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Nur der Schnee fehlt: Ein Buntspecht sitzt an einem Haselnussbaum – das war im Winter 2017.

Stunde der Wintervögel

Platz für den Spatz in Frankfurt

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Am Wochenende ruft der Nabu zur „Stunde der Wintervögel“. Wer dabeisein will, kann an vielen Orten mitzählen - und die Welt ein bisschen freundlicher machen.

Werden Sperlinge und Meisen ihre Spitzenpositionen behaupten können? Holt die Amsel auf? Wo bleibt der Star? Und welche Krähe hat diesmal den Schnabel vorn – Elster oder Rabenkrähe? Vom heutigen Freitag an ist wieder „Stunde der Wintervögel“, und bei den Freunden der Gefiederten steigt die Spannung.

Gezählt wird auf Anregung des Naturschutzbunds (Nabu) in Parks und Gärten, um herauszufinden, welche Vögel in der kalten Jahreszeit am häufigsten vorkommen – und auch, um das Interesse der Bevölkerung an den Flattertieren zu stärken.

Hessenweit lag bei der Winterzählung im Januar 2019 der Haussperling vor Kohl- und Blaumeise, gefolgt von Feldsperling, Amsel, Star und Elster. In Frankfurt machte die Kohlmeise das Rennen vor Haussperling, Blaumeise, Rabenkrähe, Ringeltaube, Star und Elster; hier kam die Amsel nur auf Platz acht.

Aber die „Stunde der Wintervögel“ ist natürlich kein sportlicher Wettbewerb unter Piepmätzen. Sich eine Stunde der Natur widmen, einzelne Individuen erkennen, ihr Verhalten studieren: Das schärft das Bewusstsein. In Frankfurt bietet der Nabu auch erstmals einen zentralen Ort an, an dem sich Teilnehmer treffen und gemeinsam zählen können: in seinem Sachsenhäuser Garten. „Das ist ein Demonstrationsgrundstück, da wollen wir eine öffentliche Zählung anbieten“, sagt der Frankfurter Nabu-Vorsitzende Volker Bannert. Wie viele Leute erwartet er? „Wir machen das ja zum ersten Mal – ich bin selbst gespannt.“

MITZÄHLEN

Am Sonntag, 12. Januar, zählt der Nabu um 11 und um 14 Uhr Vögel in seinem Schaugarten in Sachsenhausen, Zweites Wartegässchen (der Beschilderung folgen). Gäste sind willkommen, es gibt Tipps zum Vögelfüttern.

Von Freitag bis Sonntag zählt man überall im Land die maximale zur gleichen Zeit beobachtete Anzahl jeder Vogelart, ob im Garten, auf dem Balkon, im Park. Mehr: www.nabu.de. ill

Die Vogelfreunde können vor Ort auch lernen, was unseren fliegenden Mitbürgerinnen und Mitbürgern guttut. „Wir zeigen Futterstationen und erklären, wie man das ganze Jahr über richtig füttert“, sagt Bannert.

Früher hieß es oft, Vögel sollten nur im Winter gefüttert werden, weil sie im übrigen Jahr genug Nahrung fänden. Diese Haltung sei unter Fachleuten längst nicht mehr einhellig, berichtet der Nabu-Vorsitzende. Es gebe unter anderem die Auffassung, Futterstätten seien hilfreich etwa für Elternpaare, die ihre Küken ernährten und dank menschlicher Hilfe nicht noch zusätzlich Energie aufwenden müssten, um Nahrung für sich selbst zu suchen. Zudem sorgten Vögel selbst dafür, dass sie Abwechslung auf der Speisekarte hätten.

Und ganz wichtig: Wer regelmäßig Vögel füttert, bildet sein eigenes Herz aus. „Ich persönlich bin durch die Fütterung zum begeisterten Vogelbeobachter geworden“, erinnert sich Bannert. Als kleiner Junge sah er stundenlang durch einen Spalt im Rollladen zu, wie die Gäste im Garten die ausgelegten Körner pickten. Heute ist er Vorbild und Vogelversteher – und freut sich auf diejenigen, die es am Sonntag in Sachsenhausen werden wollen.

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