Ffm)

3. September 2017

18.33 Uhr: Die Polizei verkündet: Die Bombe ist offiziell entschärft.

18.28 Uhr: Sabine Ossmann, Anwohnerin des Sperrgebiets, harrt mit Mutter und Sohn bei ihrem Bruder im Nordend aus. „Es ist langsam anstrengend, das zieht sich gerade wie Kaugummi“, sagt sie. Man informiere sich über den Fortgang der Entschärfung in Fernsehen und Internet, ab und an gehe man mit dem Hund raus. „Auf den Straßen ist es voll, viele wissen langsam nicht mehr, was sie tun sollen.“ Schließlich seien einige seit dem Morgengrauen in der Stadt unterwegs und nach drei Museumsbesuchen sei dann langsam die Luft raus. Für die Nacht hat sie nichts eingepackt. Sie vertraut noch darauf, dass sie bald in die Wohnung zurück kann. „Die Entschärfer, die rocken das schon.“ Sie und ihre Familie würden nun die Wartezeit nutzen, um den nächsten Urlaub zu planen. 

#Weltkriegsbombe #Frankfurt

Später müssen die 3 Sprengkapseln vor Ort gesprengt werden. Daher werden Knalle zu vernehmen sein.

— Polizei Frankfurt (@Polizei_Ffm)

3. September 2017

18.24 Uhr: Die Polizei Frankfurt warnt auf Twitter: "Später müssen die 3 Sprengkapseln vor Ort gesprengt werden. Daher werden Knalle zu vernehmen sein."

18.22 Uhr: "Die Hauptgefahr ist gebannt", sagt Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU). "Die Bombe muss aber noch transportsicher gemacht werden." Bis vollständige Entwarnung gegeben werden kann, dauere es noch ein wenig.

18.15 Uhr: Die zwei verbliebenen Sprengkapseln konnten entfernt werden. Die Bombe wird jetzt auf Anomalien untersucht.

18.07 Uhr: Die von der Evakuierung betroffenen Menschen müssen sich länger gedulden als erhofft. Bedingt durch die Verzögerungen beim Sichern des Sperrgebiets hofft Feuerwehrchef Ries nun, dass alle Menschen bis Mitternacht in ihren heimischen Betten liegen können. "Wenn wir das schaffen, sind wir sehr stolz", sagt er. Die Rückführung der Patienten und Bewohner von Kliniken und Altenheimen werde bereits vorbereitet. Gegen 20 Uhr sollen nach jetzigem Stand erste Transporte stattfinden. Damit könnten Alte und Kranke noch im Hellen oder in der Dämmerung zurück sein. Womöglich ab 21 Uhr soll der Individualverkehr wieder freigegeben werden. Dann können Menschen in ihren Autos wieder das Sperrgebiet fahren. Fußgänger, Radfahrer und Bahnen dürfen bereits in die Zone, sobald der Kampfmittelräumdienst die Bombe transportsicher gemacht hat. Am längsten gesperrt sein wird die Anschlusstelle Miquelallee der A66. Der Bereich werde für Rettungsfahrzeuge benötigt. Er soll voraussichtlich gegen Mitternacht wieder freigegeben werden.

17.39 Uhr: Die Polizei betont nochmals über Twitter, dass die Evakuierung noch besteht: „Wir informieren,sobald die Evakuierung aufgehoben wird!“

17.22 Uhr: Inzwischen sind alle drei Zünder erfolgreich aus der Bombe entfernt worden. Bei zwei Zündern konnte der Kampfmittelräumdienst die Sprengkapseln aber nicht herausnehmen, wie Polizeipräsident Gerhard Bereswill sagt. Deshalb müssen sie nun mit einer anderen Methode entfernt werden. Es sei eine genauso gefährliche Aktion wie das Entfernen der Zünder aus der Bombe. Gelingt den Experten das Entfernen der Sprengkapseln, muss die Luftmine noch transportsicher gemacht werden. "Dafür brauchen wir Zeit, die Absperrungen bleiben weiter aufrechterhalten", so Bereswill.  Feuerwehrchef Ries sagt: "Wir sind froh, dass wir vorwärts gekommen sind. Nach wie vor ist die Gefahr aber nicht gebannt."

17.15 Uhr: Nun konnte laut Polizei der dritte Zünder entfernt werden. An der Entfernung der Sprengkapsel werde weiterhin gearbeitet und die Gefahr sei noch nicht gebannt.

17.07 Uhr: Die Polizei Frankfurt meldet, dass der zweite Zünder erfolgreich entfernt wurde. Die Sprengkapsel jedoch noch nicht. Die Situation bleibe gefährlich.

16.30 Uhr: Noch immer ist der zweite Zünder nicht entfernt. Feuerwehrchef Ries betont ausdrücklich, dass die Arbeit noch nicht getan ist, falls danach auch der dritte und letzte Zünder erfolgreich herausgedreht werden sollte. Erst muss die Bombe noch gesichert werden. Danach müssen Alte und Kranke zurückverlegt werden. Das könnte zusammengenommen auch nochmal zwei Stunden dauern.

16.30 Uhr: Obwohl die Entschärfung der Bombe erst zweieinhalb Stunden später als geplant beginnen konnte, ist Polizeichef Bereswill zuversichtlich, dass der ursprüngliche Zeitplan noch eingehalten werden kann, wenn es zu keinen weiteren Verzögerungen kommt. Die gesperrten Straßen könnten dann gegen 20 Uhr wieder für Autofahrer freigegeben werden.

15.44 Uhr: Der erste Zünder sei einer der leichteren gewesen, sagt Feuerwehrchef Reinhard Ries. "Wir sind wieder einigermaßen im Zeitplan. Wenn es so weiter geht, bin ich sehr zufrieden."

