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Leider auch in Frankfurt keine Realität.

Armut in Frankfurt

Kinderarmut in Frankfurt offensiv begegnen

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Mit der Präsentation an der Neuen Gymnasialen Oberstufe (NGO) in Bockenheim hat der Frankfurter Jugendring seine fünfte und vorerst letzte Schule mit dem Thema Kinderarmut konfrontiert.

Bei der These, dass man Kinderarmut beseitigen könne, wenn man die Armut der Eltern angehe, nahmen die Wortmeldungen der Schüler schlagartig zu. Mal gab es Zustimmung, aber es gab auch Stimmen, die sagten, dass man beides nicht vermischen dürfe. Auch Yassine Chaikhoun vom Frankfurter Jugendring (FJR) machte deutlich, dass man Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinder- und Jugendarmut nicht an Maßnahmen gegen Elternarmut koppeln sollte. Gesprächsbedarf gab es genügend bei der Vorstellung der Kampagne des FJR zur Bekämpfung von Kinder- und Jugendarmut.

Mit der Präsentation an der Neuen Gymnasialen Oberstufe (NGO) in Bockenheim hat der Jugendring seine fünfte und vorerst letzte Schule mit dem Thema konfrontiert. Vor mehr als 100 Schülern zeigten Chaikhoun und sein Kollege Sébastien Daudin die aktuelle Lage von Kindern und Jugendlichen in Frankfurt auf. Fast jedes vierte Kind in Frankfurt lebt in einer Familie die Hartz IV bekommt. 2015 waren somit 25 675 Kinder betroffen. „Unsere Armut hier ist keine Hungerarmut“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann, der wie bei den Präsentationen zuvor wieder dabei war. Vielmehr bewirke die finanzielle Einschränkung einiger Kinder einen Ausschluss von Möglichkeiten.

So müssen manche Kinder und Jugendlichen auf Abendveranstaltungen, wie Konzerte oder Discobesuche verzichten. Aber auch bei Klassenfahrten oder dem täglichen Mittagessen gelte es oft Abstriche zu machen. Der Oberbürgermeister legte den Elftklässlern nahe, kämpferisch zu sein und Zustände nicht als gegeben hinzunehmen. „Das bisher Erreichte reicht noch nicht aus.“ Die Schüler sollten finanziell Schwächere mitnehmen und Dinge auch einmal teilen.

Bei Thema Mittagessen in Schulen monierte Schülerin Lena, dass es ungerecht sei, wenn sich nicht jeder ein Essen leisten könne. „Teilweise geht die Schule bis 17 Uhr, da braucht es einfach ein Mittagessen, um durchzuhalten.“ Sébastien Daudin vom FJR sagte, dass auch ein subventioniertes Essen problematisch sei. Das Mittagessen für einen Euro könnte schon zu teuer sein – es müsse kostenlos angeboten werden.

Als die Sprache auf kostenlose Aufenthaltsorte für Jugendliche kam, erneuerte der Oberbürgermeister seine Wette, dass Schüler problemlos in Museen abhängen und sich unterhalten könnten. Auch Schüler der NGO werden demnach bei dem geplanten Versuch zu dem Thema mitmachen.

Feldmann bot dem Jugendring auch an, die gemeinsame Präsentationen der Kampagne im kommenden Jahr an weiteren Schulen fortzusetzen.

Mehr Infos zur Kampagne gibt es online unter www.armtm.de.

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