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So sehen sie aus die neuen Pfandringe - wie hier an der Neue Kräme/Berliner Straße.

Test

Pfandflaschen retten

  • vonHanna Festerling
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An mehreren Mülleimern in der Stadt wird das neue Pfandringsystem getestet. Das soll für weniger Müll sorgen. Außerdem müssen Pfandflaschensammler nicht mehr im Dreck wühlen.

An einem Laternenpfahl über dem Mülleimer ist ein grüner Ring mit vier Abstellflächen angebracht. „Ringelpiez mit Pfandflaschen – lass dein Pfand doch einfach hier!“, steht auf einem Plakat darüber.

Denn Pfand gehört nicht in den Müll. Aus mehreren Gründen. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne), die Stabsstelle Sauberes Frankfurt und die Sauberkeitskampagne Cleanffm testen nun ein neues Pfandringsystem an öffentlichen Mülleimern. Vorgestellt wurde die Initiative „Just for Pfand“ am Mittwoch am Fußgängerüberweg Neue Kräme und Berliner Straße.

„Unser Ziel ist, dass die Pfandflaschen nicht mehr im Müll landen, sondern zurück in den Recyclingkreislauf gelangen“, sagt Rosemarie Heilig. 28 Millionen Pfandflaschen würden in Deutschland jährlich im Restmüll entsorgt werden und die Umwelt belasten. „Die Flaschen im Pfandring unterstützen auch die Menschen, die sie sammeln und den Pfand generieren“, so Heilig. Es seien viele Pfandflaschensammlerinnen und Pfandflaschensammler unterwegs. Der Pfandring vermeide das Durchsuchen der öffentlichen Mülleimer.

Bisher seien Flaschen oft auf dem Boden vor oder neben den Mülleimern abgestellt worden. Bei Plastikflaschen reiche ein leichter Windstoß, um sie in die Umwelt zu wehen. Glasflaschen seien aber ein noch viel größeres Problem. „Glasscherben sind eine der größten Gefährdungen“, sagt Claudia Gabriel, Leiterin der Stabsstelle Sauberes Frankfurt. Mit dem neuen Pfandringsystem soll auch Glasmüll auf der Straße vermieden werden. Städte wie Hamburg, Köln oder Bremen haben das Pfandringsystem bereits getestet. Die Ergebnisse fielen nicht immer positiv aus. „Häufig wurden die Pfandringe als Mülleimer oder Ablage für Flaschen ohne Pfand missbraucht“, sagt Gabriel. Dennoch bestünde die Hoffnung, dass das Projekt in Frankfurt gut angenommen und ausgeweitet werde. „Die Frankfurter machen das. Da bin ich mir sicher“, sagt Heilig.

An 15 Standorten in Frankfurt werden die Pfandringe getestet: am Liebfrauenberg, an der Hauptwache, am Hauptbahnhof und an der Konstablerwache. Die Gesamtkosten der Kampagne lägen bei 12 700 Euro. Getestet werden soll zunächst für ein Jahr, nach sechs Monaten soll bereits ein Zwischenstand feststehen. „Es ist ein flexibles System für Pfosten jeder Art“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig mit Blick auf zukünftige Standorte.

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