15.40 Uhr: Feuerwehrchef Ries sagt, dass das Sperrgebiet menschenleer sei.

15.39 Uhr: FR-Kollegin Miriam Keilbach twittert, dass im Nordend Menschen munter durch das Sperrgebiet radeln.

Also im #Nordend klappt das super mit der #Evakuierung. Da radeln munter Leute durchs #Sperrgebiet #Frankfurt #Weltkriegsbombe

— Miriam Keilbach (@miriamk86)

3. September 2017

15.30 Uhr: Wenn die Weltkriegsbombe entschärft ist, werden die Straßen in der Sperrzone noch nicht gleich für Autofahrer freigegeben, denn erst müssen noch die Bewohner der Alten- und Pflegeheime sowie Menschen, die nicht allein in ihre Wohnungen zurückkehren können, nach Hause gebracht werden. Straßenbahnen, Busse und Fußgänger dürfen aber wieder gleich in die Sperrzone hinein.

15.13 Uhr: Dass der erste Zünder nach 30 Minuten herausgedreht werden konnte, wertet Polizeisprecher Alexander Kießling als "gutes Zeichen". Die Entschärfer versuchen nun, die restlichen beiden Zünder herauszudrehen. Wenn dies nicht gelingt, bleibt den Entschärfern noch ein zweiter Weg: Mit einem Wasserstrahlschneider wird dann versucht, die Zünder herauszuschneiden.

15.10 Uhr: Schon 30 Minuten nach Beginn der Entschärfung gelingt es den Bombenentschärfern, den ersten der insgesamt drei Zünder aus der Bombe zu drehen. Die Experten rechnen damit, dass sie pro Zünder etwa eine Stunde brauchen.

15 Uhr: Die Polizei meldet per Twitter, dass der erste Zünder an der Bombe ohne Zwischenfälle entfernt worden ist.

#Weltkriegsbombe #Frankfurt

1. Zünder ist erfolgreich ohne Zwischenfälle entfernt worden!

Es geht voran!

— Polizei Frankfurt (@Polizei_Ffm)

3. September 2017

15 Uhr: Zwei sogenannte "Feuerwerker" des Kampfmittelräumdienstes sind jetzt dabei, die Weltkriegsbombe im Westend zu entschärfen. Es gilt, die drei Zünder zu entschärfen, die sich an der beschädigten Mine befinden. Dazu wollen die Experten Raketenklemmen an die Zünder anbringen. Die Raketenklemmen haben Patronen, die einen Rückstoß generieren, der einen Drehmoment erzeugt. So hoffen die Feuerwerker, aus der Ferne die Zünder herausdrehen zu können. Wenn dies nicht gelingt, müssen die Zünder mit einem Wasserstrahlschneider herausgeschnitten werden.

14.50 Uhr: Die Grundstimmung in den Sozialen Medien: Die Nutzer sind erleichtert, dass die Entschärfung der Weltkriegsbombe endlich begonnen hat. Viele wünschen den Männern vom Kampfmittelräumdienst viel Glück und hoffen, dass die Bombe nicht hochgeht und am Abend in ihrer Nachbarschaft noch alles steht.

Ok, Daumen sind gedrückt! Ich mag mein Türmchen (und den Rest) heut abend immer noch so unversehrt vor der Haustür haben... #Weltkriegsbombe pic.twitter.com/uMWiyyihVO

— TscheijPieh (@TscheijPieh)

3. September 2017

14.40 Uhr: Bei dem Mann, der in Gewahrsam genommen wurde, prüft die Polizei, ob sein Verhalten strafrechtlich relevant ist. Auch soll nach Angaben von Polizeipräsident Bereswill geprüft werden, ob ihm die Polizeikosten auferlegt werden können und er an den Gesamteinsatzkosten beteiligt werden kann.

14.36 Uhr: Polizeichef Berewill sagt, dass sich eine Person, die nicht ihre Wohnung verlassen wollte, noch immer in Polizeigewahrsam befindet. Sie werde erkennungsdienstlich behandelt. Es werde geprüft, ob sie in das Sperrgebiet zurückkehren würde, wenn sie auf freien Fuß käme. Wenn ja, würde die Person einem Richter vorgeführt, der dann über eine längere Festsetzung entscheidet.

14.27 Uhr: Die Entschärfer beginnen mit der Entschärfung der Bombe. Die Sperrzone ist inzwischen menschenleer. Der Fundort ist dicht abgesperrt.

14.15 Uhr: Der Mann, der sich in Polizeigewahrsam befindet, weil er nicht seine Wohnung verlassen wollte, habe von der Feuerwehr mit einer Drehleiter über den Balkon aus der Wohnung geholt werden müssen, sagt Polizeipräsident Bereswill.

14.11 Uhr: Noch immer ist die Evakuierung nicht abgeschlossen. Polizeipräsident Gerhard Bereswil erwartet den Anruf über die Freigabe der Zone jeden Moment.

13.50 Uhr: Immer noch kreist ein Polizeihubschrauber mit einer Wärmebildkamera über dem Sperrgebiet, um Menschen in dem Gebiet zu suchen.

13:30 Uhr: Wegen der Leute in der Evakuierungszone ist immer noch unklar, wann die Entschärfung beginnt.

13.27 Uhr: Im Raum stehen Schadensersatzforderungen gegen die Leute, die noch in der Evakuierungszone sind. Über die Höhe will Jörg Bannach, Leiter des Ordnungsamtes, nicht spekulieren, "aber wir reden hier nicht von 300 Euro."

13.20 Uhr: In der Evakuierungszone gibt es eine Festnahme! Es ist ein Mann, der seine Wohnung nicht verlassen wollte. In zwei Häusern befinden sich immer noch etwa ein Dutzend Personen. Es soll sich nach Angaben des Polizeichefs um eher junge Leute handeln.

