Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Goetheturm in seiner ganzen Pracht.
+
Der Goetheturm in seiner ganzen Pracht.

Plakette für den Stifter

Frankfurt: Drei Tage Feier zu Eröffnung des Goetheturms

  • VonSabine Schramek
    schließen

Nach der dreitägigen Feier zur Neueröffnung des Goethurms erstrahlt auch das letzte noch fehlende Detail: Eine Gedenktafel für Gustav Gerst.

Frankfurt - Nicht vor dem neuen Goetheturm, sondern dahinter gab es drei Tage lang Spaß, Musik, Gedenken und jede Menge Bratwurst, Äppler, Bier und Mispelchen. Und seit Sonntag trägt das Frankfurter Wahrzeichen auch wieder die originalgetreu nachgeschnitzte Plakette über Gustav Gerst, der vor 150 Jahren geboren wurde und vor 90 Jahren den Turm gestiftet hat.

Diese Gedenkplakette, die an den Mann erinnert, der den Goetheturm ursprünglich überhaupt ermöglicht hatte, fehlte bisher am Neubau des Turms, der vor vier Jahren abgebrannt ist. Jetzt würde auch sie feierlich enthüllt.

Frankfurt: Goetheturm nach Brand wieder aufgebaut

Hendoc heißt der Oberurseler Künstler, der sie einen Monat lang per Hand haargenau so wie das Original geschnitzt hatte, das ebenfalls den Flammen zum Opfer gefallen war. 1949 hatte der damalige Oberbürgermeister Walter Kolb (SPD) die Plakette angebracht. „Da durfte kein noch so kleiner Fehler passieren. Sonst hätte ich wieder neu anfangen müssen“, sagt Hendoc.

Während der Arbeit habe ihn der Filmemacher Thomas Claus besucht und ihm von Gustav Gerst erzählt. „Der Name sagte mir damals nichts, aber nach den Erzählungen von Claus hatte ich abends beim Schnitzen das Gefühl, dass Gerst direkt hinter mir steht“, so Hendoc. Claus hat einen Dokumentarfilm über den Goetheturm gedreht und ist dabei den Spuren von Gustav Gerst gefolgt.

Goetheturm in Frankfurt: Gustav Gerst findet über USA nach Frankfurt

Auch Claus ist am Abschlusstag des Festes da und sichtlich berührt. „Wer sich mit dem Leben von Gerst auseinandersetzt, merkt, dass es beim Goetheturm nicht nur um das Bauwerk ging, sondern vor allem darum, dass die Menschen die Hauptsache sind. Damals wie heute“, so der Filmemacher. „Gerst hat in der Zeit, als die Frankfurter gelitten haben und die Stadt verarmt war, mit seinem Tun ein Naherholungsgebiet geschaffen. Damals gab es das Wort noch nicht, aber der jüdische Unternehmer wollte den Bürgern eine Ort geben, an dem sie sich erholen können.“

Gerst kam wegen der Pferde nach Frankfurt, als es hier noch drei Rennbahnen gab. Er lebte in der Niederräder Landstraße und hatte auch den Jacobiweiher geschaffen, damit Reiter kommen und ihre Pferde tränken können. 1931 hatte Gerst es geschafft, dass der Goetheturm an der Stelle eines kleinen Holztürmchens errichtet wurde. Er hatte nicht viel davon. Turmvater Gerst musste vor den Nazis über Schweden in die USA fliehen und starb 1948 völlig verarmt in New York.

Goetheturm in Frankfurt: Turmvater wäre dieses Jahr 150 Jahre alt

Claus ist es gelungen, einen noch lebenden Neffen von Gerst zu finden. Über ihn erfuhr er vom Leben und Wirken des Mannes, über den es keinerlei Informationen gab. Mit ihm und vielen Hinweisen von Frankfurtern und dem Institut für Stadtgeschichte konnte er den Gründer des Goetheturms wieder lebendig werden lassen.

Als der Film von Claus gezeigt wird, gucken alle gebannt zu. Beim Interview mit dem Neffen von Gerst auf der Leinwand entsteht Gänsehaut. In diesem Jahr wäre der Turmvater 150 Jahre alt geworden. Vorsichtig enthüllen Heilig und der Künstler Hendoc die handgeschnitzte Plakette, die über dem Eingang befestigt ist. Der neue alte Goetheturm ist perfekt und strahlt in der Sonne. (Sabine Schramek)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare