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Gesichtserkennung für Profis.
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Gesichtserkennung für Profis.

Polizei

Polizei in Frankfurt setzt künftig auf Gesichtserkennung

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Sogenannte „Super-Recognizer“ sollen der Polizei in Frankfurt dabei helfen, gesuchte Personen zu erkennen. Auch im Dannenröder Forst waren sie schon im Einsatz.

Bei der Suche nach bestimmten Personen setzt die Frankfurter Polizei künftig auf eine besondere menschliche Gabe: Gesichter aus Menschenmassen wiederzuerkennen, egal ob sie verkleidet, geschminkt oder verdeckt sind. Menschen mit dieser Gabe werden im Englischen als „Super-Recognizer“ bezeichnet. An der englischen Greenwich University laufen seit einigen Jahren Studien zu dieser besonderen menschlichen Fähigkeit, über die nur etwa ein Prozent der Bevölkerung verfügt.

Die Londoner Polizei hat mittlerweile 140 dieser Super-Recognizer in den eigenen Reihen ausgemacht, in Deutschland war die Polizei in München 2018 Vorreiter. Die Frankfurter Polizei startete Anfang 2020 ein entsprechendes Pilotprojekt in Kooperation mit der Greenwich University. Das Interesse an den aufwendigen Testverfahren sei groß gewesen, teilte die Frankfurter Polizei am Donnerstag mit. Von den rund 3500 Mitarbeiter:innen im Polizeipräsidium beteiligten sich rund 1000 an den Tests.

Im ersten Schritt werden den Probanden etwa am Computer Fotos von Gesichtern gezeigt, die sie dann nach einem Mausklick aus mehreren zur Auswahl stehenden Gesichtern wiedererkennen müssen. Von den 1000 Testpersonen hätten sich nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren 45 Beamtinnen und Beamte aus dem Frankfurter Polizeipräsidium als „Super-Recognizer“ erwiesen, hieß es.

Die Polizei sieht eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten für die begabten Kolleg:innen. In München etwa unterstützten die Super-Recognizer schon Taschendieb-Fahnder auf dem Oktoberfest. In England helfen die Begabten bei der Auswertung von Bildern von Überwachungskameras und bei der Terrorfahndung.

Auch die Testsieger:innen aus Frankfurt hatten schon ihre erste Bewährungsprobe. Fünf der Super-Recognizer seien im Dannenröder Forst im Einsatz gewesen, um vermummte oder bemalte Aktivist:innen wiederzuerkennen, die bereits bei früheren Einsätzen aus Bäumen geklaubt worden waren. Der Einsatz geschah unter Anleitung eines bereits geschulten Kollegen aus München und sei erfolgreich gewesen. Rund die Hälfte der kontrollierten Personen sei von vorherigen Einsätzen wiedererkannt worden.

In der zweiten Projektphase will die Frankfurter Polizei nun die organisatorischen Voraussetzungen schaffen, um die 45 Beamtinnen und Beamten sinnvoll in den Arbeitsalltag integrieren zu können. Eine Spezialabteilung für Super-Recognizer soll es aber nicht geben.

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