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Paulskirche: 350 000 Gäste im Mai 2023 in Frankfurt erwartet

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Von: Florian Leclerc

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Die Paulskirche, 1789 bis 1833 erbaut, war 1848 Tagungsort der Nationalversammlung.
Die Paulskirche, 1789 bis 1833 erbaut, war 1848 Tagungsort der Nationalversammlung. © Christoph Boeckheler

Die Stadt Frankfurt plant ein viertägiges Fest zum Jubiläum von 175 Jahre Einzug der Nationalversammlung in die Paulskirche. Ein Auszug aus dem Programm.

Am 18. Mai 1848 tagte die Nationalversammlung, das erste demokratische Parlament in Deutschland, zum ersten Mal in der Frankfurter Paulskirche. Die Paulskirche sei damit „der Schlüsselort für unsere demokratische Tradition“, sagte der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), als er jetzt das Programm für die Paulskirchen-Feierlichkeiten im Mai 2023 im Rathaus Römer vorstellte.

Von 18. bis 21. Mai veranstaltet die Stadt ein viertägiges Fest. Der Auftakt ist ein Festakt in der Paulskirche, zu dem unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet wird. „Wir haben auch alle anderen eingeladen, die Verfassungsorgane, den Bundeskanzler, die Ministerpräsidenten, das Bundesverfassungsgericht“, führte Feldmann aus.

Er sei zuversichtlich, dass Steinmeier kommen werde, denn der Bundespräsident habe sich beim Thema Paulskirche bereits stark engagiert. „Wir waren so oft zu Besuch bei ihm in Berlin, dass ich ihn gefragt habe, ob wir Dauergäste seien“, sagte Feldmann. Auch beim Thema Jugendparlament habe sich der Bundespräsident sehr interessiert gezeigt. Feldmann kündigte für 2023 ein Jugendparlament in Frankfurt an.

Höhepunkt ist die „Ode an die Demokratie“ am Main

Bei den Paulskirche-Feierlichkeiten würden etwa 350 000 Gäste aus Deutschland und der Welt erwartet, erklärte Thomas Feda, der Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft Tourismus + Congress. Zahlreiche Veranstaltungen sollen im Freien stattfinden, kündigte er an. Veranstaltungsorte seien zwischen Berliner Straße und Mainkai sowie zwischen dem Jüdischen Museum und dem Dominikanerkloster.

In der Altstadt werde es eine Hauptbühne auf dem Römerberg und eine Nebenbühne am Main geben, sagte Feda. Zu erwarten sei unter anderem ein musikalisches Programm der HR-Bigband und der Frankfurter Oper. Am Main seien Mitmachangebote für Kinder geplant. Der Abenteuerspielplatz Riederwald bringe sein Spielmobil mit.

Höhepunkt der Veranstaltung ist laut Feda eine abendliche Inszenierung am 18. Mai am Main. Der Arbeitstitel laute „Ode an die Demokratie“. Vorbilder seien die Inszenierungen beim Altstadt-Fest 2018 sowie bei der Feier zu 25 Jahre Deutsche Einheit 2015 in Frankfurt. Die Lichtshow zur Einheitsfeier am Main dürfte vielen Zuschauerinnen und Zuschauern in Erinnerung geblieben sein.

Auch Chöre und der Deutsche Turnerbund sollen den Angaben zufolge Veranstaltungen anbieten. Der Deutsche Turnerbund feiert 2023 ebenfalls sein 175-jähriges Bestehen.

Für das Programm stehen laut Feldmann drei Millionen Euro zur Verfügung. Zwei Millionen würden für die Paulskirchen-Feierlichkeiten veranschlagt. Mit einer Million Euro würden die Aktivitäten des Netzwerks Paulskirche gefördert. Das Netzwerk Paulskirche plant eine Woche der Demokratie von 12. bis 17. Mai 2023, also in der Woche vor der städtischen Festwoche.

Museen planen Begleitprogramm

Das komplette Veranstaltungsprogramm für die Festwoche soll den Angaben zufolge im Februar vorliegen. Feldmann und Feda skizzierten bei der Vorab-Programm-Vorstellung im Römer in Auszügen weitere Programmpunkte.

Das Institut für Stadtgeschichte zeigt begleitend die Ausstellung „Auf die Barrikaden: Paulskirchenparlament und Revolution 1848/1849 in Frankfurt“. Sie ist von 13. September an zu sehen.

Das Historische Museum Frankfurt organisiert das „Demokratie-Labor ‚Vom Versprechen der Gleichheit‘“. Zusammen mit Frankfurter:innen soll eine Ausstellung mit vielfältigen Blicken auf Demokratie entstehen. Das partizipative Labor findet noch bis Mai 2023 statt. Die darauf aufbauende Ausstellung wird vom 16. Mai 2023 an zu sehen sein.

Das Jüdische Museum Frankfurt will ein „Pop-up-Archiv“ aufstellen, um Fotos, Zeitungsberichte, Manuskripte, Ton- und Filmdokumente aus der Zeit nach 1948 zugänglich zu machen. Dazu zählen unter anderem die Rede von Thomas Mann anlässlich der Verleihung des Goethe-Preises (1949), die Rede von Martin Buber anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels (1953), die Ausstellung „Auschwitz – Bilder und Dokumente“ (1964) und die Präsentation der Wanderausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht von 1941-1944“ (1997).

Darüber hinaus seien Workshops, Stadtführungen, Diskussionspodien und ein offenes Rathaus Teil des Programms, sagte Feda. Eingebunden würden zahlreiche Kulturinstitutionen und Vereine, aber auch Städte wie Leipzig und Stuttgart. „Wir haben gefragt, wie könnt ihr euch bei der Feier einbringen? Im Grunde haben wir die Feier gemeinsam auf die Beine gestellt“, sagte Feda. Die Konzeptphase habe sechs Monate in Anspruch genommen.

Ein offizielles Logo gibt es auch schon. Es zeigt die stilisierte Paulskirche in den Farben Schwarz-Rot-Gold mit dem Schriftzug „175 Jahre Deutsche Nationalversammlung Paulskirche Frankfurt“.

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