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Freitags am Friedberger Platz: Feste feiern geht, das mit dem Müll gelingt nicht so gut, und die Anwohner haben das Nachsehen.

Nordend

Partys in Frankfurt: Ärger über Lärm und Müll

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Bei gutem Wetter gehen die Partys auf dem Friedberger und Matthias-Beltz-Platz wieder los.

Die Tage werden länger, das Wetter schöner, Wein und Wurst schmecken draußen doppelt so gut. Die Menschen strömen wieder auf Straßen und Plätze. Gestern werden sich auf dem Friedberger Platz im Nordend wieder Hunderte getroffen haben. Am vergangenen Freitag seien bestimmt 1500 vor Ort gewesen, sagt Anwohner Detlef Hentschel. „Es war Lärm bis weit nach Mitternacht.“ Hentschel war viele Jahre Mitglied der Gruppe aus Stadt, Anwohnern, Gastronomen, Marktbeschickern und Ortsbeirat, die dafür sorgten, dass sich die Party im Rahmen hält. Nun ist Hentschel ausgestiegen, wie schon andere Anwohner vor ihm. „Wir kommen nicht weiter.“ Insgesamt habe sich zwar viel gebessert, aber akzeptabel sei die Situation nicht.

„Am vorherigen Freitag lagen auf dem Platz wieder Tonnen von Müll“, beschwert sich Hentschel, die Stadtreinigung mache erst am Samstag sauber. Das sei richtig, bestätigt Claudia Gabriel, die Leiterin der Stabstelle Sauberes Frankfurt. Ab nächster Woche werde aber wieder bis in den Spätsommer freitags gereinigt. Auch wenn sich Gabriel wünscht, dass das nicht nötig wäre und die Leute ihren Müll selbst mitnähmen.

Es könne sein, dass sich das Ganze auf dem Markt noch einspielen müsse und viele die Regeln nicht kennten, sagt Boris Konopka, Sprecher der Anwohner, die sich für den Freitagsmarkt aussprechen. „Seit ein paar Jahren schon funktioniert es aber gut.“ Auf das Ende um 22 Uhr hatte man sich gemeinsam geeinigt, als die Feierei außer Kontrolle geraten war. Zudem spricht man die Besucher an, den Platz zu verlassen. Bis 23 Uhr sei der Platz meistens leer, sagt Konopka. „Die Leute gehen freiwillig.“ Und somit sei die Zahl der Beschwerden stark zurückgegangen. Fast alle, selbst heftigste Kritiker, seien mit der Lösung einverstanden. Die Stadt müsse natürlich weiter Geld zur Verfügung stellen.

Die Party auf dem Friedberger Platz zieht viele Menschen an.

Trotz zusätzlicher Müllentsorgung und der Begrenzung bis 22 Uhr fehle der politische Wille der Stadt, kritisiert Hentschel. Genauso wie dem Ortsbeirat, das kommerzielle Interesse der umliegenden Kneipen und vor allem der Weinstände auf dem Markt sei einfach zu groß. Gegen diese Allianz kämen die Anwohner, die sich gestört fühlten, nicht an. Die Kneipen rund um den Platz stören Hentschel ebenfalls. Eigentlich sei um 22 Uhr Nachtruhe, doch daran hielten sich die wenigsten. Und die Stadt genehmige dazu noch jede Außengastronomie.

Im Mai sei ein Rundgang geplant, bei dem man die Gastronomen noch einmal sensibilisieren wolle, verspricht Andrea Brandl, Sprecherin des Stadtrats Markus Frank (CDU). Die Steuerungsgruppe sei ein Erfolg, findet sie, weil alle mitgearbeitet hätten, auch sie bekomme kaum mehr Beschwerden zum Freitagsmarkt. Brandl bedauert, dass Hentschel und andere Anwohner aus der Gruppe ausgetreten sind.

Auf dem Matthias-Beltz-Platz, weiter die Friedberger Landstraße hoch, trifft man sich nicht nur freitags. „Bei schönem Wetter ist es hier jeden Tag laut“, sagt eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. Im Sommer müsse sie ihr Fenster geschlossen halten. „Ich fühle mich sehr gestört.“ Am liebsten wäre ihr, dass die Trinkhalle auf dem Platz dichtmache. Denn auch wenn diese um 22 Uhr schließe, blieben viele noch dort. Manchmal bis weit nach Mitternacht.

Andere Anwohner stört zudem der Müll und die Wildpinkler auf dem Matthias-Beltz-Platz. Der Ortsbeirat 3 hat in seiner Sitzung am Donnerstag zwei Anträge dazu beschlossen. Die Stadt soll ein Urinal und ein Dixi-Klo am Rande des Platzes aufstellen und mehrere große Mülltonnen. Gut fände das Gremium auch eine Streife der Polizei, die vor allem am Wochenende die Feiernden an die Nachtruhe erinnere.

Der Ortsbeirat hat außerdem zwei Anträge zum Friedberger Markt verabschiedet. Zum einen soll die Stadt in der wärmeren Jahreszeit die parkenden Autos rund um den Platz stärker überwachen. Anwohner hatten sich über das wilde Parken beschwert. Zudem finanziert das Gremium aus seinem Budget die Einfassung eines weiteren Beets mit Cortenstahl auf der Westseite des Platzes. Einige der Mitglieder sprachen sich dagegen aus, weil sie die Kosten von 30 000 Euro zu hoch finden.

Von Judith Köneke

Anwohner im Norden des Stadtteils Fechenheim in Frankfurt klagen über nächtlichen Lärm in der Kiosk-Kneipe "Birsteiner Stubb". Kioskpächter Baist findet das übertrieben. Er unternehme bereits viel gegen Ruhestörer.

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