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Der beliebte Palmen-Express wird nicht mehr durch den Park zuckeln.
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Der beliebte Palmen-Express wird nicht mehr durch den Park zuckeln.

Freizeit

Palmengarten Frankfurt Palmen-Express auf Abstellgleis

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Die beliebte Bahn im Frankfurter Palmengarten ist zu teuer im Unterhalt und fährt künftig nicht mehr. Velo-Taxis als Alternativangebot für Menschen, die schlecht zu Fuß sind.

Der Frankfurter Palmengarten ist um eine Attraktion ärmer. Der bei vielen Menschen so beliebte Palmen-Express wird künftig nicht mehr durch die Blumenlandschaft zuckeln und den Gästen Plätze zeigen, an die sie zu Fuß nicht gelangen. Palmengarten-Sprecher Sebastian Klimek betont, die Entscheidung sei nicht leicht gefallen: „Es sind betriebswirtschaftliche Gründe.“

Schon in den 70er Jahren war ein Bähnchen durch den Palmengarten getuckert. Viele Frankfurterinnen und Frankfurter verbinden mit dem Schmalspur-Express daher Kindheitserinnerungen, ähnlich wie beim Goetheturm. Als der Palmen-Express nach längerer Betriebspause im Jahr 2014 wieder regelmäßig verkehrte, waren es daher vor allem Erwachsene, die sich gerne mit fünf bis sechs km/h durch den Park kutschieren ließen.

Für den Re-Start 2014 hatte der Palmengarten keine Kosten gescheut, sogar ein neuer Lokschuppen war entstanden. Werktags gondelten meist vier, an Wochenenden sechs Waggons durch den Palmengarten. Acht hauptamtliche Fahrer waren dafür zuständig, dass der Express regelmäßig verkehrte.

Lieber Fahrrad-Taxis

Das Design der Bahn war nach einer Idee der damaligen Umweltdezernentin Manuela Rottmann (Grüne) an die deutschlandweit erste Straßenbahn angelehnt, die einst Frankfurt und Offenbach verband. Gebaut wurde die Bahn seinerzeit von einer Spezialschlosserei. Doch der Bahnbau für Parks war offenbar „nicht deren Kern-Expertise“, formuliert es Klimek. Jedenfalls mussten schon 2018 Teile des Gleisbetts und der Gleise erneuert werden. Nicht die letzten Reparaturen, die fällig wurden.

Seit dem ersten Lockdown ist der Palmen-Express nicht mehr unterwegs gewesen. Aus hygienischen Gründen nachvollziehbar, dachte jeder. Doch die Verantwortlichen im Palmengarten haben den Lockdown genutzt, um sich den ein oder anderen Gedanken zu machen. „Wir haben festgestellt, dass die Wartung in den letzten Jahren extrem kostenintensiv war“, so Klimek. Wirtschaftlich sei der Betrieb einfach nicht mehr zu verantworten gewesen. Dazu sei eine relativ hohe Geräuschentwicklung von bis zu 85 Dezibel gekommen, die dem kontemplativen Charakter des Palmengartens auch nicht dienlich war.

Um Menschen, die weniger mobil sind, künftig trotzdem ein Angebot unterbreiten zu können, kooperiert der Palmengarten nun mit Velo-Taxi. Schon seit Mitte August können Gäste, die nicht gut zu Fuß sind, sich in den Fahrrad-Rikschas durch den Park kutschieren lassen. Das hat laut Klimek den Vorteil, dass die Passagiere auch andere Teile des Parks zu sehen bekommen. Denn der Palmen-Express sei nur im Norden und Westen des Parks unterwegs gewesen.

Sollte das Angebot der Fahrrad-Taxis so gut angenommen werden wie bislang mittwochs, könnte sich der Palmengarten vorstellen, die Kooperation auszubauen. In erster Linie solle der Park aber Flaneuren vorbehalten bleiben, betonte Klimek.

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