Der Mousonturm, derzeit mit Logen aus Lehm und Holz ausgestattet, ist ein Veranstaltungsort des Festivals.
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Der Mousonturm, derzeit mit Logen aus Lehm und Holz ausgestattet, ist ein Veranstaltungsort des Festivals.

Kultur

Politisches Theaterfestival kommt nach Frankfurt

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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In Frankfurt findet im Herbst 2022 das Festival „Politik im freien Theater“ mit rund 100 Veranstaltungen statt.

In Frankfurt findet 2022 das traditionsreiche Festival „Politik im freien Theater“ statt. Seit den 1970er Jahren veranstaltet die Bundeszentrale für politische Bildung alle drei Jahre ein solches Festival in deutschen Städten. Nun kommt es zum ersten Mal nach Hessen.

Von 26. September bis 9. Oktober und damit kurz vor der Frankfurter Buchmesse sind rund 100 Veranstaltungen geplant. Das Hauptprogramm besteht aus Theater, Performances, Tanz sowie interaktiven und experimentellen Formaten. Spielstätten sind das Schauspiel Frankfurt, das Künstlerhaus Mousonturm, die Naxoshalle und das Frankfurt Lab. Außerdem gibt es ein Begleitprogramm, bei dem weitere Aufführungsorte wie das Offene Haus der Kulturen einbezogen werden sollen. Geplant sind Veranstaltungen im öffentlichen Raum sowie Vermittlungsarbeit unter anderem in Schulen.

Erstmals wird die freie Theaterszene in Leitung und Ausrichtung des Festivals eingebunden. Dazu zählen der Landesverband der freien darstellenden Künste, La Prof, wo rund 120 freie Gruppen organisiert sind, sowie ID Frankfurt mit rund 75 freien Tanz- und Theaterschaffenden. Das Gesamtbudget liegt bei 1,3 Millionen Euro, das in großen Teilen von der Bundeszentrale für politische Bildung getragen wird. Das Kulturdezernat der Stadt Frankfurt gibt 375 000 Euro hinzu. Die Ticketpreise sollen, je nach Veranstaltung, niedrigschwellig sein, bei Veranstaltungen im öffentlichen Raum teils kostenfrei.

Es ist ein politisches Theaterfestival, das die diverse Stadtgesellschaft widerspiegeln und die Demokratie stärken soll. „Wir wollen in die Kapillaren der Stadt eindringen und Diskurse anstoßen, die weiterdiskutiert werden“, sagte Thomas Krüger, der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, am Mittwoch, als er Frankfurt als Austragungsort des Festivals bekannt gab.

„Die internationale Stadt Frankfurt wird gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung ein bundesweites Signal senden, indem es der gesellschaftlichen Rechten, die sich zunehmend organisiert und das demokratische Prinzip schrittweise ad absurdum zu führen sucht, offene Räume entgegensetzt, die divers und kritisch bespielt werden müssen“, hob Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) hervor.

Jan Philipp Stange vom Studio Naxos sieht in der Entscheidung, die freie Theaterszene an der Durchführung des Festivals zu beteiligen, ein „Momentum“ für die Arbeit der freien Szene.

Ursprünglich sollte das Festival im Herbst 2021 stattfinden, wurde aber wegen der Coronapandemie um ein Jahr verschoben. Das Tanz- und Theaterfestival „Implantieren“ von ID Frankfurt, das zeitgleich stattgefunden hätte, soll einbezogen werden.

Frankfurt trägt nun zwei große Theaterfestivals binnen kurzer Zeit aus. Bereits zuvor wurde der Stadt der Zuschlag für das Festival „Theater der Welt“ erteilt. Es findet von 29. Juni bis 16. Juli 2023 in Frankfurt und Offenbach statt, unter anderem im Mousonturm, im Schauspiel und im Museum Angewandte Kunst.

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