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Der zweijährige Noah hat auf der Musikmesse schon sein Lieblingsinstrument gefunden.

Frankfurt

Musikmesse lockt Fans

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Beim Publikumstag der Musikmesse in Frankfurt kann nach Herzenslust probiert werden.

Ozzy Osbourne ist auch da. Direkt am Eingang zur Halle mit den E-Gitarren und Drums steht er und reckt die rechte Hand zum Siegeszeichen in die Höhe. Gut, er ist nicht der echte Ozzy, sondern nur aus Pappe, aber zumindest fotografieren lassen kann man sich mit der Rock-Ikone. Und bei einem Gewinnspiel sogar mit etwas Glück eine Mundharmonika gewinnen. Von Ozzy signiert. Und von ihm „angespielt“, wie die Hostess sagt. Das könnte man jetzt auch eklig finden, aber für einen echten Fan ist natürlich Ozzy-Speichel ein richtig großes Ding.

Und auf der Musikmesse laufen ein paar echte Fans herum. Marvin Jasinski ist zwar nicht der größte Ozzy-Fan auf Erden, aber das mit dem Foto lassen er und seine Freunde sich nicht entgehen. Und eine angespeichelte Mundharmonika wäre auch „nicht so schlecht“ zu gewinnen. Eigentlich sind die drei Freunde aber zum einzigen Publikumstag der Messe am Samstag aus Dortmund gekommen, um nach einem Schlagzeug für ihn zu gucken. Schließlich wollen sie ein Band gründen. Freund Alexander Neufeld hat schon eine Gitarre, will sich jedoch über „Neuheiten informieren“. Er war schon 2016 auf der Messe und findet es „schade, dass sie ein bisschen kleiner geworden ist“. Aber genug zu sehen gebe es allemal.

Und zu hören. Denn dass es sich um eine Musikmesse handelt, wäre auch mit geschlossenen Augen klar. Von jedem Stand erklingen Töne, über die Köpfe rauschen sie schließlich vereint als gewaltiges Getöse hinweg. Schlagzeuge, Trommeln, Gitarren, Saxophone, Trompeten – alles lässt sich an diesem letzten Tag der Musikmesse ausprobieren. Mal die Gitarre in die Hand nehmen, gucken, fühlen, streicheln. Und schließlich zarte Klänge entlocken.

Der 25-jährige Stefan testet gerade ein Schlagzeug. Laut ist es, dabei sucht er genau das Gegenteil. Eines mit Kopfhörern, elektronisch. „Wegen der Nachbarn“, sagt er. Und sein elfjähriger Kumpel Micha guckt sich Euphonien an. Die kleinen Brüder der Tuba. Micha spielt Euphonium im Posaunenchor, ein neues Instrument braucht er nicht. „Ich hab aber ein ziemlich cooles hier gesehen“, sagt er. In Silber und Gold. „Naja, vielleicht später mal“, sagt er. Jetzt muss es sein Altes noch tun. Das olle Ding in Silber.

Viele Besucher sind gekommen, um neue Sachen auf der Messe zu entdecken. Bei der spanischen Firma Pons Guitars spricht allein schon das Alter des Unternehmens für Neuheit: Es gibt es erst seit wenigen Monaten. Pons stellt Gitarren her, deren Korpus sich auswechseln lässt. Farbe, Form – einfach austauschbar. „Das ändert nicht den Sound, aber die Haltung“, sagt Jordi Espelt von Pons Guitars. Schließlich kommt mit dem roten pfeilförmigen Korpus gleich ein Rockstar-Feeling auf. Wenn die Stimmung aber mehr auf Jazz aus ist, dann kann fix die Form gewechselt werden. Oder die Farbe. Rot, blau, braun, weiß, schwarz. Ganz wie es beliebt.

Unterwegs auf der Messe sind auch viele Familien. Sie sind auf der Suche nach Instrumenten für den Nachwuchs. Da halten Eltern mitgebrachte Notenblätter in die Höhe, damit das Kind das Saxophon richtig ausprobieren kann. Ganze Familien verschwinden bei Yamaha mit Trompeten in den schallisolierten Kabinen. Der siebenjährige Alexander versucht sich derweil gerade an einer neuen Geige. „Seine alte ist zu klein geworden“, sagt Mutter Ludivina Huck. Mit der getesteten Geige ist Alexander allerdings nicht so zufrieden. „Die ist eben größer, da musst du weiter auseinandergreifen“, sagt Vater Andreas Huck. Und die Mutter findet den Klang schon viel schöner als den des Instruments zu Hause. Aber für Alexander steht fest: Das war noch nicht die richtige Geige für ihn. Macht ja nichts. Gefühlte Tausend weitere warten auf der Messe darauf, gespielt zu werden.

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