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Der Palmengarten sieht die Vorwürfe nach dem Tod junger Schwäne als widerlegt an.

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Palmengarten  Frankfurt: „Weiher nicht umgekippt“

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Der Palmengarten sieht die Vorwürfe nach dem Tod junger Schwäne als widerlegt an.

Von den Gewässern im Palmengarten geht keine toxische Gefährdung aus – das ist das Ergebnis der ersten Begehung eines Labors, das die Gartenleitung beauftragt hatte. Damit ist nach Angaben von Palmengartendirektorin Katja Heubach der Verdacht widerlegt, die Schwäne auf den Weihern könnten infolge „umgekippter“ Teiche erkrankt sein.

Besucherinnen und Tierschützer hatten Ende Juli an der Gewässerqualität gezweifelt, nachdem fünf Schwanenküken verendet waren. Die Tiere waren stark abgemagert und von Parasiten befallen in die Station der Wildtierfreunde nach Maintal gebracht worden, wo sie verstarben. Direktorin Heubach geht eher von einer genetischen Schwäche der Schwäne aus, die wie alle anderen Wasservögel von selbst im Palmengarten gelandet waren. Die weitaus zahlreicheren Enten und Gänse haben offenkundig keine Gesundheitsprobleme.

Im Zusammenhang mit dem Verschwinden der Schwäne war bekannt geworden, dass auch die Kakadus aus dem Palmenhaus und die Bergloris aus dem Tropicarium nicht mehr da sind. Die Papageien leben nun in der Wildtierstation, die sieben Bergloris sind tot.

Vehementer Widerspruch

Heubach betonte im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau, dass beide Vogelarten schon seit längerem nicht mehr im Palmengarten seien, und widersprach vehement der Vermutung, die Loris seien während der Sanierungsarbeiten im Tropicarium schädlichen Dämpfen ausgesetzt gewesen. Die Wildtierfreunde hatten berichtet, sie hätten die Loris beatmen und mit Antibiotika behandeln müssen. Das sei allerdings eineinhalb Jahre her, versicherte Heubach.

„Im Palmengarten haben wir drei nach Paragraf 11 Tierschutzgesetz geprüfte Tierschutzbeauftragte“, berichtete die Direktorin. Ein Veterinär habe die Schauhäuser begutachtet: „Mit dem Ergebnis, dass alle darin befindlichen Tiere, einschließlich der Vögel in den Volieren, korrekt gehalten werden.“ Die Loris seien im Nebelwald tatsächlich wenige Tage Staub und Lärm durch die Sanierung ausgesetzt gewesen; man habe sie daher aber umgehend in die Tierstation verbracht.

In den Schauhäusern will der Palmengarten künftig keine Vögel mehr halten. In Gesprächen mit dem Veterinäramt sei eine aktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit vereinbart worden, wie sie auch mit den Wildtierfreunden wieder aufgenommen werden soll. Katja Heubach erinnerte daran, dass Botanische Gärten sich häufig um Tiere kümmerten, die von allein gekommen oder von Besuchern ausgesetzt worden seien: vom Insekt über Wasservögel bis hin zu heimlich mitgebrachten Schildkröten und Reptilien. „Da übernehmen wir Verantwortung für Tierarten, die eigentlich gar nicht hierher gehören.“

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