+
Vor dem Prozess gegen G20 Aktivisten protestieren mehrere hundert Menschen auf der Zeil.

Protest in Frankfurt

Demo in Frankfurt gegen G20-Prozess

  • schließen

150 Anhänger der linken Szene protestieren in Frankfurt für fünf junge Männer aus Hessen, die sich in Hamburg vor Gericht wegen möglicher Straftaten während der G20-Proteste verantworten müssen.

Man beäugt sich an diesem Donnerstagabend skeptisch auf der Straße vor dem ehemaligen Polizeigewahrsam Klapperfeld. Auf der einen Seite rund 150 Anhänger der linksradikalen Szene, die an diesem Abend zu einer Solidaritäts-Demonstration für fünf junge Männer zusammen gekommen sind, denen ab dem 18. Dezember in Hamburg der Prozess gemacht werden soll. Den Angeklagten werden Straftaten während der G20-Proteste im Juli 2017 vorgeworfen. Vier von ihnen stammen aus Hessen. 

Auf der anderen Seite wohl in etwa genau so viele Polizisten, von denen viele in den Seitenstraßen Position beziehen. Man beäugt sich, spricht aber nicht miteinander. Dafür umso mehr übereinander. Während zwei Polizeibeamtinnen über Funk die geplante Route des Protestzugs durchgeben, erinnern die Redner bei der Auftaktkundgebung daran, dass man von „den Bullen“ vieles zu erwarten habe, aber kaum Solidarität oder Verständnis. „Wir sind nicht alle, es fehlen die Gefangenen“, hallt es gegen 18.15 Uhr durch das Gerichtsviertel. Dann setzt sich der Demozug in Gang und zieht über die Konstablerwache und die Berliner Straße bis zur Hauptwache. 

Protest in Frankfurt verläuft friedlich

Der anstehende Prozess ist das Hauptthema des Abends. Im Juni 2018 waren vier hessische G20-Demonstranten in Frankfurt und Offenbach verhaftet worden. Ihnen wird vorgeworfen, sich am 7. Juli 2017 an den Krawallen in der Hamburger Elbchausee beteiligt zu haben, bei denen zahlreiche Fahrzeuge in Flammen aufgingen. Zwei der im Rhein-Main-Gebiet Festgenommenen, sitzen nach wie vor in Untersuchungshaft. Die zuständige Staatsanwaltschaft geht von einer erhöhten Fluchtgefahr aus. Ein Umstand, der von einer Rednerin während des Demonstrationszuges als „Farce“ bezeichnet wird.

Doch der Hamburger G20-Prozess ist nicht das einzige Thema, dass die linken Demonstranten umtreibt. Die Diskussion über ein mögliches Verbot des Vereins „Rote Hilfe“, das bereits verhängte Verbot gegen die Medienplattform „linksunten.indymedia“, immer neue Polizeigesetze - für die Demonstranten Anzeichen einer „massiven Welle der Repression als Teil einer Faschisierung der Gesellschaft“, wie es eine Rednerin formuliert. 

Und dann sind da noch die fünf Beamten des 1. Frankfurt Polizeireviers, die suspendiert wurde, weil sie in einer internen Chatgruppe rassistische Inhalte geteilt haben sollen. Als in einer Rede an diesen Anfang der Woche bekannt gewordenen Fall erinnert wird, quittieren die Demonstrationsteilnehmer dies mit „Deutsche Polizisten - Mörder und Faschisten“-Sprechchören. 

Die Polizei reagiert an diesem Abend auf derartige Angriffe nicht. Und die Demonstrationsteilnehmer halten Abstand – bis zum Ende. Der Protest verläuft friedlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare