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Pflege in Frankfurt: Möglichkeiten und Kosten

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Von: Steven Micksch

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Es gibt viele verschiedene Angebote der Betreuung, doch nicht alle sind jederzeit verfügbar. Anlaufstellen können wertvolle Tipps geben.

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn im Alter Pflege nötig wird?

Viele Menschen werden von ihren Angehörigen zu Hause gepflegt. Wenn dies nicht möglich ist, gibt es ambulante Dienste, die in die eigene Wohnung kommen und die pflegerische und hauswirtschaftliche Versorgung übernehmen. Eine Alternative ist die Tagespflege, bei der die älteren Menschen tagsüber in einer Einrichtung betreut und versorgt werden. Am Abend kehren sie dann in ihre Wohnung zurück. Eine weitere Form ist das Betreute Wohnen. Dabei leben die Senior:innen in von Trägern bereitgestellten Wohnungen und erhalten mindestens pflegerische Unterstützung. Bei der stationären Pflege ziehen die Menschen dauerhaft in eine Seniorenpflegeeinrichtung und werden dort umsorgt.

So viele Möglichkeiten … wo gibt es in Frankfurt Beratungsmöglichkeiten über alle Angebote?

Das Rathaus für Senioren in der Hansaallee 150 ist ein guter Anlaufpunkt. Per Telefon 069/212 499 11 oder per E-Mail an rathaus-fuer-senioren@stadt-frankfurt.de ist ein Kontakt möglich. Auch der Pflegestützpunkt Frankfurt hilft bei Fragen rund um Pflege und Versorgung (Telefon 0800 /589 36 59 oder E-Mail pflegestuetzpunkt@frankfurt.de). Beim Bürgerinstitut Frankfurt in der Oberlindau 20 gibt es ebenfalls Rat, 069/ 972 01 70 oder per E-Mail (info@buergerinstitut.de).

Bekommt man in der Regel sofort einen Pflegeplatz, wenn man ihn braucht?

Eher nicht. Laut dem Verbund Pflegehilfe warten Pflegebedürftige durchschnittlich etwas länger als anderthalb Jahre, bis sie einen freien Pflegeplatz erhalten. Es ist aber möglich, sich bereits vorsorglich auf eine Warteliste setzen zu lassen. Es besteht kein Zwang, den freien Pflegeplatz dann auch anzunehmen, wenn dieser einem schließlich angeboten wird. Danach beginnt aber eine erneute Warteperiode für den nächsten freien Pflegeplatz.

Wie viel kostet ein Heimplatz in der Regel?

Seit 2017 gilt das Pflegestärkungsgesetz II und damit ein einrichtungseinheitlicher Eigenanteil für die Pflegegrade 2 bis 5. Betroffene mit Pflegegrad 5 zahlen für die Pflege also genauso viel zu wie Betroffene mit Pflegegrad 2. Der pflegebedingte Eigenanteil unterscheidet sich nur noch von Einrichtung zu Einrichtung. Im Bundesdurchschnitt kostet ein Platz im Pflegeheim etwa 3300 Euro im Monat.

Muss ich alles selbst zahlen?

Nein. Zunächst zahlen die Pflegeversicherungen bei vollstationärer Pflege eine Pauschale, die vom Pflegegrad abhängt. Beim 1. Grad sind es 125 Euro pro Monat. In den weiteren Pflegegraden dann 770, 1262, 1775 und schließlich 2005 Euro bei Pflegegrad 5. Der Rest ist der Eigenanteil, den man tragen muss. Dieser liegt im Bundesdurchschnitt bei etwa 2200 Euro. Der Verband der Ersatzkassen Hessen erhob, dass der monatliche Eigenanteil in Hessen 2022 durchschnittlich bei 2122 Euro lag – Tendenz steigend.

Gibt es weitere Unterstützung?

Seit Januar 2022 gibt es einen Leistungszuschlag zum pflegebedingten Eigenanteil, der mit der Dauer der vollstationären Pflege steigt: Im ersten Jahr trägt die Pflegekasse fünf Prozent des pflegebedürftigen Eigenanteils, im zweiten Jahr 25 Prozent, im dritten Jahr 45 Prozent und danach 70 Prozent.

Was ist, wenn das eigene Einkommen nicht reicht, um den Eigenanteil zu decken?

Wenn weder der Pflegebedürftige noch der Ehepartner genügend Einkommen und Vermögen besitzen, um für die Pflege aufzukommen, kann Hilfe zur Pflege beantragt werden. Zudem muss ein Pflegegrad vorliegen. Ab Pflegegrad 2 gibt es auch Hilfen in den Versorgungsbereichen stationäre, häusliche, teilstationäre oder Kurzzeitpflege. Wie viel Geld es am Ende gibt, hängt ganz konkret vom persönlichen Pflegebedarf und dem Einkommen ab, eine Pauschale gibt es nicht. Frankfurter:innen, die Hilfe zur Pflege beantragen oder sich informieren möchten, können sich an die Sozialrathäuser wenden. Wer die Behördennummer 115 anruft, bekommt Auskunft, welches Rathaus zuständig ist.

Zusammengestellt von Steven Micksch

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