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Bernd Reisig (re.) hat das Osteressen für Obdachlose wegen Corona in das Römerhoechen verlegt.
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Bernd Reisig (re.) hat das Osteressen für Obdachlose wegen Corona in das Römerhoechen verlegt.

Frankfurt

Oster-Essen im Römerhöfchen

  • Clemens Dörrenberg
    vonClemens Dörrenberg
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Die Bernd-Reisig-Stiftung verteilt in fünf hessischen Städte Grüne Soße mit Kartoffeln und Eier an Bedürftige sowie Tüten mit Lebensmitteln und Hygieneartikel.

Am Nachmittag warten sie noch auf einen Eimer überschüssige Grüne Soße aus Offenbach, damit weitere weiße Tüten gepackt und im Römerhöfchen verteilt werden können. Nicht nur in Frankfurt, sondern erstmals auch in Darmstadt, Kassel, Offenbach und Wiesbaden erhalten am Karfreitag Hilfsbedürftige eine Portion Grüne Soße, Kartoffel und Eier. Dazu kommen in die Tüten, die seit der Mittagszeit verteilt werden, Getränke, Obst, Chips, OP-Masken und eine dünne Decke. Rund 2000 Tüten sind es, 700 in Frankfurt.

Ermöglicht hat die Aktion unter dem Titel „Oster-Essen für Obdachlose“ Bernd Reisig und seine gleichnamige Stiftung, die seit mehreren Jahren Weihnachtsessen für Bedürftige im Römer veranstaltet. Mit 264 Ehrenamtlichen hat Reisig diese „riesige, logistische Meisterleistung“ umgesetzt, wie er sagt. „Wenn wir in Pandemiezeiten sowieso auf die Straße gehen, wo die Leute durch Corona noch viel betroffener sind als sonst, lass es uns ausweiten“, so sei die Überlegung des 58-Jährigen gewesen.

Doch wenige Tage vorher habe ihm die Umsetzung noch schlaflose Nächte bereitet. Denn über Frankfurt hinaus hatte der erfahrene Wohltäter bislang nicht agiert. In der Lohrbergschänke und im Apfelwein Solzer mussten bis zum späten Gründonnerstagabend knapp 500 Kilogramm Kartoffeln geschält, 3000 Eier gekocht und ein Haufen Kräuter zu Soße verarbeitet werden. LKWs mussten mit den gespendeten Lebensmitteln beladen und an die Ausgabeorte, meist an die Rathäuser der fünf kreisfreien hessischen Städte, kutschiert werden.

Anne Beck steht am Karfreitag am Ende dieser Kette im Römerhöfchen und verteilt die Tüten an Bedürftige. „Die Leute freuen sich, dass man ihnen was Gutes tun kann“, sagt die 38-jährige Frankfurterin. Auch über „ein bisschen Ansprache und Unterhaltung“ zeigten sich Viele sehr dankbar, die dann häufig von ihrem Schicksal berichteten.

Das bestätigt auch eine Neu-Isenburgerin, die mit einem Mann etwas abseits in der Brauchbachstraße steht. Die 71-Jährige, die extra Tupperdosen für das Grüne Soße-Gericht mitgebracht hat, berichtet: „Es ist nicht nur das Essen, sondern auch die nette Kommunikation und dass man mal wieder ein paar Leute sieht“. Der 67-jährige Frankfurter sagt: „Die Hilfe, die angeboten wird, ist ziemlich gut gemacht“. Beide seien in früheren Jahren schon einmal obdachlos gewesen und hätten sich wieder gefangen. Trotzdem seien sie dankbar auf diesem Weg „ein paar Euros zu sparen“, wollen aber niemanden etwas wegessen.

Für Bernd Reisig steht fest, dass er solche Aktionen weiterhin organisieren möchte, auch wenn er durch die Covid-19-Pandemie kaum planen könne. Auf weitere Städte ausweiten, das könne er sich jedoch beim besten Willen nicht vorstellen, fügt er noch hinzu und lacht.

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