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Manfred Mayer (l.) und Ralph Trollius machen schon mal den Rettungsschlitten startklar.
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Manfred Mayer (l.) und Ralph Trollius machen schon mal den Rettungsschlitten startklar.

Feldbeg

Permanent im Einsatz

Die Bergwacht Großer Feldberg ist in diesen Tagen gefordert wie selten.

Im märchenhaften Winterkleid präsentiert sich nach den Schneefällen der vergangenen Tage der Große Feldberg. Doch die Idylle ist trügerisch. Nicht umsonst bleibt die Zufahrt zum Hausberg der Frankfurter und Anziehungspunkt für das gesamte Rhein-Main-Gebiet großräumig gesperrt. Trotzdem wandern und radeln unzählige Besucher auf den Zufahrtsstraßen hinauf zum Gipfel. „Viele laufen und rodeln trotz Warnungen auch durch den Wald oder sind auf Skiern unterwegs. Sie nehmen einfach die Gefahr nicht ernst, der sie sich aussetzen“, sagt Jens Werner.

Der Bereitschaftsleiter der Bergwacht Großer Feldberg ist seit 41 Jahren ehrenamtlicher Bergretter. „Das gab es noch nie, dass wir seit 24. Dezember ununterbrochen unsere Dienstfahrzeuge besetzt haben.“ Schon in den letzten Tagen des vergangenen Jahres war die Bergwacht gefordert wie selten. Sie hat zahlreiche Menschen erstversorgt, aus unwegsamem Gelände gerettet und an den Rettungsdienst übergeben zum Weitertransport in die Klinik. „Allein am 30. Dezember haben wir 23 Personen aus dem Wald geholt“, berichtete Werner am Freitagvormittag.

Am Wochenende war es zunächst eher ruhig, bis wieder die Besuchermassen in die Höhenlagen und in den Schnee drängten. Oft hatte die Bergwacht mehrere Einsätze gleichzeitig, nicht nur rund um den Feldberg. Überall im Hochtaunuskreis, wo das Gelände für den normalen Rettungsdienst nicht zugänglich ist. Alle Fahrzeuge, der Notfallkrankenwagen (N-KTW), der Krankenwagen (KTW) sowie ein All Terrain Vehicle (ATV) haben Allradantrieb sowie GPS-Empfänger, spezielles Kartenmaterial und digitale Tetrafunkgeräte. Im Winter ist in der Dachbox des Fahrzeugs statt der Gebirgstrage ein Rettungsschlitten untergebracht.

Obwohl die Schneefälle am Samstag nachließen, war die Schneebruchgefahr durch herabfallende Äste und umstürzende Bäume enorm. Der erste Einsatz war ein interner. Bereitschaftsarzt Volker Lischke konnte den Gipfel über die Zufahrtsstraße nicht erreichen. Kurz hinter der Spitzkehre war ein Baum unter der Schneelast zusammengebrochen und auf die Straße gefallen. Kraftfahrzeugwart Norbert Ries schwang sich aufs ATV und nahm einen zweiten Sicherheitshelm für den Arzt mit. So waren beide geschützt, während sie die Zufahrt frei machten. Für den Rest rief die Bergwacht die Feuerwehr Niederreifenberg zu Hilfe.

Unterdessen füllte sich der Gipfel mit Rad- und Skifahrern, Wanderern und Rodlern. Die nächsten beiden Einsätze ließen nicht lange auf sich warten. Der Alarm traf fast gleichzeitig ein. Gut dass die Bergwacht mit acht Helfern besetzt war. Während die Ehrenamtlichen sich für den Einsatz ankleideten und die beiden Fahrzeuge startklar machten, sondierten Werner und Lischke erst einmal die Lage.

Die beiden Einsatzorte lagen nahe beieinander in Falkenstein, der eine in der Nähe des Jagdhauses Altkönig, der andere in Richtung Fuchstanz. Von einem Einsatz war bekannt, dass sich eine 63-Jährige eine offene Handfraktur zugezogen hatte. Auf jeden Fall sollte bei beiden Fahrzeugen im dreiköpfigen Vorkommando ein ausgebildeter Rettungssanitäter an Bord sein. Im Notfall könnte der Bereitschaftsarzt mit dem ATV als Zubringerfahrzeug nachkommen.

Außer klassischen Knochenbrüchen und Prellungen beim Wintersport gibt es auch Patienten, die internistisch versorgt werden müssen. Langläufer, die sich verausgaben, sind keine Seltenheit. Bei einem Infarkt zählt jede Minute. Extreme Schneeverhältnisse können eine Rettung aufwendig machen. Wie am Wochenende behinderten im Zufahrtsbereich von Wald- und Feldwegen wild geparkte Fahrzeuge die Zufahrt. Aber je näher die Rettungsfahrzeuge an den Einsatzort kommen, desto schneller können die Helfer handeln.

„Wir müssen auch immer darauf achten, dass wir uns nicht selbst in Gefahr begeben, Eigenschutz geht vor“, so Werner. Daher verlegt er die Dienststation, wenn weitere Schneefälle vorhergesagt sind, vom Feldberg in Ausweichquartiere. Das war in der vergangenen Woche das Feuerwehrgerätehaus Niederreifenberg und wird Anfang dieser Woche Oberursel sein.

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