Pro „Bad Banks“ in der Paulskirche

Die Paulskirche ist ein Ort für die Menschen

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Darf die Serie „Bad Banks“ in der Paulskirche gezeigt werden? Sollte man sogar über einen Umzug des Stadtparlaments in das Gebäude reden? Durchaus. Ein Kommentar.

Zweierlei ist unstrittig: Die Paulskirche ist ein extrem wichtiger Ort von nationaler Bedeutung. Und gerade deshalb muss die Diskussion über die Nutzung nach der Sanierung des Gebäudes mit großer Ernsthaftigkeit geführt werden.

Verbieten sich deshalb Überlegungen, das Stadtparlament in der Paulskirche tagen zu lassen? Ist es deshalb ein Tabubruch, die Serie „Bad Banks“ dort zu zeigen? Nein. Im Gegenteil.

Wir müssen uns fragen, was die Paulskirche in Zukunft sein soll. Ein Denkmal, das man voller Ehrfurcht betreten darf, aus dem man bei Veranstaltungen aber wieder verschwinden muss, weil etwa zur Verleihung der wichtigen Preise nur geladene Gäste willkommen sind? Wohl doch eher ein Ort, der den Menschen offensteht und auch Raum für eher ungewöhnliche Formate sein kann.

„Bad Banks“ ist eine mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Serie, die die gesellschaftliche Verantwortung der Banken thematisiert. Eine öffentliche Premiere passt hervorragend in die Paulskirche, die sich übrigens nur einen Steinwurf vom Bankenviertel entfernt befindet.

Und das Stadtparlament? Man wird intensiv prüfen müssen, ob die baulichen Gegebenheiten in der Paulskirche unter Beachtung des Denkmalschutzes so verändert werden können, dass sich das Gebäude als Parlamentssaal eignet. Daran kann man zweifeln. Oberbürgermeister Peter Feldmann sollte jedenfalls möglichst schnell konkretere Pläne vorlegen als die Skizze, die er am heutigen Dienstag in der Koalitionsrunde präsentieren will.

Sofern ein Umbau aber möglich ist, sollten die Stadtverordneten die Diskussion über einen Umzug offen führen und nicht als Ablenkungsmanöver eines unter Druck geratenen Oberbürgermeisters abtun. Der Tagungsort Paulskirche würde das Parlament aufwerten. Und wenn Stadtverordnete sagen, in dem ehrwürdigen Gebäude dürfe nicht über kommunale Fragen diskutiert werden, marginalisieren sie damit nur ihre eigene Arbeit.

Auch wenn manche Debatten in dem Gremium ein gewisses Niveau vermissen lassen: Der Paulskirche unwürdig wäre das Frankfurter Stadtparlament sicherlich nicht.

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