Der Oxfam-Laden in der Schweizer Straße in Sachsenhausen.
+
Der Oxfam-Laden in der Schweizer Straße in Sachsenhausen.

Oxfam in Frankfurt

Oxfam-Mitarbeiter schockiert

  • vonAndreas Flammang
    schließen

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Frankfurter Qxfam-Läden sind besorgt wegen der Berichte, ehemalige Oxfam-Mitarbeiter in Haiti hätten Orgien mit Prostituierten gefeiert. Sie fürchten Auswirkungen auf ihre Arbeit.

Bei einer FR-Umfrage in Frankfurter Oxfam-Läden sagen dortige ehrenamtliche Mitarbeiter, sie sähen sich durch die Vorwürfe gegen die Hilfsorganisation bisher nicht in ihrer Arbeit beeinflusst. Sie hoffen dennoch, dass ihr Engagement nicht leidet und zeigen sich teilweise schockiert. Die Kunden der Frankfurter Läden hätten sie am Mittwoch noch nicht auf die Medienberichte über sexuelles Fehlverhalten angesprochen. Es gäbe keinen Kunden-Rückgang, berichten einige der befragten Mitarbeiter, die nicht mit ihren Namen genannt werden wollen.

Die britische Hilfsorganisation steht unter massivem Druck. Laut Medienberichten sollen ehemalige Oxfam-Mitarbeiter in Haiti Sex mit Prostituierten gehabt haben, als sie wegen des Erdbebens 2010 dort arbeiteten. Auch über angeblichen Sex mit Prostituierten im Tschad 2006 durch Oxfam-Leute berichten Medien. Eine Ex-Managerin sagte im britischen Fernsehen, dass Mitarbeiter die Notlage von Frauen ausgenutzt hätten. Sie sollen Sex für Hilfsgüter verlangt haben. Außerdem sei die Organisation Vorfällen nicht genügend nachgegangen. Die Hilfsorganisation kündigte an, sie wolle das Vertrauen wieder herstellen.

In Frankfurt gibt es mehrere Läden der Hilfsorganisation Oxfam Deutschland. Das Konzept: Ehrenamtler verkaufen gespendete Bücher, Kleidung und Accessoires. Mit dem Geld aus den Second-Hand-Produkten werden Projekte von Oxfam Deutschland unterstützt. Außerdem wirbt die Organisation mit Umweltschutz durch das Recycling.

„Natürlich haben wir Bedenken, dass sich das noch auf unsere Arbeit auswirken könnte“, sagt eine der Frankfurter Ehrenamtlichen. Sie hofft, dass die Kunden hier zwischen ihrer Arbeit und den Vorwürfen unterscheiden könnten. Dass sie für Oxfam Deutschland arbeiten und nicht für Großbritannien, darauf legen einige der Ehrenamtler in den Läden wert. Der Verein arbeitet jedoch im internationalen Oxfam-Verbund.

„Das bringt die gute Sache in Verruf“, sagt eine Mitarbeiterin. „Ich war schockiert, als ich davon erfuhr“, berichtet eine weitere. Eine andere Engagierte erzählt, dass das Thema vor allem innerhalb des Teams diskutiert würde, hingegen nicht von den Kunden. „Etwas bleibt vielleicht hängen“, sagt Cornelia Dillenburger. „Ich denke aber, dass die Menschen schon differenzieren können. Wir unterstützen tolle Projekte in verschiedenen Ländern.“ Seit fünf Jahren arbeitet die Schichtleiterin im Laden auf der Leipziger Straße in Bockenheim. Und weiterhin gehen Kunden zwischen den Regalen umher. Sie stehe hinter dem Konzept von Oxfam, das sowohl der Umwelt als auch Menschen helfe.

Kommentare