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Eine zufälligen Kontrolle ergab, dass der Mann wegen einer Straftat gesucht wird. 

Ostend

Ostend: Verhaftung an der Sonnemannstraße

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Beim einem Sicherheitsrundgang mit dem Ordnungsdezernenten mit dem Ordnungsdezernenten Markus Frank (CDU) bekommt die Stadtpolizei gleich etwas zu tun.

Als die Handschellen klicken, sind alle Umstehenden ziemlich überrascht. Bei einem Rundgang mit der Stadtpolizei durchs Viertel, zu dem Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) am Donnerstag Pressevertreter eingeladen hatte, wird die erste Station am sogenannten Arbeiter-Strich gleich zum Schauplatz einer Verhaftung. Eigentlich hatte Stadtpolizist Christian Psych den Mann, der an der Sonnemannstraße gestanden und geraucht hatte, nur „initiativ“ kontrollieren wollen.

Mit der Zigarette im Mundwinkel hatte der Mann in Handwerker-Kleidung die Prozedur ohne größere Gefühlsausbrüche über sich ergehen lassen. Er warte auf einen Freund, habe er Psych gesagt, wie der später berichtet.

Mit seinen Sicherheitsschuhen, Arbeitshose und Teppich-Messer in der Tasche, das ihm die Stadtpolizisten abgenommen hätten, sei jedoch wahrscheinlicher gewesen, dass er sich für „Handwerksdienstleistungen“ an der Straßenecke angeboten habe, wie es Frank formuliert. Ein Anruf bei der Funkleitstelle, die die Daten des Kontrollierten anhand seiner Ausweis-Kopie prüfte, habe ergeben: „Er wird wegen einer Straftat per Haftbefehl gesucht“, sagt Psych. Was genau der Verurteilte verbrochen habe, könne er nicht beantworten. „Das kriegen wir noch raus“, sagt Frank.

Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) (l.) macht in Begleitung der Stadtpolizei einen gemeinsamen Rundgang, um sich in punkto Sicherheit und Sauberkeit ein Bild zu machen.

Kurze Zeit später kommen die Kollegen im blau-weißen Bus und nehmen den Mann mit. „Wenn er in Preungesheim einfahren muss, bringen wir ihn dorthin“, sagt Peter Bühner, kommissarischer Leiter des Führungs- und Lagedienstes der Stadtpolizei. „Das war ein absoluter Zufall“, sagt der 54-Jährige. „Meistens sind das ganz niedrigschwellige Straftaten, die begangen wurden.“

Bei bestimmten Straftatbeständen, wie Umweltstrafrecht, Prostitution oder Fahren ohne Fahrerlaubnis sei neben der Polizei auch die Stadtpolizei zuständig, so Bühner. „Da sehen Sie mal, wie wichtig es ist, Menschen zu kontrollieren“, sagt Frank. Verboten sei es grundsätzlich nicht sich an der Straßenecke direkt gegenüber des EZB-Turms aufzuhalten. Anwohner würden sich jedoch häufiger über Müll und Ansammlung von größeren Gruppen beschweren. Wegen Schwarzarbeit würde allerdings eher der Zoll auf Baustellen kontrollieren, sagt Frank, weil dort die illegal Arbeitenden auf frischer Tat ertappt werden könnten.

200 Stadtpolizisten sind laut Frank derzeit in Frankfurt im Einsatz. Der Ordnungsdezernent hätte gerne noch weitere Kräfte und wirbt für den „attraktiven Beruf“. Neun Monate dauere die Ausbildung, sagt Bühner, zu der auch ein Lehrgang bei der Polizei gehöre, weil die Stadtpolizisten Waffen wie Teleskop-Schlagstock und Pfefferspray bei sich tragen.

An der Sonnemannstraße entdeckt die Gruppe einen auf dem Gehweg abgestellten Kühlschrank und ein verdächtig aussehendes Auto. Nach einer telefonischen Prüfung stellt sich heraus: Der TÜV des schwarzen Polos mit bayerischem Kennzeichen ist seit einem halben Jahr abgelaufen.

Außerdem zeigen die Stadtpolizisten an diesem Tag noch eine „illegale Abfall-Entsorgung“ am Ostbahnhof, wo sich ein „Reifenlager“ angesammelt habe. Menschen, die am Ernst-Achilles-Platz in ihren Fahrzeugen übernachteten, gebe es mittlerweile weniger, berichtet Stadtpolizist Psych. Diese Fälle hätten sich weiter in die Peripherie verlagert.

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