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Die Passionsgeschichte für Kinder: Pfarrer Andreas Hannemann  erklärt er das Abendmahl. 

Ostend

Passion mit Puppen

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Pfarrer Andreas Hannemann bringt Kindern aus der Nord-Ost-Gemeinde die Ostergeschichte näher.

Charlotte, Olivia und Sebastian wissen schon genau Bescheid. Mit der Passionsgeschichte, die am Gründonnerstagnachmittag im Kirchenraum der evangelischen Nord-Ost-Gemeinde – unweit des Zoos – durch Puppenfiguren dargestellt wird, kennen sich die Drei bestens aus.

Die anderen aus der achtköpfigen Kindergruppe, die teils mit ihren Müttern gekommen sind, schauen sich die biblische Szenerie, die die Leidensgeschichte von Jesus Christus zeigen soll, erst einmal an. Was sie an der ersten Station vor sich sehen, will Pfarrer Andreas Hannemann wissen. „Jesus, wie er auf dem Esel reitet“, antwortet der neunjährige Sebastian. Ganz viele Menschen begrüßten den Messias, berichtet die siebenjährige Charlotte und fügt hinzu: „Sie singen Hosianna, du sollst unser König sein.“ Und zu den Stoffstücken auf dem Boden, die die Kleidung der Christus-Anhänger symbolisieren sollen, sagt die sechsjährige Olivia: „Sie schmeißen die Kleider auf den Weg, damit Jesus nicht dreckig wird“.

Gemeinsam mit Manuela Riether, Leiterin des Kindergartens der Kirchgemeinde, führt Pfarrer Hannemann die jungen Besucher und ihre Mütter an neun Stationen, an denen die einzelnen Ereignisse der Passionsgeschichte zu sehen sind. Vom Einzug Jesu in Jerusalem bis zu seiner österlichen Auferstehung reichen die Darstellungen. „Wir meinen, dass Kinder diese doch sehr schwierige Geschichte mit den Puppen dargestellt, besser begreifen“, sagt der 50-Jährige.

Riether hat die so genannten „Egli-Figuren“, die von der Schweizerin Doris Egli als „biblische Erzählfiguren“ entwickelt wurden, gebastelt. Aus Stoff und Draht hat die 37-Jährige die Puppen zusammengenäht, allerdings Gesichter ausgespart. „Die Egli-Figuren haben keine, damit man sich in sie reindenken kann“, berichtet Riether. Seit fünf Jahren stellen sie in der Nord-Ost-Gemeinde so die Passisonsgeschichte nach. An diesem Vormittag hätten sie rund 60 Kinder ihrer Tagesstätte durch die biblischen Szenen geführt, berichtet Riether.

Sandra Reimann, eine der Mütter, die zuschaut, berichtet, dass ihre Tochter und ihr Sohn schon zum zweiten Mal dabei seien. Sie findet es wichtig, dass ihre Kinder diese Geschichte lernten, „obwohl sie nicht so einfach ist wie die vom Weihnachtsfest“. Die Religionslehrerin fügt hinzu: „Schüler wissen heute nichts mehr davon.“ Ostern bedeute eben nicht nur, Ostereier und -hasen zu finden.

Interaktiv wird es, als Hannemann die Kinder bittet, ihre Schuhe und Socken auszuziehen. Dann bekommen sie die Füße gewaschen, genauso wie es Jesus bei seinen Jüngern vor dem letzten Abendmahl getan habe, berichtet Manuela Riether. An der nächsten Station dürfen die Mädchen und Jungen Fladenbrot und eine rote Flüssigkeit kosten. „Das ist mein Leib, mein Blut, tut dies zu meinem Gedächtnis“, sagt Hannemann. „Ist das wirklich Blut?“, fragt der siebenjährige Joshua mit skeptischem Blick. Sofort gibt es Entwarnung. Traubensaft wurde in die Gläschen gegossen, und alle Kinder trinken sie aus.

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