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Der zwölfjährige Futi beim Zubereiten.

Frankfurt-Gallus

Perfektes Dinner voller Improvisation

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Jugendliche messen sich als Teil der „Gesundheitswochen Gallus“ im Kochduell und lernen dabei nicht nur etwas über gesunde Ernährung, sondern auch darüber, was Nahrungsmittel kosten.

In der Küche der Caritas-Kita Sankt Martin geht es am Mittwochnachmittag hektisch zu. Es riecht nach Tomaten, die neben Kartoffeln auf dem Herd blubbern. Zu einem möglichst „perfekten Dinner“, als Teil der „Gesundheitswochen Gallus“, hat das vierköpfige Kochteam der offenen Jugendsozialarbeit „ANSI International“ geladen. ANSI ist eine Abkürzung für Anspacher Straße, an der der Bolzplatz liegt, auf dem sich Jugendliche und Betreuer treffen. Bei schlechtem Wetter können sie in die Kita.

Siham, David, Senem und Foti servieren heute der jungen Koch-Konkurrenz des AWO Jugendhauses und der Falkschule, die am Vortag aufgetischt haben, ihre Interpretation eines perfekten Drei-Gänge-Menüs. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Die später gefüllten Zucchini wollen zuerst ausgehöhlt und Obst für die Fruchtspieße zum Nachtisch geschnitten werden. Tomaten für die Suppe köcheln ja schon. Anspannung ist selbst bei Betreuer Uwe Pettendorf zu spüren, der beteuert, „nur Tipps“ zu geben, während die Jugendlichen den Löffel schwingen. „Das Rezept ist aus Improvisation entstanden“, erklärt der zwölfjährige David. Die Gruppe habe zweimal gemeinsam gekocht und so hätten sie die Ideen entwickelt.

Siegerehrung am 3. Juni

Auch bei der Deko müssen sie sich behelfen – die blauen Tischdecken sind zu kurz. Also werden zwei Lücken gelassen. Muscheln und Schiffchen, aus Servietten gefaltet, sollen von zu kurz Geratenem ablenken. Dafür ist der Ort, die Terrasse der Kita, schon mal preisverdächtig. Foti, der den Tisch deckt und dekoriert, habe sich zum „Ablauf des Dinners“ einiges beim prominenten Äquivalent im Fernsehen abgeschaut. Außerdem ist er zu Hause gerne am Herd. „Ich helfe meiner Mutter öfter beim Kochen“, erklärt der Zwölfjährige. Die ein Jahr jüngere Siham, die in der Küche eine Melone teilt, findet es toll „gemeinsam zu kochen“.

Für Anke Schu, Sozialarbeiterin und stellvertretende Kita-Leiterin, ist wichtig, dass „Kinder ein Bewusstsein für gesunde Ernährung“ entwickeln und ein Gefühl dafür, wie viel Essen koste. Die „Begegnung zwischen Jugendlichen“ sei bedeutsam. „Essen ist ein kommunikativer Akt“, so Schu. Außerdem könnten die Jugendlichen ihr Quartier neu entdecken. Das gilt auch für das heutige Jury-Mitglied Mariam, die zum ersten Mal in der Kita ist. Die Elfjährige hat am Vortag Pizzabrötchen, Lasagne und Erdbeer-Sorbet mit ihren Mitschülern der Falkschule zubereitet. Bei ihrer Bewertung möchte sie auf „Aussehen und Geschmack“ Wert legen. Ob ihre Gruppe eine Chance habe zu gewinnen, glaubt sie nicht. Geklärt wird das bei der Siegerehrung am 3. Juni im Jugendhaus Gallus.

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