Demonstranten halten bei einer Demonstration am Borsigplatz eine Israel Flagge in die Luft.
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Die Frankfurter Polizei wehrt sich gegen einen Shitstorm nach einer Demonstration (Symbolbild).

Streit in den sozialen Medien

Israel-Flagge auf Demo in Frankfurt: Polizei wehrt sich gegen Shitstorm

  • Stefan Behr
    vonStefan Behr
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In Frankfurt muss sich die Polizei gegen Vorwürfe nach einer Demonstration wehren. Sie stellt klar: Es gibt keine Ermittlungen gegen eine Frau wegen des Zeigens einer Israel-Fahne.

  • Die Polizei in Frankfurt muss sich derzeit gegen einen Shitstorm wehren.
  • Ihr wird vorgeworfen gegen eine Frau bei einer Demo vorgegangen zu sein, weil diese eine Israel-Fahne geschwenkt hätte.
  • Gegegen diese Vorwürfe nimmt die Frankfurter Polizei jetzt Stellung und zeichnet ein gänzlich anderes Bild.

Frankfurt - Die Frankfurter Polizei wehrt sich gegen „Darstellungen in sozialen Medien“, in denen ihr vorgeworfen wird, gegen eine jüdische Gegendemonstrantin wegen Beleidigung zu ermitteln, nur weil sie bei einer Demonstration „Gegen die Besatzung Palästinas und die geplanten Annexionspläne der Besatzungsmacht Israel“ am 1. Juli dieses Jahres an der Hauptwache in Frankfurt eine Israel-Fahne geschwenkt haben soll.

Frankfurt: Frau schwenkt Isreal-Fahne und gerät mit Demonstranten aneinander – Polizei greift ein

Wobei der Begriff „soziale Medien“ hier vielleicht etwas zu viel des Guten ist. Der Ursprungstext stammt von dem Portal „Achse des Guten“. Dort ist zu lesen, dass die Frau bei der Abschlusskundgebung friedlich eine Israel-Fahne „etwa von der Größe eines Küchenhandtuchs“ geschwenkt habe, wovon sich offenbar einige Demonstranten belästigt gefühlt und die Frau „mit Sprüchen, darunter auch ,Nazis raus‘, belegt“ hätten.

Ein Polizist habe dann die Personalien der Frau aufgenommen und ihr einen Platzverweis erteilt. Auf die Frage, warum sie denn keine Israelfahne schwenken dürfe, soll der Polizist mit „Because I don’t like it!“ geantwortet haben. Kurz darauf habe die Frau einen Brief von der Polizei erhalten, in dem ihr mitgeteilt wurde, dass gegen sie wegen Beleidigung ermittelt werde.

Frankfurter Polizei schildert Sachverhalt während Demo in Frankfurt aus ihrer Perspektive

Wes Geistes Kind der „Achse des Guten“-Autor ist, offenbart er selbst in Nebensätzen: „Wie selbstverständlich nimmt die Polizei die Seite der muslimischen Demonstranten und ihrer linken deutschen Unterstützerszene ein.“ Wie so etwas sein könne? Ganz einfach: „Deutschland im Jahre des Herrn 2020 unter der Herrschaft der Kanzlerin Angela Merkel.“ Dementsprechend fand der Text vor allem in rechtsradikalen Portalen wie „jouwtach“ gefällige Resonanzkörper.

Die Frankfurter Polizei schildert einen anderen Sachverhalt: „Während des Abbaus kleinerer Aufbauten am Ort der Abschlusskundgebung erschien dort eine 50-jährige Frau und schwenkte die Flagge Israels in Richtung der Versammlungsteilnehmer, die sich noch vor Ort aufhielten. Einer 29-jährigen Versammlungsteilnehmerin streckte sie den Mittelfinger entgegen.

Aufgrund letzterem erstattete diese Teilnehmerin vor Ort eine Strafanzeige wegen Beleidigung. Die Polizei unterliegt dem Strafverfolgungszwang und stellte in der Folge die Personalien aller Beteiligten und Zeugen fest. Anschließend erteilte sie der 50-Jährigen einen Platzverweis, um weitere Provokationen zu unterbinden und mögliche Auseinandersetzungen zu verhindern.“ (Von Stefan Behr)

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