Ehrung

Otto-Hahn-Preis für Martin Jansen

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Der Festkörperchemiker wird für die Entwicklung neuer Werkstoffe ausgezeichnet.

Er entwickelte Werkstoffe und Materialien mit ganz neuen Eigenschaften. Der Festkörperchemiker Martin Jansen schuf zum Beispiel eine Hochleistungskeramik, die mehr Hitze aushält als metallische Stoffe. Jetzt erhält der Wissenschaftler, der noch in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag feiert, den Otto-Hahn-Preis. Die Auszeichnung wird von der Stadt Frankfurt, der Gesellschaft Deutscher Chemiker und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft getragen.

Der Preis, der alle zwei Jahre vergeben wird und mit 50 000 Euro dotiert ist, gilt als eine der renommiertesten Ehrungen für herausragende wissenschaftliche Leistungen. Für den 11. November ist der feierliche Festakt in der Frankfurter Paulskirche geplant.

Der am 5. November 1944 auf der Nordseeinsel Pellworm geborene Jansen ist ein Innovator. Entsprechend würdigen ihn auch die Kollegen. „Jansens anspruchsvolle und originelle Forschung zur Synthese von unbekannten und exotischen Verbindungen bereitet den Weg für neuartige Materialien, die beispielsweise einen Beitrag zu einer effizienteren Energiegewinnung leisten können“, urteilt Matthias Urmann, Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker.

Und Dieter Meschede, Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, ist voll des Lobes: „Physiker bewundern die Gabe von Chemie-Kollegen wie Martin Jansen, neue Stoffe zu schaffen, die häufig auch neue physikalische Phänomene bieten.“ Jansen entwickelte die Si-B-N-C-Keramik auf der Basis der Elemente Silicium, Bor, Stickstoff und Kohlenstoff. Sie ist leicht und amorph, aus einem Polymer können nicht nur Pulver und dünne Schichten hergestellt werden, sondern sogar Fasern. Jansen leitete von 1998 bis 2012 das Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart.

Der Otto-Hahn-Preis wurde in seiner heutigen Form vor 50 Jahren von der Stadt eingerichtet, damals zum 90. Geburtstag des Nobelpreisträgers und Kernchemikers. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) erinnerte daran, dass in diesem Jahr der 140. Geburtstag von Otto Hahn ansteht und er seit 60 Jahren Ehrenbürger der Stadt ist. Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) würdigte die lange Tradition wissenschaftlicher Spitzenleistungen in Frankfurt.

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