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Alt, aber rüstig: Fahrzeugparade des Kreisfeuerwehrverbandes auf dem Frankfurter Reuterweg.

Feuerwehr

Parade der Lebensretter

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Tausende haben am frühen Sonntagmittag eine riesige Fahrzeugschau in der Innenstadt angeschaut. 

Eine riesige Fahrzeugparade der Frankfurter Feuerwehr hat am Sonntag mehrere Tausend Besucher angezogen. Zum 150-jährigen Bestehen des Kreisfeuerwehrverbands waren etwa 200 zum Teil sehr alte Einsatzwagen zu sehen, die von 11.30 Uhr an mehr als eine Stunde lang den Reuterweg hinunter durchs Westend zur Alten Oper in der Frankfurter Innenstadt fuhren. Alle Fahrzeugtypen waren in der Geschichte der Frankfurter Feuerwehren und der Rettungsdienste, von der Gründerzeit bis heute, auch hier unterwegs.

Sehr viele Menschen mit Kameras säumten die Straße, die gefühlt jedes einzelne Stück Feuerwehrgeschichte festhielten; viele Feuerwehrfrauen- und Männer, Familien mit kleinen Kindern waren gekommen. Die Sonne knallte gewaltig. Viele, denen es an der Alten Oper zu heiß wurde, suchten sich rasch einen kühleren Platz vorm Gebäude „Die Welle“, wo sich der Zug auf Treppenstufen bei etwas angenehmeren Temperaturen verfolgen ließ.

Die Parade hatte eher den Charakter einer Technikschau als eines Festumzugs. Klar winkten die Feuerwehrleute mal ins Publikum, winkten manche auch zurück, gab es Applaus. Musik aber etwa gab es fast keine. Dabei hatte ein Musikzug der Feuerwehr Stierstadt mit Bläsern und Trommlern die Schau angeführt, um vor der Tribüne an der Alten Oper, wo etwa Feuerwehrdezernent Markus Frank (CDU) saß, ein Ständchen zu geben. „Steht das ganze Haus in Flammen, da kommt die Feuerwehr, tatütata“, war etwa zu hören.

Die eigentliche Fahrzeugparade begann dann mit einem Wagen, der von zwei Pferden gezogen wurde. Den nächsten zogen die Feuerwehrleute sogar gleich selbst, sprinteten trotz wolkenlosen Himmels und Frühsommerhitze vor der Alten Oper regelrecht los. Pumpten dann eigenhändig, bis eine kräftige Wasserfontäne gen Himmel spritzte – und auch ein paar Zuschauer nass machte.

Etwas später fuhr ein dunkelgrünes Löschgruppenfahrzeug aus dem Jahr 1942 von Mercedes-Benz vorbei. Feuerwehrrot wurde es erst in der Nachkriegszeit wieder. 60er-Jahre-Fahrzeuge zogen vorüber, schließlich moderne Wagen der Berufsfeuerwehr, der freiwilligen Feuerwehren und Werksfeuerwehren, Fahrzeuge von Rettungsdiensten.

Am Samstagnachmittag hatten sich viele Menschen aus Frankfurt und Umgebung bei einem Tag der Sicherheit auf dem Römerberg und am angrenzenden Mainufer Übungen der Einsatzkräfte angeschaut und sich an vielen Ständen über die Feuerwehr und andere Hilfsorganisationen informieren können.

Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid überreichte den Freiwilligen Feuerwehren Oberrad und Schwanheim, die vor mehr als 150 Jahren gegründet wurden, und der Freiwilligen Feuerwehr Griesheim, die ihr 125-jähriges Bestehen feierte, Ehrenplaketten des Landes. Es sei heutzutage nicht mehr selbstverständlich, dass sich Menschen finden, die bereit sind, sich freiwillig in den Dienst der Mitbürger zu stellen, sagte sie.

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