13.15 Uhr: Ries, Leiter der Feuerwehr, ist sauer, weil uneinsichtige Menschen, die nicht ihre Wohnung verlassen wollen, die Entschärfung der Weltkriegsbombe weiter verzögern. Er ist empört darüber, dass Einsatzkräfte in der Sperrzone auf Menschen treffen, die ihnen fröhlich vom Fenster zuwinken. Sie träfen auch auf renitente Menschen.  Es habe bereits eine Festnahme gegeben. "Ich kann nur hoffen, dass dies rechtliche Folgen hat", sagt Ries. "Wenn jemand am Fenster steht und winkt, ist das für mich  Vorsatz." Er sprach von einer Mischung aus "Ignoranz und Dummheit". Bevor nicht alle Menschen aus dem Sperrgebiet raus sind, könne die Entschärfungsaktion nicht beginnen. Auch in den sozialen Medien herrscht Empörung über uneinsichtige Menschen.

#Weltkriegsbombe .... wie unsolidarisch ihr doch seid!!! Zehntausende wollten heute noch im hellen nach hause... alte und kranke Leute

— koecke01 (@koecke01)

3. September 2017

12.58 Uhr: Die Polizei meldet per Twitter, dass die U-Bahnlinie U5 ab sofort nicht mehr fährt - allerdings nur im nördlichen Bereich. Die Linie fährt vom Hauptbahnhof bis Konstablerwache..

12.54 Uhr: Die Polizei hat in der Eschersheimer Landstraße Bewohner eines Hauses gesichtet, die aus dem Fenster schauen. Das Haus liegt in der Sperrzone. Solche Zwischenfälle verzögern die Entschärfung weiter.

12.50 Uhr: Die Frankfurter Feuerwehr meldet per Twitter, dass immer noch hilfsbedürftige Menschen aus der Gefahrenzone gebracht werden müssen.

12.45 Uhr: Oberbürgermeister Peter Feldmann sagt: "Frankfurt rückt an diesem Tag enger zusammen."

12.40 Uhr: Die Feuerwehr twittert, dass sich die Entschärfung weiter verzögert, weil sich noch Personen in Wohnungen befinden, die sich weigern, diese zu verlassen.

Es befinden sich noch Personen in Wohnungen , die diese nicht verlassen wollen. Einige Transporte durch Hilfskräfte sind offen. 1/2

— Feuerwehr Frankfurt (@feuerwehrffm)

3. September 2017

12.30 Uhr: Zwischenbilanz Polizeipräsident Gerhard Bereswill: Polizei musste in knapp 50 Fällen bei der Evakuierung nachhelfen. Die Leute wussten teils nicht Bescheid oder wollten nicht gehen. Sie wurden von den Beamten aus der Evakuierungszone gebracht.

12.25 Uhr: Warten im Pressezentrum bei der Feuerwehr.  Aber es gibt leckere Gulaschsuppe. Uns geht es gut.

12.20 Uhr: Noch immer läuft die Evakuierung. Die Feuerwehr transportiert noch behinderte Menschen aus der Sicherheitszone. Polizeipräsident Gerhard Bereswill rechnet damit, dass die Entschärfung gehen 13 Uhr beginnt.

12.19 Uhr: Auch das Architekturmuseum hat bereits seit acht Uhr geöffnet. Um 11.20 Uhr sind 217 Besucher verzeichnet. „Die Leute standen um acht schon vor der Tür“, sagt Milan Dejanov vom Sicherheitspersonal. Im Keller des Museums sitzen derweil Kinder bei einem Bauworkshop. Flieger und Wurfsterne werden gebastelt. Der zehnjährige Johannes aus dem Stadtteil Dornbusch ist bereits um vier Uhr aufgestanden. „Damit wir rechtzeitig rauskommen, obwohl wir immer so immens trödeln“, sagt er. Aber die Zeit war passend eingeteilt, die Familie hat frühzeitig das Sperrgebiet verlassen und konnte auch früh losfahren. „Wir wollten nicht im Stau stehen“, erzählt er. Die zwölfjährige Rosa hat dagegen ausschlafen können. Obwohl sie im Evakuierungsbereich wohnt. „Wir sind gestern Abend in ein Hotel gegangen“, sagt sie.

12.14 Uhr: Im Filmmuseum sei der Andrang am Morgen groß gewesen, erzählt Marie Brüggemann von der Presseabteilung im Foyer am Schaumainkai. Das Museum hatte bereits um acht statt wie üblich um zehn geöffnet. Bis um elf waren mehr als 200 Besucher gekommen. „Das Café war am Morgen voll, mit so vielen hatten wir gar nicht gerechnet“, sagt Brüggemann. Die Kollegin im Café sei ganz schön am Routieren gewesen. Für das Museum sei die Evakuierung durchaus positiv. „Es kommen Leute, die seit 20 Jahren nicht da waren oder noch nie“, sagt Brüggemann. „So rufen wir uns mal wieder auf den Bildschirm.“ Und in der Tat: Familie Peper ist gekommen, „weil wir schon immer mal kommen wollten und es jetzt eine gute Gelegenheit ist“, sagt Jan Peper. Und auch noch eine kostenlose Gelegenheit. Die fünfköpfige Familie hat sich bei Freunden in Sachsenhausen schon gestern einquartiert. „Nun gehen wir ins Museum, mal am Mainufer spazieren – wir fühlen uns wie Touristen in der eigenen Stadt“, sagt Peper. Seine Frau Rosi hat nicht nur Windeln und Essen für den einjährigen Sohn eingepackt, sondern auch Stammbuch, Geburtsurkunden und Impfpässe. Und der zehnjährige Sohn hat in seiner Tasche Matschbox-Autos und sein Nintendo verstaut.

