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Die Perfektionistin

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Von: Kathrin Rosendorff

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Viktoriya Andonova (26) hat schon in ihrer Heimat Bulgarien gesungen.
Viktoriya Andonova (26) hat schon in ihrer Heimat Bulgarien gesungen. © peter-juelich.com

Viktoriya Andonova (26) ist in Bulgarien aufgewachsen und lebt seit sie 19 ist in Frankfurt. Gerade hat sie ihren Studien-Abschluss in Finance and Information Management. Jetzt tritt sie bei „The Voice of Germany“ im TV an.

Nach ihrem Auftritt ist Viktoriya Andonova so aufgeregt, dass sie „Ich weiß es nicht“ antwortet, als die Juroren Michi Beck und Smudo von den Fantastischen Vier sie fragen, wie alt sie denn sei. Sie ist 26. Und hat gerade bei der TV-Show mit wundervoller R’n’B-Stimme „You’re Nobody Til Somebody Loves You“ von James Arthur gesungen.

Gleich zwei der „The Voice of Germany“-Juroren wollten die Frankfurter Kandidatin in ihrem Team haben: Samu Haber und Yvonne Catterfeld. „Samu stand vor Yvonne also bei meinem persönlichen Ranking. Aber Yvonne war so überzeugend. Und tanzte mit. Das hat mich sehr berührt und deswegen habe ich mich für Yvonne entschieden.“ Sie bestellt sich Kamillentee mit Honig beim Interview im Extrablatt am Eschenheimer Turm.

„Zwei Monate habe ich im Jahr 2012 hier gekellnert, weil ich während meines Studiums dringend Geld brauchte“, sagt sie. „Seitdem ich mit 19 wegen des Studiums aus Bulgarien nach Deutschland gezogen bin, habe ich mich selbst finanziert.“ Ob als Messe-Hostess oder mit Flyer-Verteilen. „Es gab Tage, an denen ich ein Sandwich weniger gegessen habe.“

Gerade hat sie ihren Master in Finance and Information Management an der Goethe-Uni gemacht. „Nach meiner Masterarbeit, wusste ich erstmal nicht, was ich tun sollte in meinem Leben. Ich musste etwas tun, vor dem ich immer Angst hatte. Das war für mich, mich vor ein großes Publikum zu stellen.“

Musikalische Eltern

Andonova ist in einem Studentenstädtchen im Südwesten Bulgariens aufgewachsen. Nur ein Jahr lang, da war sie fünf Jahre alt, lebte sie in Deutschland. „Mein Vater Ivaylo Andonov war Fußball-Nationalspieler in Bulgarien und hat damals auch in Deutschland bei Arminia Bielefeld gespielt.“ Da habe sie die deutsche Aussprache gelernt. Zurück in Bulgarien habe sie auf dem Gymnasium dann Intensiv-Deutschkurse belegt.

Ihre Eltern seien beide musikalisch: „Meine Mutter singt auch sehr schön. Sie arbeitete als Choreografin. Und mein Vater spielt Gitarre, und auf Partys hat er für sein Fußballteam gerne gesungen.“ Zu Hause habe er Viktoriya immer mit der Gitarre begleitet. „Wir haben Lieder von der Kelly Family gesungen. Ich war als Kind großer Fan. Ich selbst sah aus wie Mogli“, sagt sie und lacht. Sie hatte Klavierunterricht und sang im Chor. Ansonsten lernte sie das richtige Atmen beim Singen durch Youtube-Videos von Stars wie Christina Aguilera.

Mit 17 fing Andonova in Bulgarien an mit einer Band im Nachtclub zu singen. Pop-Covers von Tina Turner bis Britney Spears. „Die ganze Nacht durchfeiern und Alkohol trinken. Das war ein Rockstarleben am Wochenende und in der Woche ging ich zur Schule. Irgendwann konnte ich das nicht mehr machen. Da habe ich Probleme mit der Stimme bekommen.“ Seitdem trinkt sie kaum noch Alkohol.

Mit 19 will sie raus in die Welt und bewirbt sich in ganz Deutschland. „Frankfurt war kein Zufall, sondern Schicksal.“ Die Zusage der Uni Frankfurt kam als Erste an. „Ich habe Frankfurt schnell gegoogelt und gesehen: Gut, eine große Stadt.“ Auch hier singt sie in Bands: „Ich habe auch schon eigene Lieder geschrieben, die sind aber bislang nur fürs Universum. Denn sie müssen perfekt sein, bevor ich sie veröffentliche.“

Andonova hat eine sechs Jahre jüngere Schwester. „Sie kann nur laufen, weil wir viel Therapie mit ihr gemacht haben. Es ist ein Unterentwicklung des Gehirns und sie leidet an Epilepsie.“ Sie habe sie von klein auf großgezogen. „Ich schmeiße alles und werde Rockstar, das geht bei mir nicht. Ich habe auch eine Verantwortung für meine Schwester.“ „The Voice of Germany“-Nico sei genauso alt wie ihre Schwester. „Ich habe ihn natürlich ernst genommen als Gegner, aber es war nicht ein Ich-mache-dich platt-Battle, sondern sehr emotional.“

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