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Die Werksfeuerwehr war gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr im Einsatz, um den Störfall zu beheben.

Frankfurt-Fechenheim

Chemie-Alarm in Fechenheim

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Auf dem Gelände des Unternehmens Allessa tritt rauchende Schwefelsäure aus und zieht in Richtung des Stadtteils. Die Polizei sperrt Werk und umliegende Straßen ab.

Am gestrigen Montagvormittag ist es im Werk des Chemieunternehmens Allessa in Fechenheim zu einem Unfall gekommen. Ein Sirenenalarm wies die Anwohner im Stadtteil auf die mögliche Gefahr hin. Das Unternehmen warnte in einer Mitteilung vor einer Stoffwolke, die in Richtung Fechenheim zog. Zunächst war die Art des Stoffes unklar. Das Unternehmen teilte später mit, dass es sich bei dem ausgetretenen Stoff um Oleum (rauchende Schwefelsäure) handelte – eine Lösung aus Schwefeltrioxid und Schwefelsäure.

Nach Angaben von Allessa war es gegen 11.15 Uhr zu dem Vorfall auf dem Werksgelände gekommen. Die genaue Ursache konnte gestern noch nicht genannt werden. Bekannt ist jedoch, dass sich der Unfall in einem Tanklager ereignete. Oleum werde zur Herstellung eines Zwischenproduktes benötigt und an das Werk angeliefert, teilte die Werkssicherheit auf Nachfrage der FR mit. Bei der Übernahme aus einem Kesselwagen ins Lager sei es zu dem Austritt gekommen.

Oleum ist ein stark ätzender Stoff, aus dem Schwefeltrioxiddämpfe entweichen können, die zu Atemwegsreizungen führen können. Deshalb wurden die Anwohner sicherheitshalber dazu aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Personen, die sich im Freien aufhielten, wurde geraten, ein Gebäude aufzusuchen. Auch Lüftungs- und Klimaanlagen sollten vorsichtshalber abgeschaltet werden.

Die Polizei sperrte das Werksgelände weiträumig ab. Zwischenzeitlich war die Hanauer Landstraße zwischen Hugo-Junkers-Straße, Casellastraße und Mainkur beidseitig gesperrt. Auch der Straßenbahnverkehr in diesem Bereich wurde für die Einsatzdauer vorübergehend ausgesetzt.

Die Werksfeuerwehr war zuerst am Unfallort und forderte zusätzliche Hilfe durch die Berufsfeuerwehr an. Diese rückte mit 60 Kräften nach Fechenheim aus, wobei nur etwa 30 im Einsatz waren, wie ein Sprecher sagte. Die Einsatzkräfte erzeugten Wassernebel, um die austretenden Dämpfe niederzuschlagen. Das kontaminierte Wasser wurde in Rückhaltebecken zur Aufbereitung gesammelt, die es in der Industrieanlage gibt, so die Feuerwehr weiter.

Als die Messungen an verschiedenen Punkten außerhalb des Werksgeländes negativ ausfielen, gab die Feuerwehr Entwarnung und beendete gegen 15 Uhr ihren Einsatz. Verletzt wurde bei dem Zwischenfall niemand.

Im vergangenen November war es im Industriepark Griesheim zu einem Störfall mit Salzsäure gekommen. Damals waren in einem Container unbeabsichtigt Dämpfe entstanden und ausgetreten. Der Unfall ereignete sich auf dem Gelände des Unternehmens Weylchem, zu dem auch Allessa gehört. Verletzt wurde auch dort niemand.

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