+
Der "Sommernachtstraum" kommt seit Jahren gut beim Publikum der Dramatischen Bühne an.

Kultur

"Irgendwas geht immer kaputt"

  • schließen

Die Dramatische Bühne, die derzeit im Grüneburgpark auftritt, sammelt Geld für Zelte und Technik.

Wenn sich die Abendkühle über den Grüneburgpark legt und die Schauspieler aus ihren opulenten Kostümen schlüpfen, ist ihre Arbeit noch nicht getan. „Wir machen dann das Festivalgelände nachtfest“, sagt Thorsten Morawietz. Seit 31 Jahren leitet er die Dramatische Bühne, seit 16 Jahren tritt das freie Schauspiel-Ensemble beim Freiluftfestival im Grüneburgpark auf. Nachtfest machen heißt Kostüme und Requisiten verstauen, Licht- und Tonanlagen abbauen oder mit Zeltplanen verhängen, die Bühne vor Regen schützen. „Das ist ganz schön arbeitsintensiv“, sagt er.

Die sommerlichen Temperaturen hätten in diesem Jahr viele Besucher in den Grüneburgpark gelockt, die Aufführungen seien mit oft mehr als 100 Besuchern pro Abend gut besucht, außer einmal, als es regnete, da seien es weniger Besucher gewesen. Die Regennacht habe ihre Spuren hinterlassen. Obwohl die Zelte frisch imprägniert worden seien, seien sie nach dem Regenguss durchweicht gewesen. Überhaupt: „Die Freiluftsaison beansprucht das Equipment außerordentlich“, so Morawietz. „Irgendwas geht immer kaputt.“

Um den Theaterbetrieb am Laufen zu halten, sammelt die Dramatische Bühne derzeit Geld bei einer Crowdfunding-Kampagne. Neue Zelte und Liegestühle will sie kaufen; Bühnentechnik und Kostüme müssen repariert werden. Vom Ziel – 3000 Euro – ist die Spendenaktion noch weit entfernt, bisher kamen 545 Euro zusammen. „Aber wir haben ja noch knapp vier Wochen Zeit.“

Bis Anfang September können die Zuschauer im Grüneburgpark die großen Stoffe der Weltliteratur sehen – Shakespeare, Goethe, Thomas Mann – in der für die Dramatische Bühne charakteristischen Mischung aus üppigen Kostümen und sprachlichem Witz. Im Programm ist auch eine Aufführung für Kinder, „Die Piraten der Karibik“.

Das Freiluftfestival im Grüneburgpark ist das älteste der Stadt. Vorher trat Thorsten Morawietz mit seinem Ensemble am Mainufer, im Ostpark und im Günthersburgpark auf. Die eigentliche Spielstätte ist die Exzess-Halle in Bockenheim.

Geringer Eintrittspreis

„Wir nehmen dort nur acht Euro Eintritt“, sagt Morawietz, dem eine soziale Durchmischung des Publikums wichtig ist und, dass auch Menschen, die sonst nicht ins Theater gehen, durch den niedrigen Preis ans Theater herangeführt werden. „Wer überhaupt kein Geld hat, kann das am Eingang sagen, dann kommt er umsonst rein.“ Das gelte auch für das Freiluftfestival, bei dem der Eintritt 17 Euro beziehungsweise ermäßigt zwölf Euro kostet. Die Stadt fördert die Theaterschaffenden in diesem Jahr mit 30 000 Euro – und dennoch: „Wir schieben ein Finanzloch vor uns her. Wenn wir nicht weitere Aufträge bekommen würden, wären wir pleite“, sagt Thorsten Morawietz.

Ein Auftrag dieser Art ist, beim Altstadtfest vom 28. bis 30. September aufzutreten, wo die Dramatische Bühne Goethes „Faust“ und den „Werther“ zeigt. Auch seien Aktionen für die Messe Frankfurt geplant.

„Wir hoffen aber weiterhin darauf, dass die Stadt Frankfurt die Finanzierung unseres Theaters substanziell erhöht, damit wir unabhängiger von diesen Aufträgen werden“, sagt der Theaterleiter.

In den kommenden Wochen, bis 2. September, wird Thorsten Morawietz wieder jeden Abend auf der Bühne stehen, wenn sich die Abendkühle über den Grüneburgpark legt.

Die Crowdfunding-Kampagne findet sich im Internet unter: startnext.com/freilichtfestival-2018

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare