+
Musiker Zipp Kowalew (am Piano) und Ringer Alexander Leipold (Mitte mit Trommel) sorgen im Kinderkrankenhaus für Stimmung.

Ostend

Überraschungsgäste in der Klinik

  • schließen

Sportler muntern Patienten im Clementine-Kinderkrankenhaus auf. Im kommenden Jahr sollen Eltern und das Pflegepersonal einbezogen werden.

Großen Andrang gibt es am Montagnachmittag in einem Spielzimmer des Clementine-Kinderhospitals. Ein ganzer Tross an Besuchern ist an die Theobald-Christ-Straße gekommen, um die jungen Patienten ein weinig abzulenken und zu unterhalten. Und es sind nicht irgendwelche Besucher, die die Aufmerksamkeit der Jungen und Mädchen auf sich ziehen.

Zwei Männer in einem lebensgroßen Schildkröten- und einem Löwen-Kostüm, eine bunt geschminkte Clownin, der ehemalige Eishockey-Profi Rick Goldmann, drei Eishockey-Spieler der Frankfurter Löwen, der ehemalige Olympiasieger im Ringen, Alexander Leipold, sowie die dänische Triathletin und Ironman-Gewinnerin Tine Holst sind dabei. „Jeder weiß, wie wichtig ein Kinderlachen ist“, sagt Leipold: „Wir wollen die Kinder auf andere Gedanken bringen.“ Holst ergänzt, Profi-Sportler würden häufig als verbissen gelten. Dabei würde „Lachen locker machen“. Das wolle sie auch den kranken Kindern vermitteln.

Mit Musik wird das Eis gebrochen: Jingle Bells, Hey Hey Wickie und Pippi Langstrumpf intoniert der improvisierte Chor gemeinsam. Musiker Zipp Kowalew spielt Keyboard, die Sportler steigen mit Rasseln in den Rhythmus ein. Die beiden jungen Patienten Isabel und Semih schauen die Gäste mit großen Augen an, singen dann auch ein bisschen mit und lächeln. Der siebenjährige Semih war erst in der Nacht zuvor ins Krankenhaus gekommen und muss noch zwei Tage bleiben. „Schön“, findet er den überraschenden Besuch. Er hält die Autogrammkarte eines Löwen-Eishockeyspielers in der Hand und deutet mit strahlendem Gesicht auf das Logo des Klubs. Auch seine Eltern Derya und Mehmet Yando freuen sich und wippen im Takt der Musik mit. „So kann man kurz vergessen, dass man krank ist“, sagt Semihs Vater und die Mutter ergänzt: „Das ist eine gute Motivation, wieder gesund zu werden.“

Initiiert hat die Aktion der Verein „Zeit des Lachens“. Vereinsgründerin Jacqueline Althaller sagt: „Wir wollen Kindern ein Lachen schenken, denn gemeinsames Lachen verbindet.“ Aus eigener Erfahrung wisse sie, wie schwierig der Umgang mit kranken Kindern sei.

Kristin Brunner, Sprecherin des Clementine-Hospitals, freut sich über die „willkommene Abwechslung. Lachen ist immer gesund.“ Einige der kleinen Patienten seien sehr lange in Behandlung. Da sei etwas Ablenkung wichtig. Einmal wöchentlich kämen etwa Mitarbeiter des „Experiminta“-Museums vorbei und zeigten den Kindern einfache naturwissenschaftliche Experimente, um ihnen die Zeit im Krankenhaus zu verkürzen. Auch Heilerziehungspflegerin Lauraine Heim begrüßt die Aktion. Sie finde vor allem gut, „wenn mal andere Leute da sind, die nicht den Fokus auf Krankheit legen“.

Im kommenden Jahr will der Zeit des Lachens-Verein auch das Pflegepersonal und die Eltern mit einbeziehen, und „Lach-Yoga“-Kurse im Clementinen-Krankenhaus anbieten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare