Römerbriefe

Geschenke

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Vom Oberbürgermeister gibt es drei Flaschen Wein, toll. Und auf dem Etikett: natürlich ein Bild von Peter Feldmann.. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Göpfert: Hättest Du damit gerechnet?

Leppert: Nein, überhaupt nicht, das ist ja super.

Göpfert: So viele schöne Weihnachtsgeschenke.

Leppert: Und alle kommen aus dem Römer und sind für uns.

Genau so ist es, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Normalerweise ist es ja so, dass wir als Römer-Berichterstatter das ganze Jahr über die Politikerinnen und Politiker im Rathaus mit unseren Berichten und Kommentaren beschenken. Da spüren wir ja oft schon viel Dankbarkeit und menschliche Wärme als Reaktion.

Aber dass jetzt Magistratsmitglieder und Stadtverordnete sich auch noch die Mühe machen, Päckchen für uns zu packen und abzuschicken, das ist schon eine neue Qualität. Früher war das ja eher so, dass unsere Vorgesetzten bei der Zeitung Briefe bekamen. Da wurde dann mehr oder weniger deutlich darauf verwiesen, dass der Redakteur G. ja schon lange dabei sei und dass es doch besser sei, ihn jetzt mal abzulösen.

Also gleichsam frischer Wind, weil ja die Meinung von G. mittlerweile sattsam bekannt sei und er immer unverschämter werde, gerade so in letzter Zeit ...

Ja, diese Post kennen wir. Aber nun dieses Päckchen hier vom Oberbürgermeister. Das sind doch tatsächlich, ja, das sind drei Flaschen Wein, schön sorgsam in Stroh eingewickelt.

Lassen Sie uns mal schauen, bestimmt eine tolle Spätlese, Peter Feldmann lässt sich ja nicht lumpen. „Geist von Bad Nauheim“, eine ganz neue Lage. Und da, das ist ja ungewöhnlich: ein ziemlich großes Foto des OB auf dem Wein-Etikett.

Den guten Tropfen werden wir uns zwischen den Jahren schmecken lassen und dabei an unsere schönsten Tage 2018 im Römer denken. Erst mal kommen die anderen Päckchen dran. Hier, was ist das denn? Das ist doch, tatsächlich, ja: ein Bembel, aber nicht aus grauem Steingut, nein aus Stoff. Ein Bembel als Ruhekissen, wer lässt sich denn sowas Verrücktes einfallen? Da steht es doch: „Für die stillen Stunden im Stadtparlament, Ihr Thomas Feda von der Tourismus und Congress GmbH.“

Die spinnen echt, die bei der Stadt Frankfurt. Da ist noch ein ganz kleines Geschenk, ein flaches Päckchen. Das ist doch, ja, das ist tatsächlich eine Chip-Karte. Mal sehen, was da auf dem Briefbogen steht. „Wir haben zusammengelegt, das ist so ein Schlüssel, mit dem sie überall reinkommen im Römer. Damit es in Zukunft nicht immer so viel (unleserlich) an den Eingängen gibt. Und dass wir Sie bei der Landtagswahl letztes Mal gar nicht reinlassen wollten, tut uns echt leid. Echt! Nix für ungut, Ihre Römer-Pförtner.“

Die guten Jungs, das ist ja echt toll. Dass die an uns gedacht haben. Und dann hier das Paket, das ist ja richtig schwer. Ein Stein, nein eher eine kleine Statue, könnte ein Engel sein oder sowas. Eine Putte, genau. Moment, das ist ja schwer zu lesen. „Haben wir doch gut zusammen hingekriegt mit der Altstadt, was? Das hier hab ich auf der Baustelle mitgehen lassen, merkt eh keiner. Fröhliche Weihnacht, Ihr Michael Guntersdorf.“ Mensch, wir sind reich beschenkt. Danke für alles.

Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppert berichten für die Frankfurter Rundschau aus dem Römer.

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