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Macht sich die Welt, wie sie ihr gefällt, und das bestimmt ohne Corona.

Musiktheater

Papageno beginnt neu mit Pippi Langstrumpf

  • Meike Kolodziejczyk
    vonMeike Kolodziejczyk
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Das Papageno-Musiktheater am Frankfurter Palmengarten bangt coronabedingt um seine Existenz. Mit Pippi Langstrumpf meldet es sich jetzt zurück aus der Corona-Pause.

Sie ist das stärkste Mädchen der Welt, die sie sich macht, wie’s ihr gefällt. Und wenn sie könnte, würde sie bestimmt alles machen, damit das Coronavirus wieder verschwindet, doch leider ist Pippi Langstrumpf nur die Heldin des gleichnamigen Kinderbuchklassikers von Astrid Lindgren. Immerhin hat sie als solche den Auftakt der neuen Saison des Papageno-Musiktheaters am Frankfurter Palmengarten übernommen: Nach einem halben Jahr Corona-Zwangspause sind dort die ersten Vorstellungen von „Pippi Langstrumpf“ über die Bühne gegangen – mit ausgeklügeltem Hygiene- und Abstandskonzept.

Maximal 55 Zuschauerinnen und Zuschauer dürfen in dem sonst für 199 Menschen ausgelegten Theaterbau Platz nehmen, für Familien wurden Sitzgruppen für zwei, drei, vier und fünf Personen geschaffen. Das Publikum wird via „Einbahnstraßensystem“ zu den Plätzen geleitet, um jederzeit den Abstand von 1,5 Metern zu gewährleisten. Die Maskenpflicht für alle Gäste und Mitarbeitende ist obligatorisch. Die erst kürzlich gewartete Klimaanlage, die das Theater ausschließlich mit Frischluft versorgt, tut das ihrige dazu.

Sogar auf der Bühne wird Abstand gehalten. Die Inszenierung wurde gemäß der Vorgaben angepasst, so dass die Schauspieler stets genug Abstand zueinander einhalten können. ‚Tommy‘ und ‚Annika‘ wurden mit einem Geschwisterpaar besetzt und die Gesangsnummern vorab aufgezeichnet.

Die Vorführungen an den vergangenen Wochenenden waren gut besucht, doch das 1997 von Hans-Dieter Maienschein und seiner Frau Renate gegründete Papageno-Musiktheater bangt um sein Überleben. Zwar gehört das Haus zu den Institutionen, die vom Kulturamt der Stadt Frankfurt gefördert werden und darüber hinaus von dem gemeinnützigen Verein „Papageno Musiktheater“. Doch schon vor der Pandemie hatte das kleine Privattheater, das sich mit seinen musikalisch begleiteten Stücken vornehmlich an Kinder richtet, immer wieder finanzielle Sorgen; nun droht das Coronavirus alles zu zerstören.

Vor allem die eingeschränkte Platzkapazität stelle das Papageno vor eine große Herausforderung, heißt es aus der Theaterleitung. Die Kosten ließen sich nicht ansatzweise decken, die Wiederaufnahme des Spielbetriebs sei nur wegen privater Spenden möglich gewesen. Unterstützung vom Land gab es bislang keine.

„Wenn die verfügbaren Plätze stets ausverkauft sind und die Förderung durch das Land wie erhofft eintrifft, können wir den Betrieb voraussichtlich bis Jahresende aufrechterhalten“, sagt Hans-Dieter Maienschein. Damit es auch danach noch weitergehen kann, sei das Musiktheater „weiterhin dringend auf Spenden angewiesen“, appelliert der Theaterleiter. „Sonst muss irgendwann der letzte Vorhang fallen.“

Das Theater:

Das Papageno-Musiktheater am Frankfurter Palmengarten, Palmengartenstraße 11, hat am 19. September seinen Spielbetrieb wieder aufgenommen, vorerst aber nur im Kinderprogramm. Abendvorstellungen gibt es momentan noch keine. „Pippi Langstrumpf“ wird vom 19. September bis 8. November immer samstags und sonntags um 16 Uhr gezeigt. „Der Nussknacker“ steht voraussichtlich ab dem 14. November auf dem Spielplan. Karten gibt es bislang nicht an der Theaterkasse, sie sind ausschließlich über die Tickethotline 069/13 40 400, online unter www.frankfurt-ticket.de und an allen Vorverkaufsstellen von Frankfurt-Ticket erhältlich. myk Spenden und weitere Informationen: www.papageno-theater.de

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