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Das kleine Sarotti-Häuschen ist das Streitobjekt.

Rennbahn in Frankfurt

Vor Ostern Übergabe an DFB

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Die Stadt darf mit dem "Sarotti-Häuschen" das letzte Bauwerk der alten Rennbahn räumen. Der Rennklub setzt auf Widerspruch.

Im Büro von Frankfurts Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU) herrscht am Freitagnachmittag große Genugtuung. Das Landgericht Frankfurt hat zuvor dem Antrag der Stadt Frankfurt auf Räumung des sogenannten Sarotti-Häuschens auf dem Gelände der alten Galopprennbahn stattgegeben.

Vor allem aber ist wichtig: Das Landgericht gewährte dem Rennclub Frankfurt keinen Vollstreckungsschutz. Damit kann der letzte kleine Bau abgeräumt werden, der auf dem Gelände an der Schwarzwaldstraße in Niederrad noch an die traditionsreiche Galopprennbahn erinnert.

Schneiders Sprecher Günter Murr kündigt gegenüber der FR an, die Stadt Frankfurt werde dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) noch „vor Ostern“ den „Zugriff“ auf das weiträumige Areal gewähren.

Der DFB will dort eine deutschlandweite Fußball-Akademie errichten. Ursprünglich hatte die Kommune das Rennbahn-Grundstück bereits am 1. Januar 2016 an den DFB übergeben wollen. Der Rennklub Frankfurt hatte aber dann durch zahlreiche Prozesse und immer neue juristische Volten für Verzögerung gesorgt.

Rennklub Frankfurt will Berufung einlegen

Der Rennklub Frankfurt will zwar Berufung vor dem Oberlandesgericht einlegen. Doch dieser Schritt hat ohne Vollstreckungsschutz keine aufschiebende Wirkung mehr. Die Stadt muss laut Sprecher Murr lediglich eine Sicherheitsleistung von 90.000 Euro hinterlegen, um das Sarotti-Häuschen räumen zu lassen. Das werde sie tun.

Der Vizepräsident des Rennclubs, Graf Carl-Philipp zu Solms-Wildenfels, kündigt allerdings am Freitagnachmittag im Gespräch mit der FR an, er werde beim Oberlandesgericht Antrag auf Vollstreckungsschutz stellen. Solange über dieses Begehren nicht entschieden sei, werde man das Sarotti-Häuschen nicht räumen

Im Prozess war die Stadt nach eigener Darstellung dem Rennklub weit entgegengekommen. Schneiders Sprecher Murr erklärt, man habe den Freunden des Turfs angeboten, das Sarotti-Häuschen an eine andere Stelle auf dem früheren Rennbahn-Gelände umzusetzen. Und das sogar auf Kosten der Stadt. „Das hätte eine kleine Gedenkstätte für die Rennbahn werden können“, so Murr. Das habe Gräfin Alexa zu Solms-Wildenfels, Besitzerin des Bauwerks und Mutter des Rennklub-Vizepräsidenten, allerdings abgelehnt. Die Reiterin hatte das kleine Haus im Inneren mit allerlei Erinnerungsstücken an die Rennbahn-Tradition ausstaffiert.

Statt dessen hätten ihre Anwälte von der Stadt eine Entschädigung in Höhe von rund drei Millionen Euro verlangt. Diese Summe hatte der frühere Rennbahn-Mitbesitzer Manfred Hellwig von der Kommune als Gegenwert für seine Anteile erhalten. Graf zu Solms-Wildenfels bestritt die Millionen-Forderung. Er habe der Stadt vorgeschlagen, im künftigen Bürgerpark auf dem früheren Rennbahn-Gelände therapeutisches Reiten anzubieten. Doch nur drei Tage später habe die Kommune mutwillig einen kleinen Gedenkstein dort zerstört. „Mit diesen Leuten ist keine Einigung möglich“, urteilt er. Schneiders Sprecher Murr bestätigt, dass ein Lkw versehentlich eine Bronzetafel zerbrochen habe, auf der Persönlichkeiten des Reitsports gewürdigt worden seien. Man habe dem Rennklub angeboten, den Gedenkstein zu erneuern..

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