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Halcima El Asraoui zitiert aus dem Koran.

Fastenbrechen in Frankfurt

Die Gemeinsamkeiten betont

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Muslime und Repräsentanten aus dem Römer sind gemeinsam beim Fastenbrechen in Frankfurt. In seinem Redebeitrag distanziert sich Ayaou, die „Stimme der Gemeinde“, deutlich von all jenen, die „den Islam als Tarnung“ für ihre Gewalttaten benutzten.

Noch bleiben in der Taqwa-Moschee bis zum Fastenbrechen einige Minuten Zeit. Um 21.42 Uhr wird die Sonne an diesem Freitagabend untergegangen sein, erst dann darf gegessen werden. Die Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg hatte vor ein paar Jahren die Idee, dass nicht jede muslimische Gemeinde im heiligen Monat Ramadan für sich bleiben solle und auch die Politik Einblick in die Welt des Islam erhalten solle. An diesem Abend sind außer Eskandari-Grünberg und Vertretern aus anderen muslimischen Gemeinden der Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler, die designierte Bildungsdezernentin Sylvia Weber und Oberbürgermeister Peter Feldmann gekommen, alle höflich am Tisch mit der Nummer 1 platziert.

Der Gebetssaal der Frauen mit seinen acht Säulen wurde für das Fastenbrechen zurückhaltend geschmückt und strahlt eine natürliche Feierlichkeit aus. Die Architektin Halcima El Asraoui übersetzt die singend vorgetragene Rezitation aus dem Koran ins Deutsche, die sich auch wieder mit dem Ramadan befasst. Die 35-Jährige gehört zum Vorstand des marokkanischen Vereins, der die Moschee in der Heilbronner Straße betreibt, die noch nicht ganz vollendet ist.

Restaurant im Erdgeschoss

Im Erdgeschoss ist ein Restaurant vorgesehen, der Gebetsraum der Männer wird dagegen längst intensiv genutzt. Über dem Gebetsraum der Frauen im dritten Stock befinden sich Seminarräume, in denen Arabisch unterrichtet und eine Hausaufgabenhilfe angeboten wird. Die geplanten Konferenzräume im vierten Stock seien dagegen noch eine Baustelle, erläutert Ahmed Ayaou, die „Stimme der Gemeinde“. Ein Minarett wird es nicht geben. Es hätte nicht ins Stadtbild gepasst, war zu hören.

In seinem Redebeitrag distanziert sich Ayaou deutlich von all jenen, die „den Islam als Tarnung“ für ihre Gewalttaten benutzten. Ayaou plädiert für Toleranz und Respekt. Jeder Mensch sei wertvoll, „alle Menschen stammen von Adam und Eva ab“. Der Imam Lahsini El Miloud betont, wie wichtig die Beherrschung der deutschen Sprache sei, um sich „auf Augenhöhe“ begegnen zu können.

OB Feldmann spricht von dem „Bedürfnis nach spiritueller Nähe“ und hebt die Bedeutung der Religion hervor. Gerade in einer so schnell getakteten Stadt wie Frankfurt sei das Innehalten, wie es der Ramadan vorsieht, wichtig. Noch als Feldmann spricht, durchdringt ein betörender Duft den Raum. Harira, die traditionelle marokkanische Suppe mit viel Gemüse, etwa Kichererbsen und Linsen, wird aufgetragen.

Eskandari-Grünberg, die 2009 den Grundstein für die Moschee gelegt hat, stellt klar: „Der Islam gehört zu Deutschland, und er gehört seit Jahren zu dieser Stadt.“ Ein Satz, der mit Applaus belohnt wird, bevor sich alle der köstlichen Suppe zuwenden.

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