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OB Feldmann (links) lässt die neue Glocke erstmals erklingen, Wolfgang Weber von der Bürgervereinigung Höchster Altstadt freut sich.

Bolongaropalast in Frankfurt-Höchst

Satter Ton auf der Baustelle

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Die Glocke ist in den Bolongaropalast in Frankfurt-Höchst zurück gekehrt. Die Bürgervereinigung Höchster Altstadt hat 5400 Euro dafür gestiftet.

Der Bolongaropalast hat   wieder eine Glocke. Das Original wurde im zweiten Weltkrieg eingezogen und sollte zu Rüstungszwecken eingeschmolzen werden. Die Spur verliert sich in Hamburg, über das weitere Schicksal ist nichts bekannt. Bei den Renovierungsplanungen für den Bolongaropalast war von einem Schlagwerk im Uhrturm die Rede. Die Bürgervereinigung Höchster Altstadt beschloss vor einem Jahr , wieder eine Glocke im Uhrturm aufzuhängen und hat der Stadt dafür 5400 Euro gestiftet.

Die neue Glocke ist etwas schwerer als die alte, auch die Inschrift ist anders: „Der Krieg ließ mich verstummen, Bürgersinn wieder erklingen.“ Markus Grossbach, Vorstand des Kultur- und Museumsvereins Bolongaropalast, hat die Zeilen initiiert. Zwei Botschaften sollen damit weitergegeben werden: zum einen der Wunsch, es möge nie wieder Krieg geben, zum anderen soll das Engagement der Höchster Bürger und Vereine zum Ausdruck gebracht werden.

Vom historischem Gebäude ist derzeit wenig zu sehen, es ist von Baugerüsten umstellt. Nach einem zehn Jahre alten städtischen Sanierungsbeschluss, haben 2017 die Renovierungsarbeiten begonnen. Die Bürgervereinigung hatte 2014 bereits 5000 Euro für die Kapelle zur Verfügung gestellt, um „die Sanierungsarbeiten voranzutreiben“, wie Wolfgang Weber, vom Vorstand der Bürgervereinigung sagt.

Auch die Übergabe der Glocke ist in diesem Sinne eine Aufforderung an die Stadt. Symbolisch gesehen „möge die Glocke bis in den Römer klingen, dass die Höchster nicht nur meckern können, sondern auch tatkräftig mit anpacken und aktiv werden“, sagt Wolfgang Weber versöhnlich.

Zum Schluss übergibt Hanns Martin Rincker von der gleichnamigen Glockengießerei den Klöppel an OB Peter Feldmann, der den ersten Glockenschlag ausführt. Ein satter, klangvoller Ton schallt durch das Palastgebäude. „Sie als Höchster Bürger können stolz auf sich sein“, sagt das Stadtoberhaupt. Die Rückkehr der Glocke in den Uhrturm des Bolongaropalastes zeige, dass sich die Höchster mit großem Engagement ihr Selbstbewusstsein zurückholen.

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