12.10 Uhr: Der Beginn der Bombenentschärfung verzögert sich weiter. Sie wird jetzt wohl erst gegen 12.30 Uhr beginnen, weil noch Menschen weggebracht werden müssen, die selbst nicht in der Lage sind, das Sperrgebiet eigenständig zu verlassen.

11.50 Uhr: Nachricht aus dem Lagezentrum: Um 12.05 Uhr soll die Bombenentschärfung beginnen.

Der Führungsstab hat die Lage im Griff. Wir liegen im Plan. #Weltkriegsbombe #Evakuierung pic.twitter.com/kZN9a3tZtF

— Feuerwehr Frankfurt (@feuerwehrffm)

3. September 2017

11.45 Uhr: Der Homburger Hof hat sich die Entschärfung der Weltkriegsbombe zunutze gemacht. Die Gaststätte an der Engelthaler Straße in Eckenheim bietet ihren Gästen schon seit 7 Uhr Bembel-Kegeln. Eigentlich öffnet das Lokal sonntags erst um 11.30 Uhr. "Wir wollen Leuten die Möglichkeit geben, hier ihre Zeit zu verbringen", sagt Inhaber Andreas Kimmel. Rund 20 Menschen seien bereits zum Frühstück erschienen. "Die Stimmung ist gut." Und bleibt es auch weiter. "Bis die Bombe entschärft und die Sperrungen aufgehoben sind, sind wir hier."

11.36 Uhr:  Im Intercity von Münster nach Frankfurt machen Reisende, die am Main umsteigen, sich Gedanken über ihre Anschlüsse. "Ich habe extra nachgeschaut : Der Hauptbahnhof liegt außerhalb der Sperrzone", versucht eine junge Frau ihre Mitreisenden zu beruhigen. "Aber voll wird es sicher sein.". "Ach", meint eine Frankfurterin, "das ist es dort immer. Ob mit oder ohne Bombe."

11.30 Uhr: Die Polizei meldet, dass 12 der 15 Sektoren im Sperrgebiet durchkämmt und menschenleer sind.

11.20 Uhr: An der Weltkriegsbombe müssen drei Zünder entschärft werden. Wenn dies erfolgreich geschieht, wird sie unter Polizeischutz nach Norden aus der Stadt gebracht, sagte Reinhard Ries, Direktor der Branddirektion, bereits am Freitag.  Sie werde dann außerhalb Hessens von Spezialisten auseinandergenommen und entsorgt. Da sich in der Bombe so viel Sprengstoff befindet, wird sie in einen Zersägebetrieb gebracht, sagt Sprengmeister René Bennert. Dort werde der Sprengstoff in mehreren Teilen verbrannt.

11.09 Uhr: Die Frankfurter Feuerwehr meldet per Twitter: "1100 Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen und der Feuerwehren seien zurzeit im Einsatz. Die letzten Fahrten von Anwohnern, die auf Transport angewiesen waren, laufen. Alles läuft nach Plan."

11 Uhr: Frankfurter bedanken sich bei den Einsatzkräften für ihre Arbeit. Auf Twitter ist viel Lob zu sehen. Auch Oberbürgermeister Peter Feldmann ist voll des Lobes. Aber nicht nur für die Einsatzkräfte, sondern auch für die Frankfurter, die trotz der Evakuierung große Gelassenheit zeigten.

Liebe @Polizei_Ffm @feuerwehrffm #kampfmittelräumdienst und weitere Helfer, Ihr macht einen tollen Job. DANKE! #Weltkriegsbombe #Evakuierung

— Tom Dapp (@TomDapp)

3. September 2017

10.55 Uhr: Im Café Kante am Merianplatz, nur ein paar hindert Meter vom Evakuierungsgebiet entfernt, ist an diesem Sonntag noch mehr los als sonst. Schon am Freitag und Samstag hat das Telefon nicht aufgehört zu klingeln, erzählt die Bedienung. Zwei Fragen mussten sie im Viertelstundentakt beantworten. Erstens: Kann ich einen Tisch reservieren? Zweitens: Habt ihr W-Lan? Die Antwort: Nein und Nein. Irgendwann hatte jemand von der Belegschaft genug, ging ans Telefon und meldete sich mit "Notunterkunft Kante". Das Gespräch war schnell vorbei.

10.40 Uhr: Polizeipräsident Gerhard Bereswill zeigt sich zuversichtlich, dass die Entschärfung der Weltkriegsbombe um 12 Uhr beginnen kann. Nach seinen Angaben sind Polizisten zurzeit dabei, das Sperrgebiet zu durchkämmen. Die Sperrzone sei dazu in 15 Sektoren eingeteilt worden. Wenn alle Sektoren menschenfrei seien, werde noch einmal der Polizeihubschrauber eingesetzt, um nochmals sicher zu gehen, dass sich kein Mensch mehr in dem Gebiet befindet.  Bereswill sagt, die Einsatzkräfte träfen nur noch sehr wenige Menschen an. Die meisten hätten nicht mitbekommen, dass sie das Gebiet räumen müssen. Es gebe aber auch Menschen, die sich der Evakuierung verweigerten. Diese seien von Beamten aus dem Sperrgebiet hinausbegleitet worden.

10.30 Uhr: Das Wetter wird besser. Der Nebel hat sich gelichtet. Ein Polizeihubschrauber steigt in Egelsbach (Kreis Offenbach) in die Luft, um mit der Wärmekamera zu überprüfen, ob sich noch Menschen im Sperrgebiet in Häusern befinden.

10.24 Uhr: Bei Musiker und Oberbürgermeisterkandidat Shantel ist die Wohnung in der Peterstraße voll. Er hatte per Facebook zum Evakuierungsfrühstück eingeladen. "Wir bringen die Bürger zusammen, verbrüdern die Stadtteile - denn wenn eine Weltkriegsbombe in dieser Weltstadt entschärft wird, dann ist es nicht damit getan, die Leute nur zu evakuieren", sagt Shantel. Bei ihm gibt es Kaffee und Croissant, "die Türen sind offen", sagt er. Und der HR ist auch da, sendet gerade live aus der Küche.

