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Ein Teil des neuen Wohnraums entsteht, wie hier in der Platensiedlung, durch Aufstockung. Foto: Peter Jülich
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Ein Teil des neuen Wohnraums entsteht, wie hier in der Platensiedlung, durch Aufstockung.

Wohnungen

Corona-Pandemie in Frankfurt: Bau-Boom kaum gebremst

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Trotz der Corona-Pandemie sind 2020 mehr neue Wohnungen in Frankfurt entstanden. Bei den Baugenehmigungen sind die Zahlen allerdings rückläufig.

Frankfurt am Main - In Frankfurt sind im vergangenen Jahr trotz der Corona-Pandemie 4349 Wohnungen fertiggestellt worden. Das ist knapp ein Fünftel mehr als im Jahr 2019 und nach Angaben der Bauaufsicht der zweithöchste Wert der vergangenen 40 Jahre. Besonders viele Wohnungen kamen im Gallus und dem zum Stadtteil zählenden Europaviertel, in Niederrad, wo die Umwandlung der Bürostadt in das gemischt genutzte Lyoner Quartier weiterging, sowie im Nordend und Ostend hinzu.

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen lag dagegen mit 4228 deutlich unter dem hohen Vorjahreswert und massiv unter dem Rekordwert von 2018. Niedriger war sie zuletzt im Jahr 2012 gewesen. Die sinkenden Genehmigungszahlen für den Wohnungsbau zeigten eine Zurückhaltung, die in erster Linie auf die Pandemie zurückzuführen sei, sagte Planungsdezernent Mike Josef (SPD) am Donnerstag. In der Tendenz sei man aber weiterhin auf einem guten Weg.

Frankfurt: Weniger Mikroapartments entstehen

Die Leiterin der Bauaufsicht, Simone Zapke, sagte, die Baugenehmigungen lägen immer noch auf einem hohen Niveau. Sie wies zudem daraufhin, dass eine vergleichsweise geringe Zahl an Mikroapartments genehmigt worden sei. Im 2018 hatte die Behörde noch grünes Licht für den Bau von 902 solcher Kleinstwohnungen gegeben, diesmal waren es lediglich 187.

Das Baugeschehen 2020 in Frankfurt

Die Frankfurter Bauaufsicht hat im vergangenen Jahr Projekte mit einer Bausumme von 873 Millionen Euro genehmigt. Das ist der niedrigste Wert seit 2005. Von dieser Summe sollen 330 Millionen Euro in den Wohnungsbau fließen. Zweitgrößter Posten ist diesmal „Sonstiges“, in das gemischt genutzte Projekte wie das Hochhausvorhaben „Four“ einfließen. Deutlich geringere Summen als sonst wurden angesichts der Pandemie für Vorhaben am Flughafen und im Bürobereich genehmigt. Dagegen wachsen die geplanten Investitionen in Rechenzentren weiter.

Mehr als 3700 Baukontrollen gab es trotz der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr. Die Antragsbearbeitung ging 2020 deutlich schneller als im Vorjahr. 62 Kalendertage brauchte die Behörde im Schnitt für die Bearbeitung eines Bauantrags, im Wohnungsbereich dauerte es 47 Tage. Beides ging schneller als im Vorjahr. Die Zahl der Widersprüche und der Einsprüche und Klagen sank. Dabei verhängte die Bauaufsicht mehr als zwei Millionen Euro an Bußgeld. Mehr als die Hälfte entfiel auf die illegale Nutzung von Wohnraum.

325 Wohnungen , die laut Bauaufsicht widerrechtlich genutzt wurden, gewann die Behörde für den Wohnungsmarkt zurück. Sie ging insbesondere gegen Angebote vor, bei denen Wohnraum regelmäßig kurzfristig für hohe Preise an Touristen und Geschäftsreisende vermietet wird. cm

Von den im vergangenen Jahr genehmigten Wohnungen werden 1147 durch Konversion entstehen, also auf zuvor gewerblich genutzten Flächen oder die Umwandlung von Gebäuden. 314 neue Wohnungen sollen durch Aufstockung oder Dachausbau errichtet werden. Anders als manchmal behauptet, fahre die Bauaufsicht bei diesem Thema keinen restriktiven Kurs, sagte Josef. Diese habe 94 Prozent der Anträge auf Aufstockung genehmigt.

Frankfurt: Nur 149 geförderte Wohnungen sind 2020 entstanden

Die Zahl der neuen geförderten Wohnungen wächst trotz der in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Vorgaben für öffentliche und private Bauherren weiterhin nur langsam. 736 geförderte Wohnungen seien vergangenes Jahr bewilligt, 149 seien fertiggestellt worden, sagte Josef auf Anfrage. Vor allem die Genehmigungszahlen gingen inzwischen in die richtige Richtung, sagte Josef. Gleichzeitig räumte er ein, dass man vom selbst gesteckten Ziel der wohl künftigen Koalition, dass 1000 geförderte Wohnungen im Jahr entstehen, noch weit weg sei.

Die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen, die nach Einschätzung von Mietervereinen sehr oft zur Verdrängung der Bewohnerschaft führt, hat im vergangenen Jahr etwas an Fahrt verloren, das allerdings auf hohem Niveau. Für 1420 Wohnungen wurden die Grundbucheinträge nach Zahlen der Bauaufsicht entsprechend geändert. Im Jahr waren 2302 Wohnungen umgewandelt worden, im Jahr 2018 sogar 3516.

Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnen in Frankfurt geht weiter

Seit Juni 2020 kann die Bauaufsicht die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen in Gebieten mit Milieuschutzsatzung versagen. Von 45 entsprechenden Anträgen hat sie dennoch 33 genehmigt. Betroffen sind 378 Wohnungen. Zapke erklärte das mit Ausnahmen, in denen die Behörde die Umwandlung weiter zu genehmigen habe. Der häufigste Fall sei, dass sich die Eigentümerin oder der Eigentümer verpflichte, die Wohnungen in einem Zeitraum von sieben Jahren höchstens an die Mieter:innen zu verkaufen. Künftig soll die Bauaufsicht in ganz Frankfurt, also auch in Gebieten ohne Milieuschutz, eine Umwandlung in Eigentum verweigern können. Einer entsprechenden Regelung hat jüngst der Bundesrat zugestimmt, sie ist aber noch nicht in Kraft. (Christoph Manus)

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