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Die Kontrollen erfolgen im Rahmen der Aktionswochen "Schwächere Verkehrsteilnehmer", die noch bis zum 3. Juni andauern.
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Die Kontrollen erfolgen im Rahmen der Aktionswochen "Schwächere Verkehrsteilnehmer", die noch bis zum 3. Juni andauern.

Verkehr in Frankfurt

Polizei bittet Fußgänger zur Kasse

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Die Polizei kontrolliert am Frankfurter Hauptbahnhof Fußgänger, die bei Rot über die Straße gehen. Dabei trifft sie auf viel Uneinsichtigkeit.

Der Herr im anthrazitfarbenen Anzug ist sichtlich ungehalten. „Das ist doch nicht euer Ernst?“, fragt er die beiden Polizisten, die ihn auf seinen Rotlichtverstoß aufmerksam gemacht haben. Die fünf Euro Gebühr für die Ordnungswidrigkeit zückt der Fußgänger mit Verachtung. „Könnt ihr nicht Verbrecher fangen?“, fragt er, und mault dann noch:„Mein Zug ist jetzt weg, na toll.“

Nicht alle reagieren auf die Kontrollen vor dem Frankfurter Hauptbahnhof am Dienstag so unwirsch wie der Herr im anthrazitfarbenen Anzug. Doch Unverständnis gibt es bei den meisten der rund 150 Fußgängerinnen und Fußgänger, die an diesem Vormittag in nur eineinhalb Stunden ermahnt und zur Kasse gebeten werden. Die Zahl der Rotlichtsünder zu Fuß ist erstaunlich, wo doch so viele Polizisten in Uniform an den Ampeln zwischen Hauptbahnhof und Kaiserstraße stehen. „Ich habe niemanden überhaupt gesehen“, gesteht eine Frau, als sie auf die hohe Polizeipräsenz hingewiesen wird.

Die Kontrollen erfolgen im Rahmen der Aktionswochen „Schwächere Verkehrsteilnehmer“, die noch bis zum 3. Juni andauern. Die Zahl der Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern hat im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2016 zwar abgenommen, doch die Zahl der dabei Schwerverletzten nahm zu. Gerade erst vor ein paar Wochen waren vor dem Hauptbahnhof zwei Fußgänger bei Rot über die Straße gegangen und dort angefahren und schwer verletzt worden. Wie häufig bei solchen Unfällen, erläutert Thomas Gohla, der Leiter der Verkehrsprävention, kamen dabei zwei Verstöße zusammen. „Die Fußgänger sind bei Rot über die Straße gelaufen und der Autofahrer war zu schnell unterwegs.“

Um darauf hinzuweisen, dass Fußgänger keine Knautschzone haben, sind am Dienstag zwei Beamtinnen in Zivil in aufblasbaren Plastikbällen zwischen den Ampeln unterwegs. Doch auch das zieht im Strom der Passanten, die nach dem verlängerten Wochenende aus oder in den Bahnhof hasten, kaum Aufmerksamkeit auf sich. Die Beamten, obwohl zahlreich vor Ort, kommen kaum nach mit den Belehrungen und dem Ausstellen der Knöllchen. Um Ausreden sind die wenigsten Sünder verlegen. „Aber es regnet doch“, sagt allen Ernstes ein junger Mann, als er darauf hingewiesen wird, dass er auf Grün zu warten habe. Eine Dame ist mit Krücke und Regenschirm unterwegs, drängt aber trotzdem bei Rot auf die Straße. „Sie gehen jetzt gerade wieder zurück“, sagt ein erfahrener Beamte, um ihr die fünf Euro Gebühr zu ersparen. Doch die Frau schimpft und kehrt nur widerwillig um.

Die Ampelanlage vor dem Hauptbahnhof ist für ungeduldige Fußgänger eine Geduldsprobe. Hauptkommissar Gohla räumt auch ein, dass sie „eine kleine Herausforderung“ sei. Denn zwischen den Autos verkehrt auch noch die Straßenbahn in beide Richtungen. Der Straßenbahnverkehr ist nicht durch eine Ampel geregelt. „Im Prinzip müssen die Fußgänger der Straßenbahn eigenständig Vorfahrt einräumen“, so Gohla. Denn die Fußgängerampeln regeln nur den Verkehr mit den querenden Autos.

Mit dem geplanten Umbau des Hauptbahnhofs soll sich auch bei der Verkehrsgestaltung in Richtung Kaiserstraße etwas ändern. Eine entsprechende Vorlage dazu sei derzeit in Abstimmung mit den Behörden, kündigt der Hauptkommissar an.

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