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Monika Hipper zeigte ihre dekorativen Kreationen.

Nordend

Plattform für kreative Frauen

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Beim Kunsthandwerkerinnenmarkt steht das weibliche Talent im Fokus.

Mehr Sichtbarkeit für kreative Frauen, das war vor 21 Jahren die Idee hinter dem „Kunsthandwerkerinnenmarkt“ – und sie stößt bis heute auf Anklang. Die Ausstellungsfläche ist stets ausgebucht, viele Besucher kommen Jahr für Jahr wieder. Einst ins Nachbarschaftszentrum im Ostend, heutzutage in die Räume des „Treff 38“ im Nordend.

An jedem zweiten Novemberwochenende wird das Jugendzentrum in der Stalburgstraße 38 zur Ausstellungsfläche für künstlerisch begabte Frauen. „Viele suchen bei uns schon nach ersten Weihnachtsgeschenken“, sagte Ide Ehrenheim, die den Markt 1997 mitbegründet hat. Von Beruf ist sie Designerin, hatte somit immer schon Kontakt zu künstlerisch tätigen Frauen. „Ich wollte eine Plattform für sie schaffen, weil ihre Kunst sonst nicht sichtbar wird“, erklärte Ehrenheim. Und das ist ihr gelungen. Insgesamt 14 Frauen stellten ihre Handarbeiten am Sonntag aus. „Vor dem Umzug vom Ost- ins Nordend konnten wir 25 Anmeldungen entgegennehmen, hier ist leider nicht mehr so viel Platz“, bedauerte die Designerin. Dennoch: die Auswahl an Kunsthandwerk ist groß und breit aufgestellt. Ob Keramikgeschirr, Schmuck oder Malerei, Genähtes, Gestricktes oder Gefilztes – Geschenk- und Dekorationsideen fanden sich in Hülle und Fülle.

Ulla Melcher aus Ginnheim etwa hatte floralen Raumschmuck dabei. Vom üppigen Blumenkranz bis hin zum filigranen Christbaumschmuck aus Eicheln und Bucheckern reichte ihr Repertoire. Seit dem zweiten Basar vor zwanzig Jahren ist ihre Kunst fester Bestandteil der Veranstaltung. „Die Gruppendynamik hier ist einfach angenehm“, erzählte sie. „Und die Resonanz auf meine Arbeit ist sehr positiv.“ Einige kämen jedes Jahr gezielt zu ihr, denn ihre Kreationen biete sie nur zweimal im Jahr an.

Jedes auf dem Markt ausgestellte Stück ist ein von Hand hergestelltes Unikat – das lockt an. Von vielen Stammkunden wusste daher auch Irmgard Sanders zu berichten, die den Markt nun organisiert. „Es sind oft bekannte Gesichter, die nach einem bestimmten Kettendesign oder einer Bildart fragen“, sagte sie. Der Renner an ihrem Stand: Geburtstagskarten, die aus Fotografien von kunstvoll gestalteten Hausnummern entworfen werden. Manchmal kämen auch Zugezogene zum Basar, die den Austausch suchen – und auch der ein oder andere Mann streift auf der Suche nach einem Geschenk durch die vier Schauräume im Erdgeschoss des Jugendtreffs. „Nur als Aussteller kann ich sie wegen unserer feministischen Botschaft nicht aufnehmen“, sagte Sanders. Die Ausstellerinnen, fast alle aus Frankfurt oder der näheren Umgebung, seien ohnehin oftmals dieselben. „Weibliche Neuzugänge sind aber durchaus erwünscht.“

Besucherin Romi Handrow wunderte sich über das Konzept der Veranstaltung. „Wir Frauen wünschen uns doch immerzu Gleichberechtigung, dann sollten hier auch Männer ausstellen dürfen“. Männer stellten ebenso tolle Arbeiten her. Gemischte Kunsthandwerkermärkte gäbe es Sanders Ansicht nach genug – und der Kunsthandwerkerinnenmarkt ist eben eine eigene und daher besondere Aktion.

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