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Claus-Jürgen Göpfert.

Kommentar

Peinlicher Stillstand in Frankfurt

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Während sich Politiker, Architekten, Soziologen und Philosophen die Köpfe heißreden über die Bedeutung der Paulskirche, kommt die Sanierung kaum voran. 

Es besteht ein eklatantes Missverhältnis zwischen der intensiven öffentlichen Debatte über die Zukunft der Paulskirche – und dem tatsächlichen Fortschritt hin zur Sanierung des Hauses und dem Bau eines Demokratiezentrums. Während sich Politiker, Architekten, Soziologen, Philosophen die Köpfe heißreden über die Bedeutung des Bauwerks angesichts einer erfolgreichen Rechten in Deutschland, stagniert das Projekt selbst.

Dieses Missverhältnis erzählt viel über den tatsächlichen Zustand des Staates, aber auch der praktischen Politik in der Großstadt Frankfurt. Zum einen kämpft gerade der Baubereich mit einem unglaublich gewachsenen Gestrüpp EU-weiter Vorschriften.

Sie machen es schwer, noch in überschaubarer Zeit ein Großprojekt zu verwirklichen.

Bei der Paulskirche kommt wieder die politische Schwäche des Bündnisses von CDU, SPD und Grünen hinzu, das versucht, die Geschicke Frankfurts zu lenken. Da es um ein Vorhaben von nationaler Bedeutung geht, blamiert sich das Römer-Bündnis über Frankfurt hinaus.

Beim Demokratiezentrum steht die Sache etwas anders. In der Tat sollte die Stadt beim Konzept so viele Menschen wie möglich einbeziehen – damit es eben nicht eine Sache von Männern über 60 mit akademischem Abschluss bleibt. Aber auch dieser Prozess, bei dem der Oberbürgermeister Schulen und Jugendzentren beteiligen möchte, sollte jetzt in Gang kommen.

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