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Petra Roth soll Ehrenbürgerin werden

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Von: Claus-Jürgen Göpfert

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Petra Roth war von 1995 bis 2012 Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main. Erstmals trug mit ihr eine Frau die Amtskette der Mainmetropole.
Petra Roth war von 1995 bis 2012 Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main. Erstmals trug mit ihr eine Frau die Amtskette der Mainmetropole. © Rolf Oeser

Die Frankfurter CDU-Fraktion schlägt vor, Petra Roth zur Ehrenbürgerin der Stadt zu machen. In der Römer-Koalition ein zeichnet sich Unterstützung für das Ansinnen ab.

Viereinhalb Jahre sind vergangen, seit die langjährige Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) sich in den Ruhestand verabschiedet hat. Jetzt kann die 72-jährige Politikerin damit rechnen, als zweite Frau überhaupt in 222 Jahren Ehrenbürgerin der Stadt zu werden. Einen entsprechenden Vorschlag will die CDU-Fraktion im Römer bereits am morgigen Mittwochabend beraten. CDU-Fraktionschef Michael zu Löwenstein sagte, man greife eine Anregung der Jungen Union (JU) Frankfurt auf. „Es ist jetzt der Zeitpunkt gekommen“, sagte der Politiker.

An den großen Verdiensten Roths für die Stadt könne kein ernsthafter Zweifel bestehen. Die CDU werde deshalb den Vorschlag der Ehrenbürgerschaft Roths offiziell in die Römer-Koalition mit Sozialdemokraten und Grünen einbringen. Der Nachfolger Roths, Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), steht dem Vorschlag dem Vernehmen nach aufgeschlossen gegenüber.

Auch die Grünen signalisierten am Montag ihre Zustimmung. „Petra Roth hat sich in der Tat sehr um Frankfurt verdient gemacht“, sagte Manuel Stock, der Fraktionschef der Grünen im Römer.

„Petra Roth hat die Stadt geprägt“

Er verwies darauf, dass ohne Roth und den damaligen CDU-Kreisvorsitzenden Udo Corts im Jahre 2006 keine schwarz-grüne Römer-Koalition denkbar gewesen wäre.

„Petra Roth hat die Stadt geprägt“, urteilte Stock. Er hob insbesondere hervor, dass die Oberbürgermeisterin nach ihrer Wahl 1995 den Frankfurter Weg in der Drogenpolitik unterstützt habe – obwohl dies in ihrer Partei auf Bundesebene sehr umstritten gewesen sei. „Petra Roth war immer neugierig und tatendurstig“, sagte Stock.

Sie habe die Ehrenbürgerwürde mindestens ebenso verdient wie der ehemalige Oberbürgermeister Walter Wallmann (CDU). Der Politiker hatte sie im Jahre 2009 erhalten. Wenn die Stadtregierung dem Vorschlag der CDU folgt, könnte Roth im Stadtparlament noch im Juni vor der Sommerpause geehrt werden.

Tatsächlich umfasst die Liste der Ehrenbürgerinnen und Ehrenbürger seit der ersten Verleihung im Jahre 1795 lediglich 30 Personen – darunter ist nur eine Frau. 2016 war die 95-jährige Holocaust-Überlebende Trude Simonsohn als erste Frau gewürdigt worden. Außer ihr lebt nur noch ein Ehrenbürger. Es ist der mittlerweile 73 Jahre alte Bankier und Mäzen Friedrich von Metzler. Er war im Jahre 2003 ausgezeichnet worden.

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