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Markus Schmidt.

Bornheim

Pfarrer auf dem zweiten Weg

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Die St. Josef Gemeinde hat ein neues Kirchenoberhaupt. Markus Schmidt wird als neuer Pfarrer offiziell am kommenden Sonntag, 9. Dezember, eingeführt.

Wer mit Pfarrer Markus Schmidt spricht, kommt um das Thema Bratwürste kaum herum. Nicht, weil der neue Pfarrer der St. Josef Gemeinde unentwegt Würste äße. Doch wer mit dem 54-Jährigen, der diese Woche seinen Dienst an der Berger Straße angetreten hat, über seinen Lebenslauf spricht, landet unweigerlich bei Gegrilltem.

Schmidt wurde in einem kleinen Ort bei Montabaur in Rheinland-Pfalz geboren. Schon in jungen Jahren nahmen seine Eltern ihn und seine beiden jüngeren Schwestern mit in die Kirche, erzählt er, „und abschließend gab es Pommes und Bratwurst“. Nicht lange bedurfte es der Belohnung, damit Markus Schmidt regelmäßig in die Kirche ging. Er engagierte sich in der Gemeinde, wurde Messdiener. Und auch als er später erfolgreich Leichtathletik betrieb, habe er vor dem Training die morgendliche Messe besucht. „Auch meine Freunde habe ich immer erst nach dem Abendgottesdienst getroffen.“

Trotz seines Interesses schlug Schmidt nicht unmittelbar eine priesterliche Laufbahn ein. Stattdessen machte er eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten und arbeitete in der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises. Doch schon nach einem Tag habe er gewusst, „hier gehst du nicht in den Ruhestand“. Auf dem zweiten Bildungsweg holt er sein Abitur nach und studierte anschließend katholische Theologie in München und Frankfurt. In dieser Zeit habe er sich immer wieder mit Freunden aus Bornheim getroffen. Und am Grillstand vor der Josefskirche Bratwürste gekauft. „Nach der Abendmesse haben wir dort oft welche gegessen.“

Schon damals habe er sich vorstellen können, eine Pfarrstelle in Frankfurt anzutreten. Doch nach Stationen in Königstein, Hadamar und Wetzlar bekam er zunächst eine Stelle in einer frisch fusionierten Gemeinde in Hochheim. Die vergangenen zwölf Jahre war Schmidt dort aktiv, half, mit, dass sie zusammenwuchsen. Und sorgte für einen neuen Brauch. „Ich habe es geschafft, dass es seitdem am Pfarrfest Currywurst gibt“, freut sich Schmidt. Das habe er sich zu seinem 50. Geburtstag gewünscht.

Noch bis Mitte Januar wohnt der Pfarrer in Hochheim. Dann möchte er ins Bornheimer Pfarrhaus wechseln. „Ich will nicht, dass die Leute denken, wir sind hier nur ein Verwaltungszentrum.“ Denn Schmidt, der die Nachfolge von Uwe Michler antritt, ist nicht nur für Bornheim zuständig. Die Pfarrei kümmert sich auch um die Heilig Geist Gemeinde im Riederwald, Maria Rosenkranz in Seckbach und Herz Jesu in Fechenheim. Auch dort wird er in Zukunft unterstützt von drei Mitarbeitern Gottesdienste halten.

Ob er auch dort Bratwürste zu Pfarrfesten reichen wird, bleibt abzuwarten.

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