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Die Route führt am Main entlang bis nach Santiago de Compostela in Galicien.

Kirche

Pilgern für mehr Gemeinschaft

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Die Pfarrei Sankt Jakobus möchte zu ihrem fünften Geburtstag 2020 den gesamten Jakobsweg bewältigen. Auch nicht religiös gebundene Menschen sind willkommen.

Wer einen erfahrenen Pilger fragt, wo der Jakobsweg beginne, erhält zur Antwort: direkt vor der Haustür. Schließlich führen alle Wege ins nordspanischen Galicien nach Santiago de Compostela. Wanderfreunde in früheren Zeiten sind auch nicht mit dem Flugzeug nach Spanien gejettet, um dort loszulaufen. Außerdem ist pilgern eine Geisteshaltung. Letztlich ist es für den Weg zu Gott oder einer spirituellen Erfahrung wurst, wo’s lang geht.

Frankfurter sind dennoch auf der sicheren Seite. Eine der offiziellen Routen des Jakobswegs führt am Mainufer entlang nach Mainz, der Weg ist durchgängig mit dem europäischen Muschelzeichen markiert. Auch deswegen hat sich die noch junge Pfarrei Sankt Jakobus nach dem Pilger-Apostel Jakobus benannt. Vor vier Jahren haben sich die drei katholischen Gemeinden in Goldstein, Niederrad und Schwanheim zusammen geschossen. Zum fünften Geburtstag 2020 will die Pfarrei nun den kompletten Jakobsweg von Frankfurt nach Santiago de Compostela pilgern.

Natürlich soll niemand die 2740 Kilometer am Stück laufen. Gemeindereferentin Christine Sauerborn-Heuser muss kurz lachen. Obschon Pilgern eine Stärke der Pfarrei ist. Einige Gruppen sind bereits aktiv. Es gibt Männerpilgern, Pilgern vor der Haustür, Pilgern für Paare.

Den großen Weg sollen die Mitglieder aber in Etappen zurücklegen. Die ganze Pfarrei darf sich beteiligen. Gemeinschaftsstiftend soll das sein. „Wir sollen das Gefühl bekommen, man hat was miteinander geschafft“, sagt Sauerborn-Heuser. Dafür hat die Pfarrei eigens eine Arbeitsgruppe gegründet. Die Rückmeldungen sind positiv. Sauerborn-Heuser ist richtig überrascht, wie viele sich gemeldet haben, sich mit auf den Weg machen wollen. „Auch Leute, die sich sonst nicht so im Gemeindeleben rühren.“

Von Kindergartenkindern bis zu Senioren werden alle unterwegs sein, von einzelnen Pilgertagen hin bis zu mehrwöchigen Touren, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder zu Pferd. Wenn zwischendrin 50 Kilometer fehlen, dann ist das halt so. „Wir sind da nicht pedantisch.“ Und wenn die Gemeinde das Projekt 2020 nicht abschließt, dann „laufen wir 2021 weiter“.

Auch Wallfahrten für Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind, wird es geben. An einem Wochenende geht’s von Frankfurt über Mainz nach Worms zum Dom. Wer nicht radelt oder läuft, nimmt den Bus. „Man trifft sich dann wieder zum gemeinsamen Essen und einem Gottesdienst“, sagt Sauerborn-Heuser.

Hauptsache ist, dass sich viele Menschen auf den Weg machen und sich im Vorfeld und im Nachhinein viel zu erzählen haben. „Ihre Erfahrungen und Eindrücke schildern und ganz neue Verbindungen entstehen innerhalb unserer Pfarrei.“ Aber nicht nur Christen aus der Pfarrei sind angesprochen, auch nicht religiös gebundene Menschen sind willkommen. Aber: „Sie müssen sich aufs Pilgern einlassen“, sagt Sauerborn-Heuser. „Das ist kein Wanderclub.“

Unterschiede gebe es da schon. Gut, man pilgert in der Gruppe, oder alleine, schweigend oder im Gespräch. Wie beim Wandern. Es gibt einen gemeinsamen Beginn und ein Ende. In der Natur kommt man automatisch zur Ruhe. Aber beim Pilgern gebe es andere Impulse: Es gehe schon um Spiritualität. Pilger setzen sich zum Beispiel mit einem Bibeltext auseinander, etwa zur Landschaft.

Zum Infoabendlädt die Pfarrei für Donnerstag, 21. März, um 19 Uhr, ins Gemeindezentrum Mutter vom Guten Rat, Kniebisstraße 27 in Niederrad. Info unter Telefon 67 80 86 50 oder E-Mail: zentralesbuero@stjakobus-ffm.de

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