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Klimapicknick im Senckenberg Naturmuseum.Foto: Renate Hoyer
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Klimapicknick im Senckenberg Naturmuseum.Foto: Renate Hoyer

Frankfurt

Picknick mit denScientists for Future

Das Senckenberg-Institut lädt bei Essen und Trinken zu Klimagesprächen ein

Am Freitagmorgen laufen vor dem Studierendencafé auf dem Campus Bockenheim bereits die Vorbereitungen für den großen Klimastreik auf Hochtouren. Die Bockenheimer Warte ist einer der sechs Startpunkte der Demonstrationen, die sich zum zentralen Kundgebungsort an der Alten Oper bewegen werden. Direkt nebenan, im Senckenberg Museum, haben sich zur gleichen Zeit Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen versammelt. Sie wollen mit Interessierten, die heute freien Eintritt in das Museum haben, ins Gespräch über die Auswirkungen des Klimawandels kommen – und über Wege, wie ihnen entgegengewirkt werden kann.

Ellbogen in Frankfurt

Dominik Eichel (21) ist einer derjenigen, die die Zeit vor dem Protest nutzen, sich zu informieren. Der zukünftige Biologiestudent aus Oberursel interessiert sich vor allem für Aktivismus auf dem Rad, aber läuft auch bei „Fridays for Future“ mit, soweit es geht. Obwohl er sich schon intensiv mit Themen wie Mobilität und Biodiversität auseinandergesetzt hat, habe er bei den „Scientists for Future“ doch noch etwas Neues gelernt, sagt er. „Ich war immer jemand von denen, die bessere Infrastruktur gefordert haben, aber dass das Ganze auch eine kulturelle Dimension hat, war mir nicht so bewusst.“

Konrad Götz vom Institut für sozio-ökologische Forschung (ISOE) hat ihn kurz zuvor darüber aufgeklärt, dass sich Mobilitätskulturen von Stadt zu Stadt unterscheiden. „In Frankfurt gehen die Autofahrer ellbogenmäßig mit den Radfahrenden um, was dazu führt, dass diese sich ähnlich verhalten.“ Für ein angenehmeres Fahrklima, das mehr Menschen zum Radfahren bewegt, sei also nicht nur eine infrastrukturelle Veränderung nötig, sondern auch ein gesellschaftliches Umdenken.

Der Klimaaktivist Bruder Clemens hält aber gerade eine radikale Umstellung des innerstädtischen Autoverkehrs für die Lösung. Er hat sich an einen Tisch mit zwei Vertretern der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) gesetzt und erzählt von anderen europäischen Städten wie Brüssel und Paris, die bereits Maßnahmen für eine autofreie Innenstadt eingeleitet haben. „Frankfurt sollte sich stärker europäisch orientieren“, fordert der Geistliche. „Es braucht in Deutschland eine Stadt, die vorangeht und da könnte Frankfurt jetzt eine Vorbildfunktion einnehmen.“

Bei all den Beschwerden müsse man jedoch auch anmerken, dass sich in den letzten Jahren in Frankfurt viel verbessert habe, so Götz vom ISOE. Die roten Fahrradstreifen auf der Friedberger Landstraße seien zum Beispiel ein großer Fortschritt. „Die Farbe ist optisch sehr ansprechend und räumt dem Fahrrad als Verkehrsmittel symbolisch viel Platz in der Öffentlichkeit ein.“ Positiv sei außerdem die Entwicklung, dass das Klima heute der Ausgangspunkt aller Debatten über Mobilität und Stadt sei. „Das haben wir ,Fridays for Future‘ zu verdanken“, meint Götz.

„Die Bewegung argumentiert sehr forschungsbasiert“, sagt Brigitte Franzen, Direktorin des Senckenberg Museum. Das sei auch der Grund, weshalb sie schon immer beratend an der Seite von FFF gestanden hätten. Die Aufgabe des Museums sei es im Grunde, Informationen zu bewahren und sie weiterzugeben. „Für viele ist dies hier die erste Museumserfahrung in ihrem Leben“, sagt Franzen. Sie sehe sich und ihre Kolleginnen und Kollegen deshalb in der Verantwortung, Wissen für alle Altersstufen verständlich aufzubereiten und mit Aktionen wie dem Klimapicknick oftmals bereits gut informierte Schülerinnen und Schüler weiterzubilden. (KIKI BRUDER)

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