10.15 Uhr: Twitter-User nehmen die Evakuierung mit Humor. Einige ziehen dabei auch Schlüsse auf das größere Weltgeschehen, wie dieser Tweet beweist.

Bei der Entschärfung der #Weltkriegsbombe können heute rechtsradikale Frankfurter Erfahrungen als Flüchtlinge sammeln. ? #Refugees #Sarcasm

— ? Summer Rose ? (@SummerRoseDream)

3. September 2017

10 Uhr: Die Polizeihubschrauber können wegen des Nebels noch immer nicht in die Luft gehen und mit Wärmekameras überprüfen, ob sich noch Menschen in den Häusern im Sperrgebiet befinden. Zurzeit gehen Polizisten von Haus zu Haus und klingeln, um abzuklären, ob sich Menschen in den Wohnungen befinden. Wie Markus Röck, Sprecher der Feuerwehr, sagt, befinden sich teilweise noch Menschen in Häusern, weil sie weder durch Nachbarn noch durch Medien erfahren haben, dass eine Bombe entschärft werden muss. Es gebe aber auch Menschen, die sich weigerten, ihre Häuser oder Wohnungen zu verlassen. Diesen drohe Zwangsmaßnahmen.

9.54 Uhr:  Polizisten durchsuchen gerade das Nordend, klingeln an jeder Tür. Vor dem Hotel Aria an der Eckenheimer Landstraße stehen zahlreiche Beamte. "Das Hotel ist noch komplett belegt", sagt ein Polizisten. Es liege zwar direkt an der Grenze der Evakuierungszone, aber eben noch innerhalb. Die Hotelgäste werden aufgefordert, das Haus zu verlassen. Um die Ecke fordert die Polizei zur gleichen Zeit per Lautsprecher einen Bewohner auf, das Haus zu verlassen. "Da ist noch jemand drin, der nicht gehen will", erklärt ein Beamter. Nicht das erste Mal heute, dass jemand nicht herauskommen will. "Es geht nicht so schnell, wie man sich das erhofft."

9.46 Uhr: Trotz des Lobs der Feuerwehr: Die Frankfurter Polizei weist noch einmal daraufhin, dass eine Allgemeinverfügung zur Evakuierung den Ordnungskräfte eine Handhabe gegen Menschen gebe, die sich weigern, das Sperrgebiet zu verlassen. Wohnungen könnten zwangsgeräumt werden.

9.45 Uhr: Viele Institutionen in der Stadt bieten den Evakuierten Hilfe an. In den städtischen Museen ist der Eintritt kostenfrei, auch viele nicht-städtische Museen haben sich dem Angebot angeschlossen.. Der Kinderschutzbund öffnet den Eltern-Kind-Treff am Günthersburgpark, Comeniusstraße 37) für Familien mit Kindern bis drei Jahre von 8 bis 19 Uhr. Auch Vereine und die Kirchen machen Angebote. Wie ein Tweet des Filmmuseums zeigt, werden diese Angebote gut angenommen.

100 Besucher/innen am Sonntagmorgen um 9.15 Uhr. Hat irgendwo eine #Evakuierung stattgefunden?! #bombenentschaerfung #ffmbombe #kulturflucht

— Deutsches Filmmuseum (@filmmuseum_ffm)

3. September 2017

9.25 Uhr: Beste Stimmung bei der Frankfurter Feuerwehr. Die Evakuierung des Sperrgebiets läuft gut. Von den Einsatzkräften gibt es ein erstes Dankeschön.

Aktuell keine Verzögerungen bei der Evakuierung: Danke #Frankfurt! ? Ihr seid die Besten! #Weltkriegsbombe #Frankfurt pic.twitter.com/aY1k9qvdMU

— Polizei Frankfurt (@Polizei_Ffm)

3. September 2017

9.15 Uhr: Die Einsatzkräfte sind mit dem bisherigen Verlauf der Evakuierung des Sperrgebiets zufrieden: "Die Menschen verlassen zügig das Gebiet", sagt Reinhard Ries, Chef der Frankfurter Berufsfeuerwehr. Bis gegen 11 Uhr sollen noch Menschen aus der Sperrzone gebracht werden, die die Sperrzone nicht selbst verlassen können.

9.15 Uhr: Auf der Berger Straße sind in den Cafés zwar Gäste, "aber auch nicht mehr als sonst", sagt die Bedienung im "Mirador". "Wir merken nichts davon, dass die Leute das Haus verlassen mussten." Ein Bombengeschäft ist derzeit also nicht in Sicht.

9.10 Uhr: Um kurz vor neun verlassen noch Leute das Sperrgebiet. "Ist ja erst um zwölf, die Entschärfung", sagt eine Frau. "Außerdem macht das Café, in das wir wollen, erst um neun auf." Die Anwohnerin, die um acht erstmal duschen wollte, verlässt mit ihrem Sohn gegen Viertel vor neun die Wohnung. Außerhalb der Sperrzone fällt Ihnen auf: Sie haben die Autoschlüssel vergessen. Die Polizistin ist nett und lässt sie sie holen.

8.50 Uhr: Mit Hubschraubern mit Wärmebildkameras wollte die Polizei kontrollieren, ob alle Menschen die Sperrzone verlassen haben. Aber die Helikopter können derzeit nicht starten. Es ist zu neblig.

8.47 Uhr: Nach Angaben der Feuerwehr läuft jetzt die Evakuierung von Personen, die nicht eigenständig ihre Wohnungen im Sperrgebiet verlassen können.

