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Podcast aus dem Frankfurter Palmengarten

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Von: Thomas Stillbauer

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Im Podcast-Gespräch: Palmengartendirektorin Heubach und Schauhaus-Leiter Lölkes.
Im Podcast-Gespräch: Palmengartendirektorin Heubach und Schauhaus-Leiter Lölkes. © Palmengarten

Die erste Folge von „Auf die Palme gebracht“ führt das Publikum per Video in die Subantarktis. Da herrschen andere Temperaturen.

Podcasts sind in Mode – auch der Palmengarten hat jetzt einen. Er heißt „Auf die Palme gebracht“, und die erste Ausgabe ist sogar ein Video-Podcast. Er führt in eine exotische Welt, die im Sommer ein wenig Erleichterung verschafft: das Subantarktishaus. Da ist es möglichst etwas kühler, so wie in der Subantarktis eben. Abgedunkelte Fensterscheiben, Sprühbefeuchtungsanlage und Belüftung halten die Temperatur im Haus sechs bis acht Grad unter dem Frankfurter Sommer. Was angesichts der Klimakrise zunehmend schwieriger wird.

„Wir wollen einführen in das Wirken der Menschen vor Ort“, sagt Palmengartendirektorin Katja Heubach in der ersten Folge. Dinge hinter den Kulissen zeigen und erklären – ganz ohne Eintrittsgeld. Dafür trifft sie diesmal Markus Lölkes, den Leiter der Schauhäuser und der Botanischen Sammlung des Palmengartens. Der kann einiges erzählen.

Etwa dass das Subantarktishaus ursprünglich ganz woanders stand, in Bad Kissingen, 1904 errichtet, damals als Palmenhaus. Erst 1989 kam das Gebäude anlässlich der Bundesgartenschau nach Frankfurt und sollte später eigentlich bei Senckenberg landen. Heubachs Vor-Vorgängerdirektor Gustav Schoser holte es dann vor 30 Jahren in den Palmengarten, um Pflanzen zu zeigen, die dort bislang nicht zu sehen gewesen waren.

Dicksonia squarrosa beispielsweise, den Neuseeländischen Baumfarn, ein sogenanntes lebendes Fossil, das schon auf der Erde wuchs, bevor es Dinosaurier gab. Oder die Chilenische Wachsglocke, die sich anfühlt, als wäre sie aus Wachs – im Video beinahe spürbar. Oder die Nikaupalme, ebenfalls aus Südamerika, die so gut in Frankfurt wächst, dass sie irgendwann durchs Dach stößt, wenn sie nicht durch jüngeren Nachwuchs ersetzt wird. Oben abschneiden? Bei Palmen nicht drin.

Coole Lounge-Musik begleitet den Palmengarten-Podcast, den es auch als reine Hörversion auf der Website (palmengarten.de) gibt und der etwa einmal im Monat erscheinen soll.

Neue digitale Wege ist der Palmengarten auch kürzlich mit einem Workshop zum „Design Thinking“ gegangen. Da geht es darum, Problemstellungen aus der Perspektive der Besucherinnen und Besucher zu betrachten. „Das Herz des Palmengartens schlägt für seine Gäste“, sagt Heubach. „Die Ergebnisse fließen in die Weiterentwicklung unseres Angebots ein.“ Fest stehe aber: Das analoge Naturerlebnis im Palmengarten muss als Ruhepol erhalten bleiben, auch wenn es zunehmend mit Hilfe digitalen Marketings der Zielgruppe nahegebracht wird. Mit einem Video-Podcast zum Beispiel.

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