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Paulskirche: Angemessene Würdigung

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Eine Diskussion über das Paulskirchen-Jubiläum in der Evangelischen Akademie.

Es war ein historischer Aufbruch, darüber sind sich alle einig: Als im Mai 1848 in der Frankfurter Paulskirche die erste deutsche Nationalversammlung zusammentrat, um eine Verfassung für ganz Deutschland zu entwerfen, war ein großer Schritt zur Überwindung von Fürstenwillkür und Kleinstaaterei getan. Das soll feierlich gewürdigt werden, wenn sich im Mai 2023 der Beginn der Paulskirchenversammlung zum 175. Mal jährt.

Aber wie soll das geschehen? Darüber herrscht nicht ganz so viel Einigkeit. Darüber soll bei einem Diskussionsabend am 31. Oktober gesprochen werden, der von der Evangelischen Akademie Frankfurt in Kooperation mit der Frankfurter Rundschau und dem Netzwerk Paulskirche veranstaltet wird.

Vereinfacht gesagt, wird es um zwei unterschiedliche Ansätze für das historische Gedenken gehen: Da sind zum einen diejenigen, die unsere heutige Demokratie als gelungene Vollendung der revolutionären Entwicklung von 1848 feiern wollen. Für sie ist das bevorstehende Jubiläum vor allem ein Anlass, um den Menschen den Wert demokratischer Errungenschaften noch einmal nahezubringen.

Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die zwar die Nationalversammlung ebenfalls als großen Fortschritt hin zur Demokratie anerkennen, darüber hinaus aber einen anderen Schwerpunkt setzen: Sie wollen zeigen, dass Demokratie sich weiterentwickeln muss, wenn sie dem Erbe von 1848 gerecht werden soll – hin zu dem Ziel, demokratische Rechte auch global zu garantieren. Dieser positiven Utopie soll unter anderem die „Globale Versammlung“ dienen, die zurzeit vorbereitet und von der FR mitgetragen wird.

Wie sieht angemessenes Gedenken aus? Welche Rolle spielen dabei das Nationale und welche das Globale? Wo gibt es vielleicht auch Konsens zwischen den unterschiedlichen Positionen? Diesen Fragen wird sich die Veranstaltung widmen. Unter Leitung von FR-Feuilletonchef Michael Hesse diskutieren Dorothee Linnemann vom Historischen Museum, Mirjam Wenzel, Leiterin des Jüdischen Museums und Mitglied der Expertenkommission Paulskirche, Bettina Wiesmann (CDU), Vorsitzende des Bürgervereins Demokratieort Paulskirche, und Thomas Gebauer, der das zivilgesellschaftliche Netzwerk Paulskirche vertritt und die Globale Versammlung mitorganisiert. FR

Die Diskussion beginnt am Montag, 31. Oktober, um 19 Uhr in der Evangelischen Akademie, Römerberg 9, und ist auch im Livestream zu verfolgen. Infos und Anmeldung (erforderlich) unter www.evangelische- akademie.de/kalender

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