8.45 Uhr: Die Feuerwehr verweist noch einmal daraufhin, dass der ärztliche Bereitschaftsdienst trotz der Räumung des Bürgerhospitals weiter besteht. Wer ärztliche Hilfe benötigt, sollte sich an die Rufnummer 116117 wenden.

8.40 Uhr: Zu diesem Zeitpunkt fahren immer noch viele Autos über die Raimundstraße aus der Zone. Es gibt großen Diskussionsbedarf. Die Leute sind teilweise erfrischend schlecht informiert. Eine Frau war nur kurz Brötchen holen und durfte dann nicht mehr in die Zone. Einer, der offenbar außerhalb der Zone wohnt, wollte sein in der Zone geparktes Auto holen und durfte nicht rein. Ein junges Pärchen, das aus der Stefan-Zweig-Straße (vor der Zone) rausfährt, fragt die zwei städtischen Verkehrspolizisten an der Absperrung, ob sie nach Mainz fahren dürften. Schon leicht genervte Antwort: Fahren Sie, wohin Sie wollen. Ein schwer bepackter Radfahrer versucht hartnäckig, in die Zone zu kommen. Taucht zwei mal wieder am Sperrpunkt Raimundstraße auf, weil er wohl auch an anderen Punkten abgewiesen wurde.

8.36 Uhr: Einwohner der Sperrzone hatten im Vorfeld die Angst geäußert, dass in ihrer Abwesenheit Einbrecher in ihre Häuser oder Wohnungen eindringen könnten. Die Polizei sagt dazu, dass der Objektschutz in der Sperrzone bereits am Samstagabend verstärkt worden sei. Polizisten würden am Sonntag als letzte das Sperrgebiet als letzte verlassen und in großer Zahl am Rande dieses absichern, damit niemand den Bereich betreten könne.

8.30 Uhr: In den Messehallen können sich Gestrandete stärken und mit Brettspielen die Zeit verbringen. Darüber hinaus gibt es Feldbetten. Auf einem Beamer soll ein Live-Ticker zur Bombenentschärfung zu sehen sein. Vier Hilfsorganisationen, die Freiwillige Feuerwehr und die Notfallseelsorge stemmen das Angebot.

8.30 Uhr: Bewohner der Sperrzone bedanken sich für den Einsatz bei der Polizei:

Wir hätten dann mal was dagelassen. #Weltkriegsbombe #evakuierung @Polizei_Ffm pic.twitter.com/Cp5m9srYbT

— Astrid M (@Astrid_FFM)

3. September 2017

8.28 Uhr: Vereinzelt verlassen Menschen noch die Sperrzone. Manche wundern sich, dass es zumindest im Randbereich des Sperrbezirks keine Durchsagen gegeben hat. "Ich dachte, die laufen mit Megaphonen herum und werfen uns aus dem Bett", sagt ein Mann. Die Polizistin an einer der Sperren lässt ein Paar auf einem Motorroller nochmal ins Sperrgebiet: Man muss nochmal kurz in die Wohnung, hat was vergessen.

8.22 Uhr: Die Stadtpolizei ist inzwischen in der Wielandstraße eingetroffen. Eine Anwohnerin ist gerade auf dem Weg in die Glauburgstraße: Dort hatten Bewohner über Facebook die Nachbarschaft zum Frühstücken eingeladen. Sie hat ein wenig "Angst, dass die Mitbürger in den Wohnungen bleiben, alles verzögern und ich eventuell doch irgendwo übernachten muss". Geld hat sie deswegen eingesteckt, sonst aber nichts besonderes mitgenommen.

8.15 Uhr: Die Entschärfung der Bombe ist nicht ohne Risiko. Nach Angaben von Sprengmeister René Bennert, der nach eigenen Angaben bei der Entschärfung "den Hut aufhat", handelt es sich bei ihr um eine Druckbombe. Sollte sie explodieren, wäre allein die Druckwelle so groß, dass sie in der Sperrzone Scheiben bersten ließe. Gefährlich seien aber auch die passiven Splitter. Die Druckwelle reiße alles mit sich, so dass es gefährliche Geschosse geben könne.

8 Uhr: Wenn es alles nach Plan läuft, müsste die Polizei jetzt die Sperrzone hermetisch abgeriegelt haben.  Dann müssten die Kontrollen der Einsatzkräfte beginnen, ob sich in der verbotenen Zone noch jemand aufhält. Die Polizei will dabei auch Hubschrauber mit Wärmebildkameras einsetzen, um Menschen aufspüren zu können.

8 Uhr: Langsam sind mehr Menschen auf der Straße zu sehen. Anwohner Uwe Lutz und Sohn Adrian machen sich mit dem Fahrrad auf dem Weg. Raus aus der Sperrzone, in die Wohnung von Freunden geht es. "Viele sind schon gestern und heute Nacht gegangen", erzählt Lutz. Am Abend und zwischen drei und vier Uhr sei viel Verkehr durchs offene Fenster zu hören gewesen. "Ich hab aber schon mit mehr Leuten gerechnet, die jetzt das Haus verlassen", sagt er. "Mehr mit einer Völkerwanderung." Von der ist aber nichts zu sehen. Die Anwohnerin, die vorhin erstmal einen Kaffee trinken wollte, steht wieder am Fenster. Nichts los, meint sie. Da gehe sie doch erstmal duschen.

8 Uhr: Familie Fritz fährt als einziges im Bus in Richtung Messehalle. Mit ihren Kindern Nico (fünf Jahre) und Victoria (zehn) wollen Ingo und Isabell erst in der Skyline Plaza frühstücken und dann entweder in die Lochmühle oder zum Flughafen.

8 Uhr: Beim Bockenheimer Bäcker am Rande der Sperrzone ist die Schlange um kurz nach 8 deutlich länger als normal. Das ganze Viertel frühstückt heute früher, scheint es.

