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Weihnachtsbaum-Entsorgung in Frankfurt

Abschied vom Weihnachtsbaum

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Wegen der großen Brandgefahr rät die Frankfurter Feuerwehr, die „Gefahrenquelle“ Weihnachtsbaum schnell zu entsorgen.

Kaum ist die Besinnlichkeit vorbei, droht Gefahr. Weil die aber nicht immer präsent ist, warnt die Feuerwehr nun: „Wir weisen darauf hin, die Gefahren der trockenen Äste nicht zu unterschätzen.“ Deswegen rät die Wehr: „Schaffen Sie die die Gefahrenquelle aus der Wohnung und entsorgen Sie Ihren Tannenbaum möglichst zeitnah.“

Dass das nicht übertrieben ist, zeigen verschiedene Beispiele der vergangenen Tage. In mehreren Fällen gerieten Adventskränze oder Weihnachtsbäume in Brand. Am schlimmsten traf es eine Familie im Nordend. Bei einer Feierstunde geriet der Weihnachtsbaum durch echte Wachskerzen in Brand, zwei Senioren wurden dabei schwer verletzt und mussten ins Krankenhaus.

Der Sachschaden geht bei so einem Brand schnell in die Zehntausende. In Dreieich verursachte ein Brand, der durch Kerzen auf einem Adventskranz ausgelöst wurde, sogar eine Schadensbilanz von rund 100 000 Euro. Und auch in der Nacht zum Freitag musste die Feuerwehr wieder ausrücken, um einen lichterloh brennenden Adventskranz zu löschen - der stand in einem Mehrfamilienhaus in Groß-Umstadt (Kreis Darmstadt-Dieburg).

Die Gefahr kommt aber nicht nur daher, wo man sie vermutetet. In einer Wohnung in Kalbach ging ein mit einer elektrischen Lichterkette dekorierter Adventskranz in Flammen auf. Grund dafür war laut Polizei möglicherweise die Lichterkette. Die Ermittlungen in dem Fall sind aber noch nicht abgeschlossen.

Eine bessere Zukunft als Bäume, die verkohlt aus der Wohnung getragen werden, hat die Fichte, die während der Adventszeit den Frankfurter Römerberg geschmückt hat. Unter dem Motto „Ein alter Baum bekommt eine neue Aufgabe“ wird die AQA, eine gemeinnützige Ausbildungseinrichtung im Main-Kinzig-Kreis, einen Teil des Holzes der 80-jährigen Fichte verarbeiten. Die 18 Auszubildenden in der Holzwerkstatt werden dann aus dem Holz Ständer für Speisekarten, Tabletts mit jeweils acht Löchern für Apfelweingläser und Halterungen für Smartphones herstellen, erläutert AQA-Geschäftsführer Hans-Jürgen Scherer. Auszubildende des kaufmännischen Zweigs arbeiten mit an der Vermarktung der Produkte, die mit dem Label der Spessart-Touristik versehen werden. Und Lehrlinge, die sich auf einen Job als Maler und Lackierer vorbereiten, werden die Tabletts für Apfelweingläser mit Klarlack versehen, damit sie abwaschbar sind.

Verwertet werden können von dem 30 Meter hohen Baum allerdings nur sechs bis sieben Meter, sagt Scherer. Warum? Weil am oberen Teil des Stamms die Beleuchtung befestigt war, könnten zurückgebliebene Metallteile die Maschinen im Sägewerk beschädigen. Auch der elegante Baum vom Römerberg wird also teilweise verfeuert.

Weihnachten 2019 - Blick nach vorn: Sie denken schon an Weihnachtsgeschenke für 2019? Da könnte sich ein Handyhalter aus dem Fichtenholz des Frankfurter Weihnachtsbaums 2018 eignen. 

Doch produziert werden die erst ab dem Frühjahr, da das Holz nun erstmal trocknen muss. Neben Handyhaltern werden auch Tabletts für Apfelweingläser aus dem Holz hergestellt und Halter für Speisekarten. 

Ist das alles fertig, werden die Sachen über den Onlineshop der gemeinnützigen Ausbildungseinrichtung AQA auf www.aqa.de vermarktet. Oder im Dezember auf dem Gelnhäuser Weihnachtsmarkt verkauft. 

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