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Platz für Kinos, Cafés und Parks

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Von: Georg Leppert

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Nargess-Eskandari-Grünberg hat eine Vision für den neuen Stadtteil.
Nargess-Eskandari-Grünberg hat eine Vision für den neuen Stadtteil. © peter-juelich.com

Die Diskussion um den neuen Stadtteil hat den OB-Wahlkampf erreicht. Nargess Eskandari-Grünberg zeigt ihre Vision auf.

Es stürmt im äußersten Nordwesten der Stadt. Die wenigen Bäume, die zwischen dem Ortsrand von Niederursel und der Autobahn A5 stehen, wiegen sich am Donnerstagnachmittag hin und her. Hinzu kommt der Regen. Kalt und eklig. Wer an so einem Tag das Gelände besucht, auf dem in den nächsten Jahren und Jahrzehnten der vieldiskutierte neue Stadtteil gebaut werden soll, dem fällt es schwer, sich die Vision von Nargess Eskandari-Grünberg vorzustellen.

Zwischen Niederursel und Steinbach soll nicht einfach eine Siedlung entstehen, sagt die OB-Kandidatin der Grünen. Sondern ein äußerst lebendiger Stadtteil. Mit Cafés. Mit Restaurants. Mit Kinos. Mit großen Plätzen. Mit Grünflächen. Das alles zählt Eskandari-Grünberg auf und gerät dabei vielleicht etwas zu sehr ins Schwärmen. Jedenfalls nimmt ihr Pressesprecher Thomas Wolff irgendwann die Journalisten zur Seite und betont: „Die Kandidatin hat sich aber noch nicht auf ein Ja zum Stadtteil festgelegt.“

Platz für 30.000 Menschen

Gemeinsam mit vielen Politikern der Grünen und einem halben Dutzend Reportern schaut sich Eskandari-Grünberg das Gelände am Donnerstag an. Doch, sagt sie, sie könne sich durchaus vorstellen, dass der für 30.000 Bewohner geplante Stadtteil gebaut wird. Sofern einige Bedingungen erfüllt sind. Ist die Bebauung unter klimatologischen Gesichtspunkten vertretbar? Und können die Vorgaben des Landschaftsschutzes beachtet werden? Lassen sich beide Fragen mit Ja beantworten, sollen die Bagger anrücken, findet die Politikerin, die bis Sommer 2016 Integrationsdezernentin war.

Wenn gebaut wird, darf es keine halben Sachen geben, findet Eskandari-Grünberg. Von Plänen, nur östlich der A5 zu bauen, um insbesondere der Stadtgrenze zu Steinbach nicht zu nahe zu kommen, hält sie nichts. Die Autobahn als natürliche Grenze? Das kann für eine Grüne in der Tat keine schöne Vorstellung sein. Und so bittet Eskandari-Grünberg den Architekten DW Dreysse um eine Einschätzung, der wie Fraktionschef Manuel Stock und viele Grünen aus dem Nordend im immer stärker werdenden Regen steht.

Natürlich ließen sich Lösungen finden, um die Trennwirkung der Autobahn aufzuheben, sagt Dreysse. „Technisch ist das kein großes Problem, es stellen sich eher finanzielle Fragen“, sagt der Stararchitekt. In erster Linie müsse die Fahrbahn überbaut werden. Die A5 verliefe dann nordwestlich von Frankfurt in einem Tunnel, dessen Dach natürlich begrünt werden müsste, wie Nargess Eskandari-Grünberg ergänzt.

Allerdings wollen weder sie noch Dreysse zu sehr ins Detail gehen. Wie der Stadtteil aussehen soll, wie Frankfurt in einigen Jahrzehnten aussehen soll, wie die ganze Region aussehen soll, das seien essenzielle Fragen, die in möglichst großem Rahmen entschieden werden müssten. Etwa bei einer Internationalen Bauausstellung für das Rhein-Main-Gebiet.

Über Stilfragen wird am Donnerstag auch gesprochen. Es sei nicht in Ordnung, dass Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) den Planungsdezernenten Mike Josef (SPD) zu Diskussionen nach Oberursel und Steinbach schicke und sich selbst rar mache. „Das sind dann keine Gespräche auf Augenhöhe“, moniert Eskandari-Grünberg. Und in der Kommunikation zu den Nachbarstädten sei auch einiges schiefgelaufen. Dass die Politiker der Taunusstädte, aber auch die Ortsbeiräte im Frankfurter Nordwesten aus der Zeitung von den Plänen erfahren hätten, habe zur Akzeptanz des Projektes nicht beigetragen. Es gehe darum, den Menschen in Eschborn und Steinbach die Ängste zu nehmen, sagt Fraktionschef Stock und meint nicht zuletzt die eigenen Parteifreunde.

Beim Ortstermin im Regen ist man sich aber auch einig, dass insbesondere Steinbach seinen Widerstand am Ende aufgeben muss. Die Wohnungsnot in Frankfurt lasse sich eben nur zusammen mit der Region lösen, sagt die OB-Kandidatin. Und Dreysse findet es zwar legitim, „dass die Steinbacher ihre Stadt schützen wollen – aber sie müssen einsehen, dass wir dem Wachstum nur begegnen können, wenn sie bei solchen Bauprojekten mitziehen“.

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