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Die Unternehmen im Finanzsektor schätzen ihre Lage im Durchschnitt deutlich besser als vor einigen Monaten. Das zeigt eine Umfrage der IHK Frankfurt.
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Probleme bei Warnsignalen: In den oberen Stockwerken der Hochhäuser sind Sirenen nicht zu hören

Katastrophenschutz

Sirenen kehren nach Frankfurt zurück

Warnkonzept der Feuerwehr für Frankfurt setzt auch auf Handynachrichten in einzelnen Funkzellen. Nachholbedarf bei den Warnsystemen besteht in ganz Hessen - doch es gibt Lieferengpässen.

Die Frankfurter Feuerwehr wird der Stadtregierung demnächst ein Konzept dafür vorlegen, wie die Bevölkerung vor Gefahrensituationen gewarnt werden soll. Darin enthalten: die Forderung nach einem flächendeckenden Netz von Sirenen. Ein solches Netz sei „sinnvoll und notwendig“, sagte Rainer Heisterkamp von der Branddirektion der Frankfurter Rundschau am Donnerstag.

Die früher vorhandenen Sirenen waren in den vergangenen Jahren außer Betrieb genommen worden. Das war beim ersten bundesweiten Warntag im September 2020 deutlich geworden, bei dem es auch Probleme mit den Warnungen per App gab.

Tetratechnik erlaubt digitale Steuerung

Nicht nur Frankfurt, sondern auch andere hessische Städte wollen wieder Sirenen installieren und sie mit moderner Tetratechnik ausstatten, die es erlaubt, sie digital zu steuern. Das berichtet der Hessische Städtetag auf Anfrage.

Es zeige sich allerdings eine Schwierigkeit, schildert Städtetagsreferatsleiter Felix Wokittel, nämlich lange Lieferzeiten aufgrund der großen Nachfrage. „So wurden uns Lieferzeiten von bis zu drei bis vier Jahren genannt“, sagte Wokittel.

6,4 Millionen Euro aus Bundesprogramm für Hessen

Zwei Millionen Euro gibt das Land, um digitale Sirenensteuergeräte für die Tetradigitalfunktechnik zu fördern. Daneben stehen für Hessen 6,4 Millionen Euro aus einem Bundesprogramm für die Beschaffung und den Aufbau von elektronischen Sirenen zur Verfügung, die digital anzusteuern sind. Das geht aus der aktuellen Antwort von Innenminister Peter Beuth (CDU) auf Fragen der Linken hervor.

Warnungen

Hessenwarn und Nina heißendie beiden kostenlosen Warn-Apps des Landes Hessen und des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Auf Hessenwarn gibt es neben Warnungen vor Gefahrensituationen wie Hochwassser, Großbränden oder Bombenfunden auch die Möglichkeit, sich über Produktrückrufe oder Schulmeldungen auf dem laufenden halten zu lassen.

Am 8. September 2022 ist der nächste bundesweite Warntag geplant. Dabei werden Warn-Apps, Sirenen und andere Warnmedien getestet. pit

Mit dem Umstieg auf die Tetratechnik sei „eine substanzielle Verbesserung“ zu erwarten, schreibt Beuth. „Alle kommunalen Sirenen in Hessen werden zukünftig dann auch die Signale ,Warnung der Bevölkerung‘ und ,Entwarnung‘ auslösen können.“ Bisher gebe es Sirenen, die nur das Signal „Feueralarm“ auslösen könnten.

Die Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen im Sommer hat den Nachholbedarf deutlich vor Augen geführt. Viele Menschen konnten sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen, weil die Warnungen zu spät kamen. Zuvor hatte auch das hessische Warnsystem beim Warntag vor gut einem Jahr nicht wie geplant funktioniert. Apps wie Hessenwarn zeigten die Warnung zu spät oder gar nicht an.

Bund muss Mangel beheben

Minister Beuth schreibt nun, Ursache für die „erhebliche Verzögerung der Alarmweiterleitung“ an die App sei „eine Fehlfunktion des Verteilsystems des Bundes“ gewesen. „Die Behebung dieses Mangels liegt in Verantwortung des Bundes und ist dort auch in Umsetzung.“ Hessenwarn selbst habe jedenfalls „einwandfrei funktioniert“.

Fachleute, Politikerinnen und Politiker verweisen zudem darauf, dass man sich nicht auf die Apps alleine verlassen dürfe, die auf dem Smartphone installiert werden müssen. „Besonders wichtig ist, dass für eine großflächige Warnung die Sirene das einzige Medium ist, das einen hohen Warneffekt aufweist, insbesondere nachts“, sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU im Landtag, Holger Bellino.

Warnungen liefen ins Leere

Sein Kollege von den Linken, Torsten Felstehausen, nennt es gar „fahrlässig“, dass Minister Beuth weiterhin auf eine Warnung der Bevölkerung durch Handyapps setze. „Beim Zusammenbruch der Handynetze liefen die Warnungen ins Leere“, hebt Felstehausen hervor.

Beim bundesweiten Warntag ertönten in Frankfurt nur die Sirenen rund um die Industrieparks in Höchst und Fechenheim, weil die übrigen inzwischen eingemottet worden waren. Die Frankfurter Feuerwehr will erreichen, dass das geändert wird. Dabei müsse das Konzept auch eine Lösung für die Hochhäuser beinhalten, so Brandoberamtsrat Heisterkamp. Es gebe keine Sirenen, „die im 38. Stock wahrgenommen werden können“. Außerdem werde das Konzept über das Thema Sirenen hinausgehen. „Sirenen haben nur den Weckeffekt“, sagte Heisterkamp. Anschließend brauche es Informationen und Ansprechstellen für die Bevölkerung.

Cell Broadcasting gefordert

Die Frankfurter Feuerwehr macht sich ebenso wie der Hessische Städtetag auch für das sogenannte Cell Broadcasting stark. Dabei werden Benachrichtigungen unaufgefordert an alle Mobiltelefone geschickt, die sich in bestimmten Funkzellen aufhalten. Dieses System habe sich im Ausland längst etabliert, erläuterte Heisterkamp.

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