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Thu (links) und Nam balancieren beim Eröffnungsfest des „Neulands“ an der Straßburger Straße.

Goldstein

Park für den Stadtteil

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Jugendhaus schafft mit einem Mitmachprojekt einen Ort der Begegnung.

Wo bis vor einigen Jahren das „Wilde Dreieck“ war, ging es auch am vergangenen Sonntag ziemlich wild zu: Doch statt Wildwuchs gab es dort wildes Toben. Am Jugendhaus Goldstein-Schwanheim an der Straßburger Straße wurde das Mitmachprojekt „Neuland“ der Caritas eröffnet. Dazu waren rund 150 Erwachsene und Kinder aller Altersgruppen, verschiedenster Herkunft und Religion mit dem selben Ziel auf dem kleinen Gartenstück, dem „Park der Begegnung“, zusammengekommen: Einen schönen Nachmittag in der Sonne verbringen.

„Am Anfang waren hier nur Brombeersträucher und Brennnesseln, alles voll damit“, sagt Heidi Seichter und zeigt von der einen zur anderen Seite des Gartens, als könnte sie selbst noch nicht fassen, was in den vergangenen zwei Jahren aus dem „Wilden Dreieck“ geworden ist: Verschlungene Wege führen zwischen Beeten, einem Insekten-Hotel und dem „Kürbis-Everest“ vorbei. An vielen Stellen bieten Sitzgelegenheiten aus Baumstümpfen oder Holzbänken Möglichkeiten zu verweilen.

Die Rentnerin ist eine von mehreren Interessierten, die bei „Neuland“ mitangepackt haben. Sie hätte schon immer gerne einen Garten gehabt, sagt Seichter.

Durch Zufall habe sie erfahren, dass das brachliegende Stück in Gemeinschaftsarbeit umgestaltet werden soll – und hat mit angepackt. „Und wir haben toll geerntet im letzten Jahr, viele Erdbeeren und riesige Kürbisse.“ Jeden Montag ab 13 Uhr treffen sie und andere sich zur Gartenarbeit. „Wir freuen uns über neue Gesichter, denn es gibt viel zu tun. Wir wollen auch die Jugendlichen noch mehr einbinden.“

Die Half-Pipe fand bei den Besuchern großen Anklang.

„Die Idee war es, einen Ort zu schaffen, wo sich alle gerne aufhalten“, erklärt Hermann Snaschel, Leiter des Jugendhauses, was hinter „Neuland“ steckt. „Mit Angebot für Kinder und Jugendliche, aber auch Ruheecken zum Verweilen.“ Jeder, der möchte, könne mitgestalten, was auf dem Gelände passiert. „Das Eingangstor zum Außenbereich ist immer offen.“ Auf einem Plakat konnten die Besucher am Sonntag Wünsche und Anregungen notieren.

Viele Ideen wurden schon umgesetzt: Etwa eine Boule-Bahn, und eine Half-Pipe, die der Verein „Concrete Skate“ spendiert habe. In der kommenden Woche wird ein Outdoor-Sportgerät installiert. „Aber nicht so: Wir wollen – hier, bitte – danke“, sagt Snaschel. „Wenn die Jugendlichen sich was wünschen, dann helfen sie auch gerne mit“, so seine Erfahrung.

Der Platz sei an einem spannenden Schnittpunkt zwischen gemischten Stadtteilen, sagt Snaschel. Hochhäuser, Einfamilienhäuser, Flüchtlingswohnungen, Seniorenwohnheime. „Mein Traum ist, dass hier alle zusammenkommen.“ Am Sonntag hat das sichtbar gut geklappt: Die Stimmung war ausgelassen.

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