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Polizeibeamte überfliegen das Gleisbett von Gleis 6 mit einer Drohne, sie suchen Beweismittel.

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    Jutta Rippegather
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Politiker haben betroffen und schockiert auf die Tat am Frankfurter Hauptbahnhof reagiert.

Außer Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), der sich „fassungslos“ zeigte, erklärten auch andere Politiker der Familie ihr Mitgefühl.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) unterbricht seinen Urlaub. „Angesichts mehrerer schwerwiegender Taten in jüngerer Zeit“ wolle er die Chefs der Sicherheitsbehörden treffen, teilte der Minister mit. Am Dienstag wolle er die Öffentlichkeit informieren. Er sei tief bestürzt über den Vorfall in Frankfurt. Er wünsche Angehörigen und Freunden des getöteten Jungen Kraft. „Es ist jetzt die Aufgabe der Ermittlungsbehörden, diese Tat schnellstmöglich und umfassend aufzuklären“, so Seehofer. „Der Täter wird für die Tat mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zur Verantwortung gezogen werden.“ Soweit nötig stelle er dem Land jede Unterstützung etwa der Bundespolizei oder des Bundeskriminalamts zur Verfügung. 

„Die furchtbare Tat im Frankfurter Hauptbahnhof hat mich tief getroffen. Es ist nicht zu ermessen, welches Leid mit dem Tod des Jungen über die Familie gebracht wurde, welch unermesslicher Schmerz“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Den Angehörigen gelte sein tief empfundenes Beileid. „Was wir bisher über die Tat wissen, widerspricht allem, wofür Frankfurt steht. Wir Frankfurter stehen zusammen, wir haken uns unter, wir helfen selbstlos Menschen, wir retten sie aus der Not und sind füreinander da – auch an Tagen wie heute, an denen ein Schatten über der Stadt liegt.“  

Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Michael Boddenberg, versprach: „Unsere hessischen Behörden werden alles daran setzen, um diesen schockierenden Angriff aufzuklären.“ Der „feige Anschlag“ mache ihn sprachlos.

„Als Mutter kann ich mir nichts Schlimmeres vorstellen, als den Tod des eigenen Kindes erleben zu müssen“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Eva Goldbach.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Günter Rudolph, wünschte der Familie „die Kraft, die erforderlich ist, um den traumatisierenden Verlust des geliebten Sohnes auszuhalten“. Der ganze Schrecken dieser unfassbaren Tat lasse sich kaum in Worte fassen. Es sei „eine Frage des Respekts, der menschlichen Würde und des politischen Anstandes, diesen grauenvollen Mord nicht zu instrumentalisieren“.

Die AfD im Landtag forderte, den Zugang zu Bahnsteigen in Frankfurt zu begrenzen. Nur Menschen mit einem gültigen Ticket sollten hineingelassen werden, schlug der AfD-Abgeordnete Klaus Herrmann vor. Außerdem müsse die Polizeipräsenz an Bahnhöfen erhöht werden. Sein Kollege Dirk Gaw, der ebenfalls von Beruf Polizist ist, sagte: „Ich dachte, ich hätte in meinen Dienstjahren als Polizist am Frankfurter Hauptbahnhof schon alles gesehen. Aber diese menschenverachtende Brutalität schockiert selbst mich immer noch.“  

Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Stefan Müller, sagte: „An diesem traurigen Tag für unser Land sind wir in Gedanken bei der Familie, Verwandten und Freunden des kleinen Jungen, der auf so unglaubliche Weise sein Leben verloren hat. Alle Menschen sollten heute innehalten und in Trauer des Lebens gedenken, dass nun nicht mehr da ist.“ (mit dpa)

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