7.55 Uhr: Die Polizei feuert die Bewohner der Sperrzone noch mal an, jetzt schnell ihre Wohnungen zu verlassen, damit sich der Beginn der Entschärfung der Bombe nicht verzögert: "Lasst uns zusammen den Einsatz Weltkriegsbombe erfolgreich meistern", twittert sie.

7.50 Uhr: Die Feuerwehr beruhigt Menschen in der Sperrzone, die sich nicht selbst evakuieren können und sich für einen Abtransport gemeldet haben: Sie werden auch nach 8 Uhr noch abgeholt.

7.49 Uhr: Zeit für ein Foto. Die Busfahrer Hamit Bulahfa und Hassan Bouchtaoui warten auf Fahrgäste, die zur Messehalle wollen. Doch es scheint keiner mehr zu kommen. "Wir haben mit mehr Andrang gerechnet", sagt Bulahfa. "Aber besser so als andersherum."

7.45 Uhr: In 15 Minuten müssen die Bewohner der Sperrzone ihre Wohnungen verlassen haben. Dann beginnt die Polizei mit der Kontrolle des Gebiets. Wer sich weigert, seine Wohnung zu verlassen, dem drohen Zwangsmaßnahmen, die je nach Einzelfall von einem Platzverweis bis zu einem Aufenthalt in Polizeigewahrsam gehen können.

7.35 Uhr: Edith Wagner aus der Hansaallee fährt zu ihrer Tochter auf den Riedberg. Sie hat nur das Nötigste dabei, wie sie sagt. "Man braucht ja auch was für die Nacht."

7.40 Uhr: Die Experten vom Kampfmittelräumdienst sind zuversichtlich, dass sie die Weltkriegsbombe entschärfen können. Die Einsatzkräfte sind aber auch auf ein Worst-Case-Szenario vorbereitet. Für diesen Fall gäbe es Pläne, hat Reinhard Ries, Direktor der Branddirektion, bereits am Freitag gesagt. „Die Menschen werden auch dann nicht allein gelassen.“

7.30 Uhr: Auch die zahlreichen Hilfsdienste leisten ganze Arbeit. Im Gegensatz zu Normalbürgern dürfen sie die Polizeisperre noch passieren.

7.30 Uhr: Bei der Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die nach bisherigem Zeitplan ab 12 Uhr entschärft werden soll, handelt es sich um eine britische Luftmine des Typs HC-4000. Der Sprengkörper enthält 1400 Kilogramm TNT.

7.20 Uhr: Die Entschärfung der Weltkriegsbombe hat erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr. S-Bahnen werden tagsüber ungehindert fahren. Aber der Verkehr der U-Bahnen ist eingeschränkt. Infos sind am RMV-Service-Telefon 069/24248024 erhältlich.

7.16 Uhr: Eine Anwohnerin steckt im Nordend den Kopf aus der Haustür. Sie will nur mal gucken. Das Haus verlassen? "Jetzt doch noch nicht, so verrückt sind wir nicht."

7.10 Uhr: Ein Motorrad-Polizist versperrt die Zufahrt in die Hansallee in Richtung Uni. Noch weniger als fünf Stunden bis zur Entschärfung der Bombe.

7.05 Uhr: Unweit des Bombenfundorts am Unicampus Westend formieren sich Polizei und die Einsatzleitung der VGF.

7.02 Uhr: Um kurz nach sieben verlässt ein Mann das Haus in der Wielandstraße. Mit Rucksack und Hund. Es geht nach Unterliederbach, in die Wohnung einer Bekannten. "Ich nehme jetzt ein Taxi, ich will dem Hund nicht die Bahnfahrt zumuten." Im Erdgeschoss geht derweil der Rollladen hoch. Die Anwohnerin gähnt und sagt: "Das geht hier erst später los, die gehen alle erst um acht." Sie will jetzt erstmal noch entspannen. "Und einen Kaffee trinken."

7 Uhr: Im Nordend, dort, wo der Sperrbezirk schon fast endet, hat man offenbar beschlossen, zu schlafen, so lange es geht. Auch um kurz vor sieben ist es immer noch ruhig, sind keine Menschen auf der Straße. An der Lenaustraße sind vereinzelt Sperren aufgestellt, etwa an Koselstraße und Wielandstraße. Dort endet die Gefahrenzone.

6.45 Uhr: Die Feuerwehr Frankfurt meldet per Twitter, dass der Transport von 500 Menschen aus Alten- und Pflegeheimen begonnen hat. Zuerst werden danach die Personen abtransportiert, die einen erhöhten Pflegebedarf haben.  Für Menschen, die sich nicht selbst versorgen können, haben die Einsatzkräfte zwei Hallen auf dem Messegelände als Notunterkünfte eingerichtet: die Jahrhunderthalle und die ehemalige Ballsporthalle. Dort gibt es Platz für 6500 Menschen. Notfalls können noch weitere Hallen geöffnet werden.

6.40 Uhr: Eine Kolonne an VGF-Bussen rollt an, um die Menschen in Notunterkünfte zu transportieren.

6.30 Uhr:  Wartende an der Bushaltestelle Plieningerstraße

6.21 Uhr: Im Nordend ist es um Viertel nach sechs wie jeden Sonntag: ruhig. Die Straßen im gesperrten Bezirk sind menschenleer, auch in den Wohnungen sind die Lichter noch ausgeschaltet.

6.20: An der Eschersheimer Landstraße, Ecke Hansaallee wartet ein blauer Kleinwagen an der Ampel. Der Kofferraum ist so voll beladen, dass er offen steht. Eine Kurzreise bietet sich heute ja auch an, um dem ganzen Trubel aus dem Weg zu fahren.

6.12: Noch immer spenden Skyline und Straßenbeleuchtung das meiste Licht.

5 Uhr: Der Führungsstab der Feuerwehr ist seit 5 Uhr mit voller Besetzung im Einsatz, wie die Feuerwehr Frankfurt twittert.

Ich bin dann mal evakuiert.#Weltkriegsbombe #frankfurt #Evakuierung pic.twitter.com/raWzWrpbNc

— Dexterella (@Maiduna)

2. September 2017

Sonntag, 5.50: Die größte Evakuierung in der Geschichte der Bundesrepublik steuert ihrem Höhepunkt entgegen. Noch zehn Minuten, dann sind mehr als 60.000 Frankfurter dazu aufgerufen, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Die Eschersheimer Landstraße, Ecke Holzhausenstraße ist noch menschenleer. In den allermeisten Haushalten brennen noch keine Lichter.

22.28 Uhr: Ab Sonntagmorgen können Sie hier die neusten Entwicklungen rund um die Evakuierung der Sperrzone und die Entschärfung der Bombe lesen.

22.05 Uhr: Zur Erinnerung noch mal der Zeitplan: Am Sonntagmorgen um 06.00 Uhr beginnt die Evakuierung der Sperrzone. Um 08.00 Uhr sollen die rund 60.000 Anwohner ihre Häuser verlassen haben. Dann soll die Entschärfung der Bombe stattfinden. Am Sonntagabend soll die Sperrzone wieder freigegeben werden.

21.35 Uhr: Bereits seit Freitagabend ist die Raststätte Taunusblick an der A5 gesperrt. Dort richtet die Polizei eine Sammelstelle für ihre Einsatzkräfte ein.

21.30 Uhr: Anwohner denken über eine mögliche Freizeitbeschäftigung nach.

Hier müssen alle am Sonntag raus. #Weltkriegsbombe. Wann macht eigentlich das Weinfest auf der Fressgass auf? #frankfurt pic.twitter.com/DxHcvvmAfK

— Ralph Lange (@savange99)

31. August 2017

16.06 Uhr: Von der größten Geburtsstation Hessens im Frankfurter Bürgerhospital wurde am Samstag das letzte Baby verlegt, wie Steffen Kunzmann, Chefarzt der Neonatologie, sagte. „Die Solidarität der umliegenden Kliniken ist fantastisch. Alle haben sofort ihre Unterstützung angeboten“, erklärte Kunzmann. Insgesamt waren 20 Babys betroffen.

16.03 Uhr: „In den Kliniken sind wir in den letzten Zügen. Die Evakuierung der Altenheime wird noch länger dauern“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Nachmittag. Auch am Sonntagmorgen hätten die Einsatzkräfte damit sicherlich noch zu tun. Wie viele Heimbewohner insgesamt von der Maßnahme betroffen sind, konnte der Sprecher nicht sagen.

14.25 Uhr: Die Feuerwehr hat alles im Griff, die Evakuierung der Krankenhäuser ist in vollem Gange.

Die Evakuierung der Krankenhäuser läuft. #weltkriegsbombe pic.twitter.com/1sWZr7CvlQ

— Feuerwehr Frankfurt (@feuerwehrffm)

2. September 2017

12.49 Uhr: Auf der Nibelungenallee bildeten Rettungswagen vor dem Bürgerhospital eine lange Warteschlange, bevor sie auf den Klinikhof fahren und Patienten übernehmen konnten. Bis 18 Uhr sollte die Maßnahme abgeschlossen sein. „Dann würden wir hier sozusagen gerne die Kette vorlegen und abschließen“, sagte Wolfgang Heyl, Geschäftsführer des Bürgerhospitals. 

11.56 Uhr: „Bei der Verlegung ist wichtig, dass alle Patienten, nicht nur die Neugeborenen, auf dem Niveau weiterbehandelt werden können, auf dem sie auch im Bürgerhospital behandelt werden“, sagte Uwe Schweigkofler. Der Leitende Arzt des Notfall- und Rettungsteams der Frankfurter Unfallklinik, in die ein Großteil der erwachsenen Patienten verlegt wird, leitet die Evakuierung des Bürgerhospitals. Am Samstag mussten aus dem 320-Betten-Haus laut Klinikangaben etwas mehr als 100 Patienten verlegt werden. Bis 18 Uhr sollte die Maßnahme abgeschlossen sein.

11.56 Uhr: Die Evakuierung des Frankfurter Bürgerhospitals ist am Samstag fortgesetzt worden. Von der größten Geburtsstation Hessens wurde das letzte Baby verlegt, wie Steffen Kunzmann, Chefarzt der Neonatologie, am Vormittag sagte. Bereits seit Donnerstag seien wegen der Entschärfung einer Weltkriegsbombe am Sonntag nach und nach Neugeborene wegtransportiert worden. „Die Solidarität der umliegenden Kliniken ist fantastisch. Alle haben sofort ihre Unterstützung angeboten“, erklärte Kunzmann. Insgesamt waren 20 Babys betroffen.

10.24 Uhr: Einen Tag vor der Entschärfung einer Weltkriegsbombe in Frankfurt ist in der Bankenstadt die größte Evakuierung in der Geschichte der Bundesrepublik angelaufen. Patienten aus zwei Krankenhäusern in der Sperrzone wurden am Samstag verlegt, wie Sprecher von Polizei und Feuerwehr berichteten. „Bislang gab es keine Probleme“, sagte ein Polizeisprecher. Außer den beiden Krankenhäusern müssen noch zehn Altenheime geräumt werden.

10.24 Uhr: Wegen der Entschärfung einer am Universitäts-Campus Westend entdeckten Luftmine müssen am Sonntag mehr als 60.000 Bürger ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Damit Einbrecher und andere Kriminelle das nicht ausnutzen können, will die Polizei bereits am Samstag mit mehr Kräften als sonst in den betroffenen Stadtteilen unterwegs sein. (dpa/FR)

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